Verwarnungsgeld, Strafzettel, Knöllchen

Strafzettel einfach nicht bezahlen? Was passiert, wenn Knöllchen ignoriert wird?

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Ein Bußgeld hat sich schnell: Ob im Straßenverkehr oder wegen falscher Müllentsorgung – die Möglichkeiten sind groß, der Groll ebenso. Doch was passiert, wenn die Geldstrafe nicht gezahlt wird?

Deutschland ist ein Land der Regeln und Normen. Der Bußgeldkatalog hält fest, welche Strafen, bei welchem Vergehen anfallen. Manch ein Bürger findet die Strafen sogar kleinlich und möchte nicht zahlen. Kein Wunder – schließlich fallen 90 Euro Bußgeld für verbotene Autoaufkleber an. Sogar das Zuschlagen der Autotüre ist verboten und wird mit 80 Euro Strafe geahndet. Was passiert, wenn der Bußgeldbescheid einfach nicht bezahlt wird?

Bußgeld einfach nicht bezahlen? Was passiert beim Ignorieren des Strafzettels

Den Bußgeldbescheid zu ignorieren ist jedoch keine gute Idee, denn die Konsequenzen können weitreichend sein. Zwar können die Folgen, je nach Vergehen, Land und örtlichen Gesetzen, variieren, doch grundsätzlich lässt es sich vom Verweigern des Verwarnungsgeldes abraten. Eine Erhöhung des Bußgeldes ist nämlich noch eine milde Folge.

Folgen, wenn Bußgeld nicht bezahlt wird: Punkte, Fahrverbot und Strafe

Wie im „Bußgeldkatalog“ zu sehen: Auch das Ignorieren, Vergessen oder schlicht Verweigern einer Bezahlung des Bußgeldbescheides, ist geregelt. Die Bestrafung dieses Vergehens ist gestaffelt und kann verschiedene Ebenen annehmen. Von Inkasso-Mahnungen bis Zwangsvollstreckung ist einiges möglich, wie „Bußgeld-Info“ schreibt.

  • Erhöhung des Bußgeldes: Meist gibt es eine Frist, innerhalb derer das Bußgeld bezahlt werden soll. Wenn diese Frist verpasst wird, dann kann das Bußgeld erhöht werden. Außerdem können zusätzliche Gebühren und Verwaltungskosten hinzukommen.
  • Mahnungen und Inkassobüros: Wenn das Bußgeld auch nach weiteren Verwarnungen nicht bezahlt wird, kann die zuständige Behörde oder ein beauftragtes Inkassobüro mehrmals schriftlich dazu auffordern, das Bußgeld zu begleichen. Die Gebühren steigen allerdings zunehmend.
  • Zwangsvollstreckung: Wenn nach weiteren Mahnung noch nicht bezahlt wird, dann kann die Behörde eine Zwangsvollstreckung einleiten. Das bedeutet, dass sie versuchen können, das Geld auf andere Weise einzutreiben, zum Beispiel durch Pfändung von Vermögenswerten, Kontosperrung oder Lohnpfändung.
  • Gerichtliches Verfahren: In schwerwiegenden Fällen kann die Behörde rechtliche Schritte einleiten. Dadurch können weitere, rechtliche Konsequenzen wie Geldstrafen, Freiheitsstrafen oder andere Sanktionen drohen.

Bußgeldbescheid zahlen: Einspruch und Ratenzahlung und Fristverlängerung

Es ist demnach wichtig, Bußgeldbescheide ernst zu nehmen und sie rechtzeitig zu bezahlen, um weitere Probleme zu vermeiden. Manchmal lohnt es sich Kontakt mit dem einfordernden Institut aufzunehmen, oft kann dann die Beizahlfrist verlängert oder eine Ratenzahlung ermöglicht werden.

In seltenen Fällen lässt es sich jedoch auch Einspruch gegen Bußgeldbescheide erheben. Diese Methode, des Umgehens der Strafe, sollte allerdings nur angewandt werden, wenn der Verdacht besteht, dass die Strafe ungerechtfertigt ist. Manchmal fragen sich Autofahrer zum Beispiel: Beim Knöllchen ohne Blitzerfoto – muss die Strafe bezahlt werden? Bei individuellen Bußgeld-Fragen kann auch ein Anwalt zurate gezogen werden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/ Zoonar

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