Wertvolle Details auf dem Münzbild
Seltene Münzen mit hohem Wert für Sammler: Wie entstehen Fehlprägungen?
VonMichaela Ebertschließen
Sie können für einen Euro, zwei Euro oder 50 Cent gehandelt werden – und dabei wesentlich mehr wert sein. Wenn eine Münze eine Fehlprägung hat, wird sie schnell zu etwas Besonderem. Doch wie kommt es dazu?
Hin und wieder lohnt sich ein besonders eingehender Blick in den Geldbeutel: Befindet sich darin der letzte Groschen für den nächsten Kaffee? Bevor die Münze jedoch über den Tresen wandert, sollten Besitzer diese genauer inspizieren – mit etwas Glück kann das unscheinbarste Geldstück zu echtem Reichtum führen.
Dabei ist es ganz egal, welche Wert auf dem Metallstück eingeprägt wurde. Ob 50-Cent-Stück, oder gar ein oder zwei Euro – bestimmte Einzelstücke können besonders wertvoll sein. echo24.de hat bereits einige Artikel zu den versteckten Kostbarkeiten veröffentlicht: So erkennen Besitzer zum Beispiel, ob es sich um ein besonders wertvolles Exemplar der Zwei-Euro-Münze handelt.
Besonders wertvolle Münzen für Sammler: Fehlprägungen führen zu Seltenheitsgrad
Ausschlaggebend für den wahren Wert des Geldstücks ist häufig nichts weiter als eine Fehlprägung, also ein Fehler in der Herstellung. Bei einer bestimmten Ein-Euro-Münze sorgt dieser winzig kleine Fehler zum Beispiel dafür, dass das Geldstück mit einem Wert von rund 2.500 Euro gehandelt wird. Doch wie kommt es überhaupt dazu?
Diese Arten von Fehlprägungen gibt es bei Münzen
Für fehlerhafte Münzprägungen gibt es sogar einen Fachbegriff: Sammler und Experten sprechen von der sogenannten Numismatik. Gemeint ist damit eine ungewollt entstandene fehlerhafte Münze in der Münzprägung. Die Fehlprägung kann dabei auf verschiedene Weisen zustande kommen, weshalb man in unterschiedliche Fehlerbilder unterscheidet:
- Schrötlingsfehler
- Stempeldrehung
- Dezentrierung
- Moderne Doppelprägung
- Doppelsenkung
- Teil des Münzbilds fehlt
- Lichtenrader Prägung
- Rohling-Fehler
Schrötlingsfehler – bei maschinell hergestellten Münzen besonders wertvoll
Von einem Schrötlingsfehler wird bei einer Münze dann gesprochen, wenn Unreinheiten oder Schäden vorliegen, die bereits vor der Münzprägung entstanden sind – bei der sogenannten Herstellung des Schrötlings. Schrötlinge werden jedoch nicht maschinell hergestellt, weshalb dieses Fehlerbild äußerst selten bei Euro- oder bei Cent-Münzen auftritt.
Generell erkennt man einen Schrötlingsfehler aber zum Beispiel an Unebenheiten, Kerben oder Unreinheiten im Metall. Laut dem Fachportal „cosmos of collectibles“ wirken sich Schrötlingsfehler meist negativ auf den Wert der Münze aus, wenn diese nicht maschinell hergestellt wurde. Ist dies jedoch der Fall, kann eine Münze mit Schrötlingsfehler mehr wert sein, als ihr Wert zunächst verspricht.
Stempeldrehung verursacht fehlerhaftes und wertvolles Münzbild
Bei maschinell hergestellten Münzen trifft man laut „MDM“ jedoch am häufigsten auf die sogenannte „Stempeldrehungen“. Dieser Fehler entsteht, wenn das Münzbild beim Drehen um die Längsachse nicht gerade steht, sondern zwischen 10 Grad bis 350 Grad gedreht wurde. Wird die Münze dabei um 180 Grad gedreht – wodurch sie bei der Prägung völlig auf dem Kopf steht – spricht man auch von einer „französischen Fehlprägung“.
Dezentrierung, Doppelprägung und Doppelsenkung: Wie die Fehlprägungen bei Münzen entstehen
Besonders wertvoll sind Münzen, die eine starke „Dezentrierung“ aufweisen. Dabei wurde der Rohling nicht mittig vom Stempel getroffen, wodurch sich das Münzbild verschiebt. Umso mehr es abweicht, desto höher wird sie gehandelt.
Auch eine sogenannte „Doppelprägung“ kann die Münze schnell wertvoll machen. Der Name resultiert daraus, dass der Prägestempel gleich zweimal hintereinander auf den Rohling geschlagen hat, wodurch sich eine zweite, leicht verschobene Prägung gebildet hat. Häufig erkennen nur erfahrene Sammler die seltene Fehlprägung.
Von einer „Doppelsenkung“ wird dann gesprochen, wenn lediglich nur einzelne Teile des Münzbilds auf der Münze in doppelter Asuführung zu sehen sind. Hierbei hat der fehlerhafte Stempel das Fehlerbild verursacht - häufig in mehrfacher Asuführung.
Teil des Münzbilds fehlt: Ursache kann in der Präge-Maschine liegen
Ebenfalls technischen Ursprung ist der Fall, wenn Teile des Münzbildes nicht mitgeprägt worden sind. Laut „MDM“ handelt es sich dann vor allem um eine Fehlfunktion im Präge-Automaten. Schon ein kleiner Tropfen Öl kann zum Beispiel dafür verantwortlich sein, dass die Münze an der betroffenen Stelle glatt bleibt.
Lichtenrader Prägung und fehlerhafter Rohling: So kommt es zu den Fehlprägungen bei Münzen
Eine Fehlprägung kann auch dann entstehen, wenn es zur sogenannten „Lichtenrader Prägung“. Dabei sind auf einer Seite der Münze häufig spiegelverkehrte Konturen zu sehen. Das kann daher kommen, dass die Prägestempel zuvor versehentlich auseinandergeschlagen sind, ohne dass sich eine Münze dazwischen befand.
Darüber hinaus kann es auch passieren, dass ein falscher Rohling versehentlich in einer Prägeform landet, welche eigentlich für eine andere Wert-Münze vorgesehen war.
Viele der Prägungen sind laut „MDM“ jedoch häufig schwer zu erkennen. Zudem gibt es natürlich auch Fälschungen im Umlauf. Der „MDM“ rät daher vor allem unerfahrenen Münz-Sammlern zu einem Check beim Experten. Doch nicht nur einzelne Münzen können besonders wertvoll. Man mag es kaum glauben, aber wer einen „Null-Euro-Schein“ besitzt, ist in Wirklichkeit steinreich.
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