Anstieg um mehrere Prozent

Krankenkassenbeiträge explodieren: Erste Prognosen – so teuer soll es 2025 werden

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Die Prognosen sehen schlecht aus: Die Krankenkassenbeiträge sollen 2025 steigen – und das gleich um mehrere Prozent. Womit müssen Versicherte rechnen?

Auf Verbraucher kommen 2025 einige Änderungen zu – vor allem in Sachen Geld. So dürfen sich manche Arbeitnehmer durch eine Änderung beim Netto-Lohn über mehr Gehalt auf dem Konto freuen. Andere hingegen müssen mit mehr Abgaben und weniger Geld rechnen. Eine Neuerung wird wohl alle gleichermaßen treffen. Denn: Die Krankenkassenbeiträge sollen steigen – und das gleich um mehrere Prozent!

Krankenkassenbeiträge sollen 2025 steigen: Erste Prognosen – damit müssen Versicherte rechnen

Gründe für die steigenden Beiträge gibt es gleich mehrere: Milliardendefizite bei den gesetzlichen Krankenkassen durch teure Gesetze, hohe Ausgaben im Gesundheitswesen sowie stark gestiegene Leistungsausgaben privater Krankenversicherungen. Für 2025 stehen in der gesetzlichen (GKV) und in der privaten Krankenversicherung (PKV) erhebliche Beitragserhöhungen an.

Experten des sogenannten Schätzerkreises haben errechnet, dass der durchschnittliche sogenannte Zusatzbeitrag im kommenden Jahr um 0,8 auf 2,5 Prozentpunkte angehoben werden muss, wie das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn am Mittwoch mitteilt. „Politico“ hatte zuvor berichtet. Vor allem für Besserverdienende würde die jährlichen Mehrkosten von mehreren hundert Euro bedeuten.

Und auch in der PKV sehe es älteren Prognosen zufolge nicht besser aus. Für 2025 werde laut „dpa“ eine durchschnittliche Beitragserhöhung von 6,5 Prozent erwartet.

Für viele Menschen, die aufgrund von gestiegenen Lebenshaltungskosten, explodierten Lebensmittelpreisen, vervielfachten Energiekosten und Zinsen auf Rekordhoch ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand stehen, bedeuten diese Entwicklungen eine zusätzliche Belastung, die kaum noch zu bewältigen ist.

Krankenkassenbeiträge sollen erhöht werden – was können Versicherte tun? Experte gibt Tipps

„Dagegen wehren können sich Versicherte nicht – vielmehr ist jeder Deutsche zur Mitgliedschaft in einer Krankenkasse verpflichtet und für die kommenden Jahre werden weitere Beitragserhöhungen prognostiziert“, erklärt Dieter Homburg des Fachzentrums Finanzen AG & Co.KG.

Doch was können Versicherte tun? Kommt das Erhöhungsschreiben der Krankenversicherung, sehen sich Versicherte meist machtlos dagegen. Allerdings räumt der Gesetzgeber die Möglichkeit ein, den Tarif in der eigenen Versicherung zu wechseln und so sein bestehendes Leistungsangebot zu optimieren. Schließlich darf rechtlich gesehen jeder Versicherte zu einem günstigeren Tarif wechseln. Der Versicherungsexperte Dieter Homburg rät laut „dpa“:

  • Regelmäßig einen Tarifwechsel in Betracht ziehen:
  • Leistungen vergleichen
  • Fehler vermeiden
  • Qualität des Versicherers prüfen
  • Ersparnisse durch Tarifwechsel sinnvoll nutzen

Experten-Einschätzung zur Erhöhung der Krankenkassenbeiträge verzögert sich

Bislang handelt es sich allerdings lediglich um Prognosen, wie hoch die Krankenkassenbeiträge ausfallen sollen – um wie viel Prozent sie letztendlich wirklich steigen werden, ist noch nicht im Detail klar. Die erwartete Prognose des Schätzerkreises zum rechnerisch notwendigen Zusatzbeitrag bei den gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr wird voraussichtlich erst am Mittwoch vorliegen.

Ein Sprecher des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) teilte am Dienstagabend mit, die Beratungen des Schätzerkreises dauerten an. Er verwies auf eine schwierige finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung, eine hohe Dynamik der Ausgaben der Kassen und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. 

Es wird damit gerechnet, dass die Experten errechnen, dass der Zusatzbeitrag im kommenden Jahr spürbar angehoben werden muss. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte im September bereits mitgeteilt, dass er für 2025 von mit einem Zusatzbeitragssatz von mindestens 2,3 Prozent ausgeht. Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz lag im August bei 1,78 Prozent, wie das Bundesgesundheitsministerium mitgeteilt hatte.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Karina Hessland