Rentenpolitik in Deutschland
Mütterrente 3 als teures Wahlgeschenk: Rentenversicherung übt Kritik
VonJuliane Reyleschließen
Seit der Bundestagswahl sorgen Politiker und Parteien für Diskussionen. Aktuell ist die Mütterrente 3 in Planung. Doch diese stößt auch auf Ablehnung.
Die geplante Ausweitung der Mütterrente sorgt aktuell für heftige Diskussionen. Während CDU, CSU und SPD die Reform als wichtige Anerkennung für Mütter preisen, warnt die Deutsche Rentenversicherung öffentlich vor massiven finanziellen Belastungen. Die Mütterrente 3 soll für einige sogar finanzielle Nachteile bringen. Doch was steckt wirklich dahinter? echo24.de fasst zusammen.
Mütterrente 3 eine Milliardenschwere Reform ohne klare Finanzierung?
Union und SPD haben in ihrem Sondierungspapier festgelegt, dass alle Mütter, unabhängig vom Geburtsjahr ihrer Kinder, drei Erziehungsjahre bei der Rente angerechnet bekommen sollen. Bisher galt dies nur für Kinder, die nach 1992 geboren wurden. Eine Verbesserung? Für die betroffenen Mütter ja! Aber die Kosten könnten enorm sein.
Laut der Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, würde dies rund fünf Milliarden Euro pro Jahr kosten. Im Sondierungspapier gebe es aber keine Angaben zur Finanzierung, berichtet der Tagesspiegel. Roßbach fordert deshalb, die Kosten aus Steuermitteln zu decken. Andernfalls drohe eine Erhöhung des Rentenbeitrags. Aber lohnt sich die Mütterrente 3? Gewinner, Verlierer und Kosten im Überblick.
Mütterrente 3 bringt Milliarden-Kosten, aber nur 20 Euro pro Monat für Mütter
Die Kritik der Rentenversicherung ist deutlich: Durch die Reform würde der Beitragssatz bis 2027 auf über 19 Prozent steigen, bei vergleichsweise geringem Nutzen für die Betroffenen. Laut Roßbach würden Mütter im Schnitt nur 20 Euro mehr Rente im Monat erhalten, wie ZDF berichtet.
Ob eine derart teure Reform wirtschaftlich sinnvoll ist, bleibt fragwürdig. Die Rentenkasse sei der falsche Ort, um Ungerechtigkeiten aus der Vergangenheit und unvollständige Erwerbsverläufe nachträglich heilen, warnt Roßbach weiter, wie Tagesspiegel schreibt.
Die Ausweitung der Mütterrente war ein zentrales Anliegen der CSU. Im Sondierungspapier haben CDU, CSU und SPD laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vereinbart: „Wir vollenden die Mütterrente mit drei Rentenpunkten für alle.“ Wie Spiegel schreibt, bemängeln Ökonomen jedoch, dass es sich hierbei um ein teures Wahlgeschenk handelt, das langfristig die Stabilität der Rentenkasse gefährdet.
Friedrich Merz sorgt aber auch mit anderen Plänen für Kritik, er plant eine Kürzung des Kindergelds, manche Familien trifft es besonders.
Wer zahlt am Ende die Rechnung für die Mütterrente 3?
Die geplante Reform der Mütterrente mag vielen gerecht erscheinen, ohne eine klare Finanzierung bleibt sie aber ein Wagnis. Entweder steigen die Beiträge zur Rentenversicherung oder der Staat muss tief in die Steuerkasse greifen. Ob die Reform wirklich der richtige Weg ist oder nur ein populistisches Wahlversprechen, bleibt abzuwarten. Generell sind 2025 wichtige Renten-Änderungen geplant, die 21 Millionen Senioren betreffen.
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