Unter 850 Euro

Laut Rentenreport: Jeder zweiten Rentnerin in Baden-Württemberg droht Altersarmut

  • Anni Gebhard
    VonAnni Gebhard
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Aus einem Rentenreport geht hervor, dass rund jede zweite Frau mit ihrer Rente unter dem Schwellenwert der Grundsicherung bleibt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt vor Altersarmut.

Wer nie gearbeitet hat, bekommt in Deutschland die Grundsicherung. Laut des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) liegt die Schwelle der Grundsicherung bei 850 Euro im Monat. Fast jede zweite Frau in Baden-Württemberg liegt mit ihrer Rente unter diesem Schwellenwert. Der DGB fordert eine stärkere betriebliche Altersvorsorge und fürchtet, dass bei einem „Weiter-So“ der Rentenpolitik der Mitte der Gesellschaft Altersarmut drohen könnte.

Weniger Rente als Grundsicherung: Frauen bei der Rente gegenüber Männer benachteiligt

Wer in seinem ganzen Leben weniger als fünf Jahre gearbeitet hat, dem steht die Grundsicherung zu, da kein Anspruch auf Rente besteht. Wer stattdessen als Mann im Südwesten eine Altersrente bezieht, bekommt laut DGB im Schnitt 1.427 Euro. Frauen hingegen bekommen ohnehin schon weniger Rente, als Männer.

Jetzt geht aus dem Rentenreport des DGB hervor, dass 49,7 Prozent der Rentnerinnen, die 2022 in den Ruhestand gingen, weniger als 850 Euro im Monat erhalten. Bei Männern liegt der Prozentwert bei 25. Das berichtet die „Deutsche Presse Agentur“ (dpa) am Donnerstag.

Bei einem „Weiter-So“: Chef des DGB warnt Mitte der Gesellschaft vor Altersarmut

Kai Burmeister, der Chef des DGB Baden-Württemberg, nannte die Befunde alarmierend. „Wenn jede zweite Rentnerin im Land eine Rente unterhalb des Grundsicherungsniveaus von 850 Euro im Monat erhält, müssen wir uns fragen: Erfüllt die gesetzliche Rente ihre Funktion als zentrale Säule der Alterssicherung?“. Bei einem „Weiter-So“ in der Rentenpolitik drohe der breiten Mitte der Gesellschaft Altersarmut, warnte der DGB-Landeschef gegenüber der „dpa“. 

Rentenniveau sinkt: DGB fordert Tarifbindung und bessere betriebliche Altersvorsorge

Der Auswertung zufolge bekommen Neurentner im Südwesten im Schnitt auch weniger Geld als Menschen, die schon länger in Rente sind. Laut DGB beträgt die durchschnittliche Altersrente von Männern in Baden-Württemberg 1427 Euro pro Monat. Neurentner bekamen im Jahr 2022 durchschnittlich 55 Euro weniger.

Das deute darauf hin, dass zunehmend Männer mit prekären Erwerbsbiografien ins Rentenalter kämen, heißt es in dem Bericht. Auch werde die Rentenpolitik der Vergangenheit mitsamt eines sinkenden Rentenniveaus immer sichtbarer. Der DGB fordert unter anderem mehr Tarifbindung und eine Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 50 Prozent. Eine wichtige Rolle spielt laut Burmeister auch die betriebliche Altersvorsorge. „Diese gilt es auszubauen“, sagte er.

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