Folgen für das Erbe

Wodurch wird ein Testament ungültig? Das sind die häufigsten Fehler beim Vererben

  • VonMilea Erzinger
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Wenn ein Testament nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht, kann es für ungültig erklärt werden. Das hat erhebliche Folgen für die Erben. Was Betroffene wissen müssen.

Ein Testament ist ein wichtiges Dokument, das regelt, wem nach einem Todesfall was zusteht. Ansonsten gilt in Deutschland die gesetzliche Erbfolge. Aber was passiert, wenn ein Testament ungültig ist? Das kann vor allem den Pflichtteil und die gesetzliche Erbfolge stark beeinflussen. Um spätere Probleme und Erbstreitigkeiten zu vermeiden, sollten die häufigsten Gründe für ungültige Testamente beachtet werden.

Der Letzte Wille: Wann ist ein Testament ungültig?

Ein Testament ist in Deutschland dann ungültig, wenn es nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Das kann verschiedene Gründe haben, wie Formfehler, Testierunfähigkeit oder Anfechtung. Wenn ein Testament ungültig ist, wird der letzte Wille des Verstorbenen nicht rechtskräftig umgesetzt, so die „Kanzlei Grigat“.

Was sind die häufigsten Fehler bei Testamenten?

Ein häufiger Grund für ein ungültiges Testament sind Formfehler. Ein Testament muss handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, ist das Testament ungültig, erklärt die „Sparkasse“. Ein Testament, das maschinell oder auf einem Computer geschrieben wurde, erfüllt diese Anforderungen nicht.

Der Verfasser eines Testaments muss außerdem testierfähig sein. Das heißt, er muss die Bedeutung seiner Entscheidungen verstehen können. Testierunfähigkeit kann beispielsweise durch geistige Störungen oder Bewusstseinsstörungen bedingt sein, so „anwalt.org“. Wenn der Erblasser zum Zeitpunkt der Testamentserstellung nicht in der Lage war, seinen letzten Willen zu erfassen, kann das Testament ungültig sein. Nach deutschem Gesetz gelten auch Personen unter dem 16. Lebensjahr als testierunfähig.

Ein Testament kann auch angefochten werden, wenn jemand glaubt, dass es unter Zwang, Täuschung oder Fälschung entstanden ist. Hierfür muss eine spezielle Anfechtungserklärung abgegeben werden, erklärt die „Kanzlei Grigat“. Dies kann dazu führen, dass das Testament für ungültig erklärt wird und die gesetzliche Erbfolge anstelle des Testaments greift.

Ein Testament ist auch dann ungültig, wenn es sittenwidrig ist oder gegen ein gesetzliches Verbot verstößt. Das kann der Fall sein, wenn jemand die Notlage des Erblassers ausnutzt, um sich Vorteile zu verschaffen. Ein typisches Beispiel für Sittenwidrigkeit ist, wenn der Erblasser seinen Geliebten als Haupterben einsetzt und damit seinen Ehepartner benachteiligt.

Ein Testament verstößt auch gegen geltende Gesetze, wenn der Erblasser kurz vor seinem Tod das Pflegepersonal in seinem Testament berücksichtigt, so „Legal Rechtsanwalts GmbH“. Wer sein Testament allerdings ungültig machen möchte, der fragt sich wohl eher: Reicht schreddern, verbrennen oder zerreißen aus?

Es existieren viele Gründe, warum ein Testament als ungültig angesehen wird.

Pflichtteil als Schutz für nahe Angehörige trotz Testament

Der Pflichtteil in einem Testament ist ein gesetzlicher Anspruch, der nahe Angehörige wie Kinder und Ehepartner vor vollständiger Enterbung schützt. Auch wenn sie nicht im Testament berücksichtigt sind, können sie ihren Pflichtteil einfordern. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs, so die „Kanzlei Grigat“. Dieser Anspruch gilt unabhängig davon, ob das Testament gültig oder ungültig ist.

Es ist wichtig zu wissen, welche rechtlichen Schritte unternommen werden können, wenn ein Testament ungültig ist. Dazu gehört die Anfechtung beim Nachlassgericht, die Prüfung auf Fehler und die Einhaltung der Verjährungsfrist, erklärt „anwalt.de“. Was nach dem Tod mit offenen Rechnungen passiert, berichtet echo24.de.

Rubriklistenbild: © dpa & IMAGO Steinach

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