Wegen „Shrinkflation“
Sticker geben Hinweise im Supermarkt: Kunden vor Mogelpackungen gewarnt
VonMichaela Ebertschließen
Weniger Inhalt, gleicher Preis: In den vergangenen Monaten sind Mogelpackungen immer häufiger aufgetaucht. Eine Supermarktkette versucht deshalb Kunden zu warnen – mit Stickern.
Sticker, Aufkleber, Label – nahezu überall sind sie zu finden. Mancherorts werden sie illegalerweise angebracht, andernorts sollen sie ein klares Statement setzen. Und bald könnten Verbraucher sie vielleicht auch vermehrt beim Einkaufen finden. Ein französischer Supermarkt prescht bereits vor und setzt mit bestimmten Aufklebern ein Zeichen.
Und vorab: Nein, gemeint sind natürlich nicht die beliebten „Nett hier“-Stickern, die immer wieder im Ausland auftauchen. Vielmehr handelt es sich bei den Aufklebern um nützliche Hinweise für die Supermarkt-Kunden: Mit bestimmten Labeln sollen diese nämlich sogenannte Mogelpackungen besser enttarnen können.
Warnung vor „Shrinkflation“: Weniger Inhalt bei gleichem Preis – Hersteller tricksen mit Mogelpackungen
Ein Vorstoß in Sachen Verbraucherschutz also. Das könnte es wohl auch bald in Deutschland geben. Denn derzeit wird dort ein neues Gesetz erarbeitet, welches die sogenannte „Shrinkflation“ stoppen könnte – dann wäre auch hier Schluss mit der Verpackungsmogelei.
„Shrinkflation“ – Wortspiel zur Verpackungsmogelei
„Shrinkflation“ ist ein Wortspiel, welches sich aus dem englischen Wort „to shrink“ und „Inflation“ zusammensetzt. „To shrink“ bedeutet so viel wie „schrumpfen“. Zur „Shrinkflation“ kommt es, wenn Hersteller anstatt die Preise zu erhöhen, einfach weniger Inhalt zum alten Preis verkaufen.
Diese hatte im vergangenen Jahr besonders stark zugenommen. Hersteller begründen das mit den gestiegenen Energiepreisen, nachhaltigeren Verpackungen und natürlich der Inflation. Steigende Preise stoßen jedoch nicht nur bei Kunden, sondern auch bei den Supermarkt-Ketten auf wenig Begeisterung. Wie Armin Valet, Experte der Verbraucherzentrale Hamburg, gegenüber dem „Handelsblatt“ erklärt, sehen sich Hersteller deshalb zu der Mengenreduzierung gezwungen.
Mogelpackungen beim Einkaufen nur schwer zu erkennen: Supermarkt bringt Sticker an
Oftmals sind die verkauften Mogelpackungen für Kunden allerdings nur schwer als solche zu erkennen. Seit Mitte September werden sie deshalb bei Carrefour gekennzeichnet. In allen französischen Filialen werden deshalb insgesamt 26 Produkte mit Stickern mit dieser Aufschrift gekennzeichnet: „Bei diesem Produkt ist das Volumen oder Gewicht gesunken und der effektive Preis des Lieferanten gestiegen“.
Der Händler will damit auch den Druck auf die Hersteller erhöhen. Im Vorfeld hatte es bereits Verhandlungen mit den Großkonzernen Nestlé, Pepsi und Unilever gegeben, wie das „Handelsblatt“ berichtet.
Wie das angestrebte Gesetz in Deutschland umgesetzt werden soll, ist natürlich noch nicht klar. Die Sticker vom französischen Supermarkt Carrefour könnten jedoch ein kluges Vorbild für Lidl, Kaufland und Co. sein.
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