Verluste im Ukraine-Krieg

Russland prahlt mit zerstörten Ukraine-Kampfjets – Zahlen übertrieben?

  • Paula Völkner
    VonPaula Völkner
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Russland hat einen Flugplatz in der Zentralukraine angegriffen. Angaben über die Zerstörung von Su-27-Kampfjets variieren. Aber auch die Ukraine bestätigt Verluste.

Myrhorod – Der 1. Juli könnte einer der teuersten Tage für die Ukraine im Krieg gegen Russland gewesen sein. Das schrieb Forbes über einen russischen Angriff auf einen Flugplatz in der Zentralukraine. Am Montag soll die russische Luftwaffe auf dem Flugplatz Myrhorod in der Region Poltawa mindestens sechs ukrainische Sukhoi Su-27 Kampfjets ins Visier genommen haben. Die Berichte über das Ausmaß der Zerstörung variieren.

Bei einem russischen Angriff auf den Flugplatz Myrhorod in der Ukraine sollen Su-27-Kampfjets zerstört worden sein (Archivbild)

Das russische Verteidigungsministerium spricht in einem Statement laut Moscow Times von fünf verstörten Su-17 Jets. Zwei weitere Jets sollen demzufolge beschädigt worden sein. In einer nicht datierten Aufnahme, die das Verteidigungsministerium mit dem Statement veröffentlichte, ist eine Explosion auf einem Flugplatz zu sehen.

Ukraine bestätigt russischen Angriff auf Flugplatz und „Verluste“ – Russland übertreibe jedoch

Den Angriff auf den Flugplatz bestätigte auch der ehemalige Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Yuriy Ihnat. Das Ausmaß der Zerstörung, von dem Russland spricht, sei demzufolge jedoch übertrieben. In einem Statement nach dem russischen Angriff schrieb Ihnat auf Facebook: „Es gibt Verluste, aber keineswegs so, wie der Feind behauptet, weil er dies seit Beginn der Invasion immer tut.“

Russland greift Flugplatz in der Zentralukraine an: „Sehr ernste Bedrohung“

Berichten zufolge soll eine russische Drohne die ukrainischen Jets am Montag bei Tageslicht auf dem Flugplatz ins Visier genommen haben. Eine russische Iskander-Rakete schlug daraufhin auf dem Flugplatz ein. Laut Forbes-Bericht sollen zwei der Suchois zerstört und vier weitere beschädigt worden sein.

Auch Inhat räumte ein, dass es „Verluste gab“. Gegenüber Reuters erklärte er, dass russische Aufklärungsdrohnen eine „sehr ernste Bedrohung“ für die Ukraine darstellen würden.

Russische Drohnen könnten Bedrohung für F-16 darstellen – Ukraine versucht Jets zu schützen

Russland könnte im Ukraine-Krieg auch die F-16 Kampfjets attackieren, deren Lieferung noch für den Sommer 2024 angekündigt sind. Dieser Bedrohung scheint die Ukraine jedoch bereits vorbeugen zu wollen. So kündigte der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe bereits im April an, die F-16 „sicher in der Ukraine unterbringen“ zu wollen. Hierfür seien unter anderem unterirdische Bunker vorgesehen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukrainische Blogger sollen am Montag der Führung der Luftwaffe die Schuld dafür gegeben haben, die Jets auf dem Flugplatz Myrhorod nicht ausreichend geschützt zu haben, berichtet Forbes. Russische Streitkräfte hatten bereits im Juni 2023 einen Luftangriff auf den Militärflugplatz Myrhorod durchgeführt. Mit den beiden zerstörten Su-27-Kampfjets habe Russland in den vergangenen neun Monaten mindestens fünf ukrainische Kampfflugzeuge am Boden zerstört. (pav)

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