Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Sommer-Wetter hat es in sich: Sahara-Hitze rollt im Zwei-Tage-Takt über Deutschland
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Nach einem verregneten Start explodiert der Juni 2025 mit Hitzespitzen – und es ist kein Ende der Wetterextreme in Sicht. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Zu Monatsbeginn sah es nicht danach aus, als würde dieser Juni in die Wettergeschichte eingehen. Vielerorts dominierten Regen, dichte Wolken und vergleichsweise kühle Temperaturen. Doch was sich seit Mitte des Monats entwickelt hat, ist außergewöhnlich: Die Temperaturen stiegen sprunghaft an, und besonders im Südwesten Deutschlands wurden regelrechte Hitzerekorde gemessen.
Sahara-Hitze rollt über Deutschland: Temperaturen bis 36 Grad – Juni reißt Wetter-Rekorde
Am vergangenen Sonntag (22. Juni) kletterte das Thermometer in Saarbrücken auf über 36 Grad. Zwar brachte der Montag (23. Juni) kurzzeitig leichtere Abkühlung, doch schon ab Dienstag (24. Juni) meldet sich der Hochsommer mit voller Kraft zurück. Besonders der Mittwoch (25. Juni) verspricht erneut Spitzenwerte bis 36 Grad – vor allem im Südwesten und in Teilen der Mitte Deutschlands.
Wetterlage festgefahren: Hitzeschübe alle zwei Tage
Die aktuelle Großwetterlage ist festgefahren. Immer wieder erreichen heiße Luftmassen aus Südwesteuropa und der Sahara den mitteleuropäischen Raum. Dieses Muster – Hitzeschub, kurze Verschnaufpause, nächster Hitzeschub – wiederholt sich derzeit in einem Rhythmus von zwei bis drei Tagen. Während es im Norden und an der Küste vergleichsweise mild bleibt, leiden weite Teile Süd- und Mitteldeutschlands unter Dauerhitze.
Die Folge: Wohnräume und Gebäude heizen sich zunehmend auf, nachts kühlt es kaum noch ab. Besonders belastend wird dies für Menschen in Städten oder schlecht isolierten Häusern. Frankreich hat am vergangenen Samstag knapp die 40-Grad-Marke erreicht – ein deutliches Signal, dass die Sahara-Hitze weiter aktiv bleibt und regelmäßig nach Deutschland überschwappt.
Wetterprognose deutet auf Sommer der Extreme hin – neue Höchstwerte drohen
Laut aktuellen Berechnungen des US-amerikanischen Wettermodells GFS und des europäischen ECMWF ist mit keiner grundlegenden Änderung der Großwetterlage zu rechnen. Beide Modelle deuten in den kommenden zehn Tagen auf weitere Hitzewellen aus dem Süden hin. Der Südwesten Deutschlands könnte bis einschließlich nächster Woche Dienstag (1. Juli) mehrfach die 35-Grad-Marke überschreiten.
Schon Freitag (27. Juni), Samstag (28. Juni) und Sonntag (29. Juni) drohen erneut Höchstwerte von 35 bis 36 Grad. Damit hat sich der Juni 2025 jetzt schon unter die zehn wärmsten Juni-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 eingereiht. Sollte sich das Muster bis in den Juli fortsetzen, könnte der Sommer 2025 tatsächlich zu einem der heißesten überhaupt werden – mit all seinen Folgen für Mensch, Natur und Infrastruktur.
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