Gesetzliche Regelung in Deutschland

Für 3.000 Euro Rente: So viel Geld müssen Arbeitnehmer verdienen

  • Adrian Kilb
    VonAdrian Kilb
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Wer im Alter eine Rente in Höhe von 3.000 Euro erhalten will, muss während des Arbeitslebens ein hohes Gehalt beziehen. Wichtig ist auch, wie lange in die Rentenversicherung eingezahlt wurde.

Der Ruhestand wird von den meisten Menschen nach vielen Jahren im Arbeitsleben herbeigesehnt. Doch ist es dann so weit, bleibt in vielen Fällen nur Ernüchterung. Mehr als die Hälfte aller Rentner in Deutschland muss laut einer Statistik mit weniger als 1100 Euro im Monat zurechtkommen. Um im Alter abzukassieren, muss man sich dagegen richtig strecken, um beispielsweise über 2.500 Euro Rente zu bekommen.

Mehr als 3.000 Euro Rente erhalten – zwei Faktoren entscheidend

Noch schwieriger ist es allerdings, eine Rente über 3.000 Euro zu erzielen. Laut des Rentenversicherungsberichts von 2022 haben das gerade einmal 50 Rentner geschafft. Allerdings haben diese Personen auch 50 Jahre oder mehr in die Rentenkasse eingezahlt.

Vor allem zwei Faktoren beeinflussen generell die Höhe der Rente: der Verdienst und die Beitragsjahre zur Rentenversicherung. Über viel Geld im Ruhestand verfügen folglich die Menschen, die 45 Jahre oder noch länger überdurchschnittlich verdienen.

Rente berechnen mit simpler Formel: So funktioniert es

Um seine erwartende Rente zu berechnen, lässt sich eine simple Formel anwenden. Wer während seines Berufslebens in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt, sammelt Rentenpunkte. Ein Rentenpunkt ist derzeit 37,60 Euro wert. Wer jedes Jahr genau so viel verdient, wie der „Durchschnittsrentner“ hat nach 45 Jahren Erwerbstätigkeit 45 Rentenpunkte auf seinem Konto. Umgerechnet wären das 1.692 Euro Rente im Monat (45 × 37,60).

Für Gutverdiener greift zudem eine Beitragbemessungsgrenze ab einem monatlichen Bruttogehalt von 7.300 Euro in den alten Bundesländern. Das ergibt hochgerechnet ein Jahresbruttogehalt von 87.600 Euro. In Ostdeutschland liegt die Bemessungsgrenze bei 85.200 Euro pro Jahr. Für jeden Euro, der zusätzlich verdient wird, können die Arbeitnehmer keine Rentenpunkte sammeln.

Was muss Arbeitnehmer tun müssen, um mehr als 3.000 Euro Rente zu erhalten?

Wer die Bemessungsgrenze erreicht oder sogar übersteigt, verdient mindestens doppelt so viel wie der Durchschnitt aller Versicherten in Deutschland. Er bekommt dementsprechend mit rund 90 auch doppelt so viele Rentenpunkte und auch höhere Ruhestandsbezüge (90 x 37,60 = 3384 Euro). Wer also genau 3.000 Euro Rente haben möchte, müsste bei dem aktuellen Rentenwert 79,79 Rentenpunkte in seinem Arbeitsleben gesammelt haben, rechnet die „Main Post“ vor. Um das in 45 Beitragsjahren zu schaffen, müssten 6363,15 Euro pro Monat verdient werden.

Maximal können Arbeitnehmer übrigens 91,35 Punkte sammeln. Bei einem Wert von 37,60 Euro pro Rentenpunkt wären das also 3.434,76 Euro Rente, die man bei 45 Jahren Arbeit maximal erwirtschaftet werden kann. Laut Bericht der Deutschen Rentenversicherung schafften das im Jahr 2023 lediglich 0,09 Prozent aller Rentner.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago

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