Rente versteuern

Wann Rentner unbewusst Steuern hinterziehen: Darauf sollten Senioren achten

  • Julia Cuprakowa
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Rentner in Deutschland müssen Steuern zahlen. Allerdings gibt es Freibeträge, die eine Steuerpflicht verhindern können. Bei Zusatzeinkünften wird es jedoch kompliziert.

Ein Thema ist in Deutschland immer aktuell: Steuern. Dass Arbeitnehmer Steuern zahlen müssen, ist allgemein bekannt. Aber auch Rentner müssen sich im Ruhestand mit dem Thema auseinandersetzen und eine Steuererklärung abgeben. Doch nicht jeder Rentner muss Steuern zahlen. Es gibt eine Einkommensgrenze – den Grundfreibetrag – bis zu der Rentner keine Steuern zahlen müssen. Darüber hinaus gibt es einen Rentenfreibetrag. Wer allerdings neben der gesetzlichen Rente noch Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Immobilien bezieht, kommt um die Steuerpflicht nicht herum.

Rente versteuern – wie Senioren unbewusst Steuern hinterziehen

Im Jahr 2022 erhielten Rentner in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Leistungen in Höhe von 363 Milliarden Euro aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Altersvorsorge. Rund zwei Drittel dieser Rentenleistungen, nämlich 241 Milliarden Euro, zählten zu den steuerpflichtigen Einkünften. Damit ist der durchschnittliche Besteuerungsanteil seit 2015 von 55,3 Prozent auf 66,4 Prozent gestiegen.

Angesichts dieser Zahlen schaut der Fiskus besonders genau hin – auch bei Senioren. So machen sich Rentner, die keine Steuererklärung abgeben, obwohl sie dazu verpflichtet sind, wegen Steuerhinterziehung strafbar. Wie viel Steuern Rentner tatsächlich zahlen müssen, hängt von ihrem Geburtsjahr ab. Welche Jahrgänge besonders betroffen sind, darüber hat echo24.de bereits berichtet. Doch woher sollen Senioren eigentlich wissen, ob sie eine Steuererklärung abgeben müssen oder nicht?

Steuer-Identifikationsnummer: Finanzamt hat Rentner im Blick

Laut „investmentsparen.net“ werden säumige Steuerzahler vom Finanzamt schnell ausfindig gemacht. Am 1. Juli 2007 wurde in Deutschland nämlich die Steuer-Identifikationsnummer (IdNr) eingeführt. Unter diesen elf Ziffern speichern die Finanzbehörden alle steuerrelevanten Daten – vom Namen über das Geburtsdatum bis zum zuständigen Finanzamt.

Immer mehr Rentner müssen im Ruhestand eine Steuererklärung abgeben. 

Die Steuer-Identifikationsnummer gilt ein Leben lang und ermöglicht eine lückenlose Auswertung der Einkommensverhältnisse oder des beruflichen Werdegangs. Außerdem können die Finanzämter mit Hilfe der IdNr. potenziell steuerpflichtige Rentnerinnen und Rentner gezielt zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern. Dies geschieht in der Regel per Post.

Rentner im Fokus des Fiskus: Einkommensdaten werden gespeichert

Die Einkommensdaten der Rentner werden beim Bundeszentralamt für Steuern (BzSt) gespeichert. Zu den gespeicherten Informationen gehören neben den Einkünften aus der gesetzlichen Altersrente unter anderem auch Bezüge aus einer Erwerbsminderungsrente oder Auszahlungen von Pensionskassen oder Pensionsfonds.

Erzielt ein Rentner zusätzlich sehr hohe Einkünfte (>100.000 Euro) aus Vermietung, Kapitalvermögen oder privater Altersvorsorge, ist ihm die Aufmerksamkeit des Finanzamts fast sicher. Steuerfrei sind nur Unfall- und Entschädigungsrenten.

Rubriklistenbild: © dpa / imago / Collage: echo24.de

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