Rentenfreibetrag sinkt
Rente versteuern: Einen Jahrgang trifft es besonders hart
- VonVanessa Lutzschließen
Immer mehr Menschen in Deutschland gehen in Rente. Was viele jedoch nicht wissen: Es werden weiterhin Steuern fällig. Einen Jahrgang trifft es besonders hart.
Das Thema Rente wird in Deutschland seit Jahren diskutiert: Der hohen Zahl an älteren Menschen stehen deutlich weniger Jüngere gegenüber. Gleichzeitig müssen die Jüngeren aber die Rente der Älteren finanzieren. Die Bundesregierung will mit dem Rentenpaket II gegensteuern.
Zahlreiche Reformen sollen auch in Zukunft das System auch auf solide Beine stellen. An dem Vorhaben gibt es aber auch Kritik, wie echo24.de berichtete. Viele Menschen, die in den nächsten Jahren in Rente gehen, stellen sich aber schon jetzt die Frage, wie sich die Steuern auf die Rente auswirken werden.
Steuern auf die Rente:zahlen: Diese Regeln gelten in Deutschland
Laut aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gibt es derzeit in Deutschland etwa 21 Millionen Rentner. Deren Renteneinkünfte wurden im Jahr 2024 um 4,57 Prozent angepasst und das erstmals in den neuen und alten Bundesländern gleichermaßen. Zusätzlich erhalten einige Rentner in diesem Jahr einen Inflationsausgleich.
Im Jahr 2022 haben Rentner in Deutschland Leistungen in Höhe von 363 Milliarden Euro aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Rente erhalten, so das Statistische Bundesamt 2023. Rund zwei Drittel dieser Rentenleistungen, also 241 Milliarden Euro, zählten zu den steuerpflichtigen Einkünften. Seit 2015 ist der durchschnittliche Besteuerungsanteil damit von 55,3 Prozent auf 66,4 Prozent gestiegen.
Dieser Jahrgang muss die Rente voll versteuern
Das bedeutet: Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben. Und dazu sind Rentner grundsätzlich auch verpflichtet, wenn der steuerpflichtige Teil der Jahresbruttorente den Grundfreibetrag übersteigt, erklärt die „Vereinigte Lohnsteuerhilfe“.
Bei Renten, die spätestens im Dezember 2005 begannen, wurden 50 Prozent der Bruttorente als steuerpflichtiges Einkommen angesetzt. Der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente steige Jahr für Jahr für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte bis 2020, schreibt die Deutsche Rentenversicherung.
Bei Ruheständlern, die 2020 in Rente gegangen sind, seien es somit 80 Prozent, 2021 sind es 81 Prozent und 2022 82 Prozent, also nur noch 1 Prozentpunkt Steigerung pro Jahr. Danach erhöhe er sich jeweils nur noch um einen halben Prozentpunkt.
Daraus folgt, dass Menschen, die im Jahr 2058 oder später in Rente gehen werden, ihre Rente grundsätzlich voll versteuern müssen. Das würde, zumindest wenn das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren bestehen bleibt, die Jahrgänge betreffen, die um 1991 geboren worden sind.
Steuern von Ruheständlern: Wann der Rentenfreibetrag greift
| Jahr des Rentenbeginns | Besteuerungsanteil / Rentenfreibetrag |
|---|---|
| 2024 | 83 Prozent / 17 Prozent |
| 2025 | 83,5 Prozent / 16,5 Prozent |
| 2026 | 84 Prozent / 16 Prozent |
| 2027 | 84,5 Prozent / 15,5 Prozent |
| 2028 | 85 Prozent / 15 Prozent |
| 2029 | 85,5 Prozent / 14,5 Prozent |
| 2030 | 86 Prozent / 14 Prozent |
Freuen können sich also diejenigen, die bis 2057 erstmals Rente bekommen. Für jene gilt noch der Rentenfreibetrag, den das Finanzamt berechnet. Das ist der Teil der Rente, der nicht versteuert wird. Der steuerfreie Teil der Rente wird in den kommenden Jahren für jeden Rentenjahrgang immer kleiner, bis 2058 alle Neurentner ihre Renten zu 100 Prozent versteuern müssen. Einen Überblick über die geplante Entwicklung des Rentenfreibetrags in den kommenden Jahren liefert die „Vereinigte Lohnsteuerhilfe“:
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