Reform in Deutschland

Neue Grundsteuer: Diese Kosten kommen 2025 auf Hausbesitzer zu

  • VonSophia Lavcanski
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Die Grundsteuer soll ab Januar 2025 reformiert werden. Derzeit variieren die Kosten zwischen deutschen Städten extrem – ändert sich das bald?

Wohnen ist in vielen deutschen Städten aktuell so teuer wie noch nie: Ein Ranking mit erschreckenden Ergebnissen zeigt, in welchen Städten am meisten vom Gehalt für die Miete weggeht. Doch auch Immobilien-Besitzer müssen oft tief in die Tasche greifen, beispielsweise wenn es um die Grundsteuer geht. Diese kann zwischen Städten stark variieren. Mancherorts zahlen Hauseigentümer hundert Euro mehr als im Nachbarort.

Wie kommt das? Zunächst wird der Wert des Grundstücks bestimmt. Dafür werden Faktoren wie die Qualität des Bodens und die statistische Kaltmiete der Gemeinde herangezogen. Außerdem werden mögliche Wertsteigerungen einkalkuliert. Gemeinden haben zudem die Möglichkeit, mit den sogenannten Hebesätzen, die Grundsteuer nicht anzuheben. Durch die Änderung im kommenden Jahr könnten sich die Kosten verändern.

Reform der Grundsteuer: Diese Änderung kommt auf Immobilien-Besitzer 2025 zu

Grund für die Reform, die ab 2025 gelten wird, sind die veralteten Zahlen, die für die Berechnung der Grundstückswerte bislang herangezogen werden. Laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur (dpa) werden die Werte in Ostdeutschland anhand von Zahlen aus dem Jahr 1935 berechnet. In Westdeutschland orientieren sich die Grundstückswerte immerhin an Zahlen aus dem Jahr 1964.

In Zukunft sollen je nach Bundesland verschiedene Methoden angewendet werden. Doch auch diese sind nicht unstrittig und haben bereits zu ersten Klagen geführt. Eines soll jedoch auch 2025 gleich bleiben: Kommunen haben weiterhin mit den Hebesätzen das letzte Wort, denn für sie ist die Grundsteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen und machte vor der Corona-Krise etwa 15 Prozent der Steuereinnahmen aus. Das berichtet „dpa“.

Grundsteuer-Reform ab 2025: Das ändert sich für Mieter

Prinzipiell betrifft die jährliche Steuer auf Besitz von Grundstücken und Gebäuden zwar Hausbesitzer. Wer Wohnungen in der Immobilie vermietet, kann die Grundsteuer über die Nebenkostenabrechnung auch auf Mieter umlegen. Letztendlich ist vom Grundstück, dem Gebäude und dem kommunalen Hebesatz anhängig, wie viel man zahlt.

Reform ab 2025: So unterschiedlich fällt die Grundsteuer in deutschen Städten aus

Wie die Lage in den hundert größten Städten Deutschland zuletzt aussah, hat das Beratungsunternehmen „Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult“ im Auftrag des Eigentümerverbands Haus und Grund untersucht. Während die günstigste Grundsteuer für ein typisches Einfamilienhaus im bayerischen Regensburg zuletzt bei gerade einmal 335 Euro pro Jahr lag, waren es im teuersten Gebiet „Witten“ in Nordrhein-Westfalen satte 771 Euro, so die Studie laut „dpa“.

Nach Regensburg war die zweitgünstigste Stadt Koblenz, gefolgt von Erlangen, Ulm sowie Düsseldorf und Ratingen, die sich Platz 5 teilen. Die nach Witten zweitteuerste Stadt ist Offenbach am Main, gefolgt von Mülheim an der Ruhr, Darmstadt und Duisburg. Insgesamt lag die Grundsteuer im Durchschnitt bei 499 Euro pro Jahr, was im Vergleich zu der Zahl von 2021 einem Anstieg von 4,5 Prozent entspreche.

Höhere Kosten durch Grundsteuer-Reform? Diese Änderung droht ab 2025

Bei der Untersuchung wurde neben den ermittelten Grundsteuern auch erfasst, dass in 26 der 100 Städte der Hebesatz seit 2021 erhöht wurde. Berlin habe laut „dpa“ im Juni beschlossen, den Hebesatz ab 2025 deutlich zu senken. Insgesamt gehört Bayern mit einem Durchschnittsbetrag von 419 Euro zu den günstigsten Bundesländern, deutliche Erhöhungen habe es vor allem in Rheinland-Pfalz gegeben.

Wie hoch die Grundsteuer ab 2025 für Hausbesitzer ausfällt, hängt von der Reform ab.

Wie sich die im Jahr 2025 eintretende Reform tatsächlich auswirken wird, wissen die wenigsten Hausbesitzer. Der Präsident des Eigentümerverbands Haus und Grund, Kai Warnecke, beschwerte sich zuletzt gegenüber der „Bild am Sonntag“, dass rund 90 Prozent der Immobilienbesitzer diese Information fehle. Seiner Ansicht nach sei das „absurd und echtes Staatsversagen, schließlich hatte der Staat fast sechs Jahre Zeit für die Reform“. Millionen Haushalte sollten sich laut Warnecke jedoch auf deutlich höhere Kosten einstellen.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa