Am Wochenende

Kaufland-Kunde genervt von Pfand-Ansturm: Automat „locker zehn Minuten blockiert“

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Ein Kaufland-Kunde ist verärgert: Pfandautomaten würden „locker zehn Minuten“ blockiert, weil manche zu viele Flaschen auf einmal abgeben. Er fordert eine klare Regel.

Ein echo24.de-Leser ging am Wochenende zum Einkauf in einer Kaufland-Filiale in Heilbronn – und machte eine nicht nur für ihn ärgerliche Erfahrung. Drei der insgesamt vier Pfandautomaten waren regelrecht durch andere Kunden „blockiert“, die einen Einkaufswagen voller Pfand auf einmal angeben. Dabei wurden einzelne Kunden Automaten „locker zehn Minuten blockieren“, wie der Kunde gegenüber unserer Redaktion die Situation schildert – und fordert endlich eine eindeutige Pfand-Regel bei Kaufland, um nervtötende Wartezeiten zu verhindern.

Kaufland-Kunde ärgert sich über Pfandautomaten-Ansturm am Wochenende

Die Idee des Kunden: Am besten sollte „Kaufland Automaten ‚sperren‘ für die Leute“, der Lebensmittelriese solle dem Ansturm mit einer Regel „einen Riegel vorschieben“ – gemeint ist damit eine Obergrenze. Eine drastische Maßnahme.

Doch wie viel Pfand ist eigentlich zu viel? Eine Obergrenze, wie viel Pfand Kunden bei Kaufland abgeben können, gibt es nicht, wie das Unternehmen in der Vergangenheit bereits gegenüber echo24.de klargestellt hat. Übrigens muss Kaufland, genauso wie jeder andere Supermarkt und Discounter in Deutschland jegliches Pfand zurücknehmen, unabhängig wo die Flaschen gekauft worden sind. Die einzige Bedingung: Es werden Flaschen aus demselben Material verkauft, Marken sind dabei egal.

Wer also eine Plastikflasche beispielsweise bei Lidl kauft, die Kaufland nicht im Sortiment hat, kann diese dennoch bei Kaufland zurückgeben, da dort generell Plastikflaschen verkauft werden.

In manchen Filialen gibt es inzwischen auch Pfandautomaten mit einem neuen System: Kunden müssen das Leergut in diese nur noch hineinwerfen und der Automat regelt den Rest, wie beispielsweise die Sortierung. Seit Mai 2025 können Kunden in diese innovativen Kaufland-Automaten auch Glasflaschen abgeben. Ein solcher Pfandautomat sorgt für einen deutlich schnelleren Prozess beim Pfand abgeben als die gängigen Automaten.

Kunde regt sich über Automaten-Blockierer auf – neues Pfand-System könnte die Abgabe schneller machen

Laut dem echo24-Leser hätte eine Kaufland-Kundin sogar Pfand in Höhe von 46,50 Euro auf einmal abgegeben, wie sich der Mann empört. In den Augen des Kunden sei das wohl zu viel. Wir rechnen mal nach: 46,50 Euro, das würde insgesamt 186 Mehrwegflaschen bedeuten, auf die in Deutschland 25 Cent fällig werden (zum Beispiel auf Cola-oder Wasser-Flaschen). Das klingt zunächst viel.

Wäre das die Pfandabgabe für eine vierköpfige Familie nach zwei Wochen (geteilt durch vier und 14 Tage), sind das etwas mehr als drei Flaschen, die sich am Tag und pro Person ansammeln. Geben Kunden gleich ganze Kisten statt einzelner Flaschen ab, kommt die Summe deutlich schneller zusammen. Denn auf eine Kiste werden zusätzlich in der Regel 1,50 Euro fällig. Wer eine Kiste Wasser mit zwölf Flaschen kauft, zahlt also 4,50 Euro Pfand. Die Abgabe entspricht etwa zehn Kisten. Vor allem in einem Mehrpersonenhaushalt sammelt sich das Pfand schnell im Keller.

Kaufland arbeitet bereits daran, die Pfandabgabe schneller zu machen. Regional testete Kaufland in der Vergangenheit neue Pfandautomaten. Dabei handelt es sich um ein Multi-Feed-System des Herstellers „Tomra“. Kunden können das gesamte Pfand gleichzeitig in einen Schacht einwerfen, statt einzeln abzugeben – ein kontinuierliches Förderband kümmert sich um den Rest. Ausgerollt sind diese Automaten allerdings noch nicht.

Viel los beim Einkaufen am Wochenende: Wann es bei Kaufland leerer ist

Generell kann es zu bestimmten Zeiten beim Einkaufen schnell voll werden. Dazu zählen Samstage, die für viele Arbeitnehmer frei sind. Bereits ab Freitagnachmittag nimmt die Zahl der Kunden zu. Logisch: Wer unter der Woche arbeitet, erledigt große Wocheneinkäufe gerne am Wochenende – und kümmert sich scheinbar gesammelt um die Pfandabgabe. Laut Business Insider kaufen mehr als die Hälfte aller Verbraucher am Wochenende ein. 

Auch gegen frühen Abend wird es unter der Woche beim Einkaufen schnell voll, wenn viele Arbeitnehmer auf einmal Feierabend haben. Doch es gibt auch Zeiten, in denen stressfreier eingekauft werden kann und weniger in den Kaufland-Filialen los ist. Von Montag bis Donnerstag ist einkaufen etnspannter als Freitag und Samstag. Und um welche Uhrzeit ist es leerer?

Für einen anderen Beitrag erklärte Kaufland auf echo24-Nachfrage: „Um die Mittagszeit ist es in den Märkten am vollsten und auch am frühen Morgen ist der Andrang am größten.“ Ein guter Tipp sei es „daher, zwischen 9 und 11 Uhr und zwischen 14 und 16 Uhr einzukaufen“. Wer also den großen Ansturm am Pfandautomaten bei Kaufland am Wochenende umgehen möchte, sollte seine eigene Pfandabgabe lieber anders timen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Daniel Scharinger/Collage: echo24.de

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