Abwehr gegen Russland

„Nun ist es Wirklichkeit“: Selenskyj präsentiert erste F-16-Kampfjets der Ukraine

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, beantwortet Fragen der Medien vor einem der F-16-Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe.
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Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, beantwortet Fragen der Medien vor einem der F-16-Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe.
  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Um Putins Krieg abzuwehren, unterstützt der Westen die Ukraine mit F-16-Kampfjets. Die ersten Maschinen sind jetzt in dem Land.

Kiew – Die erste Lieferung von F-16-Kampfjets durch Nato-Staaten ist in der Ukraine eingetroffen. Wolodymyr Selenskyj präsentierte die F-16-Kampfflugzeuge am Sonntag (4. August) bei einer Zeremonie vor Journalisten. „Nun ist es Wirklichkeit. Wirklichkeit an unserem Himmel. F-16 in der Ukraine“, so der ukrainische Präsident bei der Zeremonie an einem geheimgehaltenen Ort. Zugleich betonte er, die Zahl der F-16-Kampfjets für den Abwehrkampf gegen Russland reiche noch nicht aus.

Putin-Sprecher: F-16-Kampfjets werden Lage an der Front im Ukraine-Krieg nicht ändern

Die F-16-Kampfjets werden von einigen Experten als Gamechanger im Ukraine-Krieg gehandelt. Der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin wiegelte noch vor wenigen Tagen ab: Die Lieferung von F-16-Kampfjets an die Ukraine werde das Geschehen an der Front nicht wesentlich beeinflussen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

„Die Anzahl dieser Flugzeuge wird nach und nach schwinden, sie werden abgeschossen“, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Selbstverständlich werden diese Lieferungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Ereignisse an der Front haben.“

Die F-16-Jets sind schnell und weitreichend – laut Peskow aber kein „Allheilmittel“

„Es gibt kein magisches Allheilmittel“, das die ukrainische Luftwaffe bekommen könnte, sagte Peskow weiter. Mehrere Nato-Staaten hatten die Lieferung der Kampfjets zugesagt, auf welche die Ukraine große Hoffnungen setzt. Die F-16-Flugzeuge aus US-Herstellung gelten als besonders präzise, schnell und weitreichend.

F-16-Kampfjets gelten als präzise – Selenskyj fordert im Ukraine-Krieg 130 Stück

Um Russland bei der Luftverteidigung die Stirn bieten zu können, braucht die Ukraine rund 130 dieser Kampfjets, wie Selenskyj im Mai in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Nato-Verbündeten Kiews sagten bisher die Lieferung von weniger als hundert dieser Flugzeuge zu. Die Ausbildung ukrainischer Piloten an den Kampfjets läuft bereits seit Monaten.

Mit Blick auf die Piloten sagte Selenskyj: „Ich bin stolz auf all unsere Leute, die diese Flugzeuge fliegen können und sie bereits für unser Land einsetzen.“ Zur Anzahl der an die Ukraine gelieferten Jets und zu ihren genauen Einsatzbereichen machte Selenskyj zunächst keine Angaben. (AFP/frs)