Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter in Deutschland: Große Hitzewelle steht unmittelbar bevor – Sahara-Luft bringt bis zu 37 Grad

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Der heißeste Abschnitt des Jahres steht bevor: Deutschland erwartet ab Dienstag eine extreme Hitzewelle – inklusive schweren Unwettern. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – „Was wir hier erleben, ist eine Wetter-Kehrtwende um 180 Grad“, warnt Meteorologe Johannes Graf vom Wetterdienst wetter.net. Noch an Pfingsten herrschte in weiten Teilen Deutschlands herbstliches Wetter mit Sturmböen, Regenschauern und sogar Bodenfrost. Doch pünktlich zur Monatsmitte kippt die Wetterlage drastisch: Ab Dienstag (10. Juni) steigen die Temperaturen rapide an, und am Mittwoch (11. Juni) werden im Südwesten bereits 30 Grad erwartet.

Der große Hitzeschub folgt ab Donnerstag – mit Temperaturen zwischen 34 und 37 Grad droht die heißeste Phase des bisherigen Jahres. Besonders betroffen sind Regionen im Westen und später auch im Osten Deutschlands. Laut Wetterexperten ist dies der erste große Vorstoß heißer Sahara-Luftmassen, begleitet von Staubpartikeln in der oberen Atmosphäre. Noch zu Pfingsten dominierten kühle Temperaturen, Regen und teils herbstliche Stimmung.

In Deutschland droht eine Hitzewelle.

Wetter in Deutschland: Sahara-Hitze bringt tropische Nächte und hohe Belastung

Die kommende Hitzewelle in Deutschland 2025 bringt nicht nur extreme Tageswerte, sondern auch schweißtreibende Nächte. Die eingeflossene Sahara-Luft ist besonders feucht und sorgt für eine drückende Schwüle. Die Nächte bleiben ungewöhnlich warm – vielerorts bei 15 bis über 20 Grad, mit der Gefahr sogenannter tropischer Nächte.

Diese Bedingungen belasten vor allem ältere Menschen und Personen mit Kreislaufproblemen. Besonders kritisch: Die sommerliche Hitzelast tritt noch vor dem kalendarischen Sommerbeginn auf – ein klares Zeichen für die zunehmende Klimavariabilität in Mitteleuropa. Mit dem Saharastaub, der über die Alpen hinweg nach Deutschland transportiert wird, könnten außerdem spektakuläre Sonnenuntergänge auftreten – aber auch eine Verschlechterung der Luftqualität.

Unwettergefahr in Deutschland steigt – das volle Programm von Donnerstag bis Sonntag

Neben der Hitze droht auch eine massive Unwetterlage in Deutschland. Von Donnerstag (12. Juni) bis Sonntag (15. Juni) müssen sich viele Regionen auf schwere Gewitter, Starkregen, Großhagel und orkanartige Böen einstellen. Besonders gefährdet: der Westen, Südwesten und später auch der Osten des Landes. Die aufgeheizte und feuchte Luftmasse wirkt wie ein Sprengsatz – lokale Extremwetter-Ereignisse sind laut Wettermodellen sehr wahrscheinlich.

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Der Deutsche Wetterdienst plant entsprechende Unwetterwarnungen, um die Bevölkerung frühzeitig zu informieren. Sollte sich die Wetterlage wie erwartet entwickeln, erleben wir in der zweiten Juniwoche bereits eine ausgeprägte Hitzewelle mit Unwetterpotenzial – möglicherweise ein Vorbote des oft prognostizierten Hitzesommers 2025.

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