Rufname „Juice“

Im Cockpit eines F-16-Kampfjets: Mutter nimmt Platz zur Ehrung des bekannten Piloten „Juice“

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Ein Jahr nach dem tödlichen Unglück des ukrainischen Piloten „Juice“ realisiert seine Mutter seinen Traum. Sie darf im Cockpit eines F-16-Kampfjets sitzen.

Kiew – Am 25. August 2023 ist Andrij Pilschtschikow gestorben. Der ukrainische Pilot kam bei einem Unfall über dem Nordwesten des Landes ums Leben.

Nun, ein Jahr nach dem Unfall, gedenkt die Ukraine erneut des unter dem Rufnamen „Juice“ bekannten Piloten – und lässt seine Mutter in einem F-16-Kampfjet sitzen.

Angehender F-16-Pilot bei Unfall gestorben: Mutter darf im Cockpit sitzen

„Juice“ hätte eigentlich in die USA reisen und dort als Pilot eines F-16-Kampfjets ausgebildet werden sollen. Doch es kam anders. Pilschtschikow und zwei weitere Piloten verloren bei einem Crash ihr Leben. Ein Kampfjet und ein Übungsflieger waren beim Training über der Oblast Schytomyr zusammengestoßen.

Freunde und Familie bei der Beerdigung des bei einem Unfall gestorbenen Piloten Andrij Pilschtschikow im August 2023

Nun haben die Luftstreitkräfte der Ukraine Pilschtschikows Mutter eingeladen. „Bei der Zeremonie zur Verabschiedung von Juice habe ich der Mutter von Andrij Pilschtschikow, Lilia Oleksandriwna, versprochen, dass sie zumindest im Cockpit einer F-16 sitzen würde, dem Flugzeug, das ihr Sohn zu fliegen träumte. Und ich habe mein Wort gehalten“, teilte Mykola Oleschtschuk, Kommandeur der ukrainischen Luftstreitkräfte, via Telegram mit. Dazu teilte die Armee ein Video auf Youtube.

„Leider erlebte Juice seine Reise in die Vereinigten Staaten zur Ausbildung nicht mehr“, fügte Oleschtschuk hinzu. „Heute jedoch sitzt seine Mutter im Cockpit einer F-16. Sie setzt das Werk ihres Sohnes fort und wird alles tun, um unsere Flügel zu stärken.“

„Ich bin so glücklich“, sagte Oleksandriwna als sie im Cockpit der F-16-Maschine saß. „Auf dem Weg hierhin dachte ich mir: Der Körper mag verenden, aber die Seele bleibt mit uns. Ich glaube, dass Andrij das hier sieht, hört und sich jetzt gerade freut.“

F-16-Kampfjets der Ukraine bereits gegen Russland im Einsatz

Vor Russlands Invasion im Februar 2022 hatte „Juice“, der in Charkiw geboren wurde, bereits acht Jahre Erfahrung als Pilot, berichtet Ukrainska Pravda. Kurz nach dem russischen Überfall nahm seine Einheit eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Hauptstadt Kiew und der angrenzenden Regionen ein.

Im Laufe des Kriegs hatte er sich immer wieder über westliche Medien an die Verbündeten der Ukraine gewandt und um die Lieferung von F-16-Kampfjets gebeten. Für seinen Dienst bei den ukrainischen Luftstreitkräften erhielt er mehrere Auszeichnungen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Ukraine hat Anfang August dieses Jahres die ersten F-16-Kampfjets aus US-Produktion erhalten. Präsident Wolodymyr Selenskyj präsentierte die F-16-Kampfflugzeuge bei einer Zeremonie vor Journalisten und betonte zugleich, ihre Zahl reiche noch nicht aus. „Nun ist es Wirklichkeit. Wirklichkeit an unserem Himmel. F-16 in der Ukraine“, sagte Selenskyj bei der Zeremonie an einem geheimgehaltenen Ort. Wie genau die F-16 im Ukraine-Krieg eingesetzt werden sollen, ist nicht bekannt. Allerdings sollen die Kampfjets nicht zu nah an der Front agieren. (lrg/afp)

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