Schön, aber giftige Blumen
Gefahr für Kinder und Haustiere: Diese Frühblüher sind giftig
- VonMilea Erzingerschließen
Sie läuten den Frühling ein und bringen Farbe in den Garten. Doch hinter der Schönheit mancher Frühblüher verbirgt sich eine unterschätzte Gefahr.
Die ersten Sonnenstrahlen wärmen die Haut, Vögel zwitschern und Parks sowie Gärten verwandeln sich in bunte Blütenmeere. Doch zwischen all den farbenfrohen Blumen lauert eine oft unterschätzte Gefahr: Einige der beliebtesten Frühblüher sind giftig – für Menschen ebenso wie für Haustiere.
Schön, aber giftig: Diese Frühblüher können Mensch und Tier gefährlich werden
Was viele nicht wissen: Schon der Kontakt mit bestimmten Pflanzen kann Hautreizungen verursachen und bei Verzehr drohen ernsthafte Vergiftungen, teilt die Apotheken Umschau mit. Besonders gefährdet sind kleine Kinder und Haustiere, die unbekümmert an Blättern knabbern oder Blumenwasser trinken.
Während einige Pflanzen nur leichte Beschwerden wie Hautreizungen oder Übelkeit auslösen, können andere zu Kreislaufproblemen oder sogar Atemlähmung führen, so die Apotheken Umschau weiter. Auch beim Sammeln von Kräutern in der Natur ist Vorsicht geboten – einige essbare Pflanzen haben gefährliche Doppelgänger.
1. Schneeglöckchen – unscheinbare Gefahr
Schneeglöckchen stehen als Vorboten des Frühlings hoch im Kurs. Doch die hübschen weißen Blüten haben eine dunkle Seite, wie die Apotheken Umschau schreibt: Alle Pflanzenteile enthalten giftige Alkaloide, vor allem die Zwiebel. Wer sie verschluckt, kann unter Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall leiden. Laut der Giftzentrale Bonn wird der Verzehr von bis zu drei Zwiebeln meist noch vertragen – darüber hinaus kann es jedoch kritisch werden.
2. Hyazinthen – reizend für Haut und Magen
Mit ihren kräftigen Farben und dem intensiven Duft gehören Hyazinthen zu den Favoriten in Gärten und Wohnungen. Der Ökotest warnt jedoch: Die Zwiebel der Pflanze kann nach Hautkontakt allergische Reaktionen hervorrufen. Verschlucken Menschen größere Mengen, kann das Magenkrämpfe und Übelkeit auslösen. Besonders gefährlich sind Hyazinthen jedoch für Hunde und Katzen – für sie kann der Verzehr lebensbedrohlich sein.
3. Tulpen – Schönheit mit Nebenwirkungen
Tulpen gehören zu den Klassikern unter den Frühblühern. Doch alle Pflanzenteile sind giftig. Besonders problematisch: Tulpenzwiebeln enthalten toxische Alkaloide, die zu Hautreizungen führen können, so der Ökotest. Wer Tulpenwasser trinkt oder Pflanzenteile verschluckt, riskiert Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und in schweren Fällen sogar Atemnot.
4. Osterglocken – fröhliche Farben, ernste Folgen
Osterglocken (auch als Narzissen bekannt) gehören zu Ostern wie das Ei. Doch ihr leuchtendes Gelb trügt, wie die Apotheken Umschau berichtet: Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, sind giftig. Nach dem Verzehr kann es zu Würgen, Durchfällen, Schweißausbrüchen und im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen kommen. In sehr großen Mengen kann das Gift sogar Lähmungen auslösen.
5. Maiglöckchen – gefährlicher Doppelgänger
Das Maiglöckchen wurde nicht umsonst zur „Giftpflanze des Jahres“ gekürt, schreibt die Apotheken Umschau. Seine Blüten und Blätter enthalten herzwirksame Glykoside, die den Puls verlangsamen und zu Schwindel sowie Übelkeit führen können. Besonders tückisch: Die Blätter ähneln denen des Bärlauchs – ein fataler Irrtum, denn während Bärlauch essbar ist, kann das Maiglöckchen zu ernsthaften Vergiftungen führen.
Unsichtbare Gefahr: Warum Blumenwasser giftig sein kann
Nicht nur die Pflanzen selbst sind problematisch: Viele Frühblüher geben ihre Giftstoffe an das Wasser in der Vase ab. Was harmlos aussieht, kann für neugierige Kleinkinder oder durstige Haustiere gefährlich werden, so berichtet die Aktion Das sichere Haus (DSH). Schon wenige Schlucke können Übelkeit, Schwindel oder Magen-Darm-Probleme auslösen. Besonders häufig passiert dies bei Osterglocken und Tulpen. Doch auch weitere Pflanzen sind giftig und gefährlich für Haustiere.
Wer nicht auf Schnittblumen verzichten möchte, sollte Vasen an einem für Kinder und Tiere unerreichbaren Ort aufstellen – am besten hoch oben auf einem Regal oder in einem Schrank mit Tür, weist die Aktion Das sichere Haus (DSH) darauf hin.
Wer nochmal eine Nummer sicherer gehen möchte, muss nicht auf farbenfrohe Frühblüher verzichten. Es gibt zahlreiche Pflanzen, die für Kinder und Haustiere völlig unbedenklich sind. Darunter zählen zum Beispiel Lavendel, Margeriten, Sonnenblumen und Cosmea. Doch Vorsicht: Nicht jede Pflanze darf einfach gepflückt werden – für manche drohen hohe Strafen von bis zu 50.000 Euro.
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