Rente der Oberschicht

Hohe Rente im Alter: Ab wann Senioren in Deutschland als „reich“ gelten

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Je höher die Rente im Alter, desto besser. In Deutschland gibt es aber eine Höchstrente. Gilt ein Ruheständler mit diesem maximalen Einkommen als reich?

Ab welchem Einkommen gilt eine Person in Deutschland als reich? Wenn ein Ferrari vor der Villa steht? Der Begriff „reich“ ist in Deutschland nicht eindeutig definiert. Nach wissenschaftlicher Definition gilt als reich, wer als Single knapp 5.300 Euro netto im Monat in der Tasche hat, so beschreibt es das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Es gibt aber auch andere Werte, ab denen Menschen in Deutschland als reich gelten.

Aber egal welches Einkommen oder welchen Wert man nimmt, sie gelten für die arbeitende Bevölkerung – doch was ist mit den Rentnern? Ab welchem Einkommen gelten sie als „reich“? Schließlich erhält kaum ein Rentner, der allein von der gesetzlichen Rentenversicherung lebt, eine Rente von mehr als 5.000 Euro.

Geld im Ruhestand: Ab welchem Einkommen gelten Rentner als „reich“?

Die Höhe der späteren Rente hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören z. B. das Geburtsjahr, die Anzahl der Beitragsjahre, das Einkommen während des Arbeitslebens, die Entgeltpunkte. So ist die höchste Rente in Deutschland ein rechnerischer Wert, den nur jemand erreichen kann, der mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Bei einem aktuellen Rentenwert von 39,32 Euro wären das laut „vermoegungszentrum.de“ über 3.400 Euro. Konkret wären das 3.443 Euro im Monat.

Rentnerinnen und Rentner, die im Alter tatsächlich eine solche Rente, auch Einkommen genannt, beziehen würden, gelten in Deutschland als reich. Der Grund: Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass ein Alleinverdiener mehr als 3.400 Euro netto im Monat verdienen muss, um zu den obersten zehn Prozent zu gehören. Welche Jahrgänge die höchste Rente bekommen, hat echo24.de bereits in einem anderen Artikel berichtet. Ein alleinstehender Rentner mit einem Nettoeinkommen von 781 Euro oder weniger gilt übrigens als arm, wie Auswertungen von „Statista“ zeigen.

Höchstrente in Deutschland schwer erreichbar – Einkommen muss versteuert werden

Wer im Alter wie viel Rente bekommt, kann man mit der Rentenformel ganz einfach selbst ausrechnen. Kommt dabei eine hohe Summe heraus, ist die Freude meist groß. Viele vergessen aber, dass die Rente auch versteuert werden muss. Das heißt, auch wenn jemand die höchste Rente bekommt, würde er nach Abzug der Steuern rein theoretisch trotzdem nicht als „reich“ in Deutschland gelten – höchstens als „besser gestellt“.

Die Höchstrente ist in Deutschland schwer zu erreichen.

Die Höchstrente ist in der Regel sowieso schwer zu erreichen. Nur wer 45 Jahre lang ununterbrochen ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bezogen hat, erhält die Höchstrente. Das ist aber selten der Fall, schließlich bekommt man während der Ausbildung oder des Studiums nur ein geringes Gehalt. Wer sich nun fragt, ob mehr als 3.443 Euro Rente im Monat möglich sind, muss wissen, dass es eine Obergrenze an Entgeltpunkten gibt, die man pro Jahr erreichen kann, wie die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Homepage berichtet. Wer seine Rente aber aus Versorgungswerken erhält, kann in Deutschland durchaus als reich gelten. Denn die Unterschiede zu „normaler“ Rente sind zum Teil gravierend.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Fotomontage: echo24.de

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