Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Polen-Tief bringt die Wetter-Kehrtwende – Sommerstart droht zu kippen
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Die Wetterlage kippt – Regen, Gewitter und Abkühlung drohen zum Monatsende. Zum Sommerstart droht der Wetterwechsel. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Nach Wochen mit viel Sonne und überdurchschnittlich hohen Temperaturen scheint sich das Wetter nun spürbar zu verändern. Laut dem Wetterdienst wetter.net zeigt sich, dass das bislang wetterbestimmende Hochdruckmuster aufweicht und Tiefdruckgebiete zunehmend Einfluss gewinnen. Besonders ein Tiefdruckgebiet über Polen sorgt in den kommenden Tagen für deutlich wechselhafteres Wetter.
In den nächsten sieben Tagen sind im Osten Deutschlands verbreitet 20 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Auch wenn der Westen bisher vom Schauerwetter weitgehend verschont blieb, könnten auch dort am Wochenende vermehrt Regenschauer auftreten. Offenbar bewegt sich das Tief etwas weiter westlich voran als zunächst erwartet. Die Folge: mehr Wolken, mehr Regen – und ein deutlicher Knick in der bisherigen Entwicklung hin zu frühsommerlich stabilem Wetter.
Tief aus Polen bringt deutliche Umstellung der Wetterlage: Ende der Frühsommer-Illusion?
Die neuesten Wetterprognosen deuten darauf hin, dass sich in den letzten zehn Maitagen ein nachhaltiger Wetterwechsel vollzieht. Während in den Medien teils schon von einem Hitzesommer mit bis zu 40 Grad und anhaltender Trockenheit die Rede war, sieht es aktuell eher nach einer anderen Entwicklung aus. Statt eines stabilen, heißen Starts in den Sommer scheint sich eine zunehmend unbeständige Wetterlage durchzusetzen.
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Vor allem zum Monatsende könnten kühlere Luftmassen dominieren, begleitet von Regen und einzelnen Gewittern. Sollte sich dieses Muster etablieren, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Großwetterlage pünktlich zum meteorologischen Sommerbeginn am 1. Juni komplett umstellt. Dann droht womöglich das Gegenteil des Frühlings: Statt Dauerhoch folgt Dauerregen – mit allen Folgen für Freizeit, Landwirtschaft und Natur.
Möglicher Wetterwechsel steht bevor: Ein nasser Start in den Sommer?
Noch ist das Szenario eines durchweg nassen und kühlen Sommers nicht in Stein gemeißelt. Doch die Anzeichen für eine instabilere Wetterphase mehren sich. Schon das kommende Wochenende dürfte im Osten und Teilen des Westens von Schauern und Gewittern geprägt sein. Die Modelle zeigen auch für die kommende Woche einen Fortbestand der wechselhaften Tendenzen.
Vor allem in der letzten Maidekade steigt die Wahrscheinlichkeit für flächendeckende Regenfälle und eine markante Abkühlung. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, wäre ein frischer und feuchter Start in den meteorologischen Sommer durchaus realistisch. Ob daraus tatsächlich ein durchweg wechselhafter Sommer entsteht, bleibt abzuwarten – doch die Wetterlage bleibt vorerst spannend und alles andere als berechenbar.
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