Schwarz-Gruppe über Zukunft
Einkaufen in „Smart Stores“: So funktioniert KI im Supermarkt
VonMichaela Ebertschließen
Einkaufen mithilfe Künstlicher Intelligenz – teilweise wird sie von Händlern bereits genutzt, teilweise sollen neue Konzepte die Zukunft revolutionieren. Wie sieht das bei den Schwarz-Unternehmen Kaufland und Lidl aus?
Die Zukunft des Einkaufens liegt in der Künstlichen Intelligenz (KI). Das zumindest geht aus Zukunfts-Konzepten hervor, die im Juli im Rahmen der „Retail Innovation Days 2023“ auf dem Heilbronner Bildungscampus vorgestellt wurden. „Smart Stores“ – KI-gesteuerte Einkaufsläden ganz ohne Personal – sollen das Einkaufen in Zukunft revolutionieren.
Langes Schlange-Stehen an den Supermarkt-Kassen könnte somit schon bald der Vergangenheit angehören – der Einkauf soll einfacher und vor allem schneller ablaufen. Denn: Die System-KI sorgt dafür, dass Kunden die gewünschten Artikel einfach in ihren Warenkorb legen und den Laden anschließend ohne den konventionellen Bezahlvorgang an der Kasse verlassen können. Über die KI wird der zu zahlende Betrag dann vom Kundenkonto abgebucht. Insgesamt neun Läden dieser Art gibt es in Deutschland bereits.
Aldi und Edeka mit Smart-Store-Konzepten: Wie sieht es bei Kaufland und Lidl aus?
Und wie sieht es bei der Schwarz-Gruppe aus? Zu dem Neckarsulmer Unternehmen gehören auch Discounter-Riese Lidl und Supermarkt-Gigant Kaufland. Deren direkte Konkurrenten Aldi und Edeka testen bereits solche Stores, wie zum Beispiel auch den Edeka-Store „E24/7“ in Offenburg, wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet. Doch wie stehen die beiden Handelsunternehmen aus dem Heilbronner Landkreis dazu?
„Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen im Bereich sehr genau, ein Roll-out ist aber nicht geplant“, erklärt Jo-Lukas Hoffmann, Pressesprecher der Schwarz-Gruppe auf echo24-Nachfrage. Smart Stores der Marke Kaufland und Lidl wird es also in naher Zukunft nicht geben.
„shop.box“ und „collect.box“ – Smart-Store-Projekte der Schwanz-Gruppe in Heilbronn
Allerdings befinden sich bereits seit 2021 zwei Pilotprojekte des Mutter-Konzerns auf dem Heilbronner Bildungscampus. Die shop.box und collect.box sind laut Hoffmann „Forschungsprojekte mehrerer Unternehmen der Schwarz Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Bildungscampus Heilbronn.“
Was kann man in den Smart Stores der Schwarz-Gruppe kaufen und wer darf sie nutzen?
„Mit den auf dem Campus realisierten, innovativen Store-Konzepten wird den Studenten eine Live-Test-Umgebung geboten, bei der sie erste Erfahrungen mit der neuen Technik sammeln können. So wurde beispielsweise das angebotene Sortiment von den Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg entwickelt und ist speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten“, so Hoffmann. „Die shop.box und collect.box können ausschließlich von Studenten und Mitarbeitern des Bildungscampus sowie von Mitarbeitern der Unternehmen der Schwarz Gruppe genutzt werden.“
„In der shop.box können auch mehrere Kunden gleichzeitig einkaufen. Bei der collect.box kann im Unterschied zu den bisherigen Automatenlösungen eine Vorbestellung via App erfolgen. Bezahlt wird die Ware bei der Abholung mit den hinterlegten Zahlungsdaten.“
KI „weiter untersuchen und fördern“ – Schwarz-Gruppe über Zukunftspläne
Doch auch außerhalb der Smart Stores werde laut Hoffmann KI in den Schwarz-Handelsunternehmen genutzt. Sie diene vor allem dazu, „digitale Lösungen und neueste technologische Errungenschaften zu nutzen, um den Geschäftsbetrieb und die Prozesse zu optimieren sowie das Einkaufserlebnis der Kunden zu verbessern.“ KI begleitet uns also schon beim Einkaufen, ohne, dass wir es wirklich merken.
Sie trägt beispielsweise dazu bei, Prozesse effizienter ablaufen zu lassen: „Vom Supply-Chain-Management über Warenwirtschaft und Logistik bis hin zur Interaktion mit den Kunden von Lidl und Kaufland.“ Was die Zukunft bringen wird, bleibt jedoch spannend: „Künstliche Intelligenz birgt großes Potenzial, weshalb wir sie weiter untersuchen und fördern werden.“
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