Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Skurrile Wetter-Prognose? Schnee mitten im Juli – wo jetzt in Deutschland Flocken fallen

  • VonDominik Jung
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In den Hochlagen wird es weiß – mitten im Hochsommer. Was dahintersteckt zeigt die aktuelle Prognose. Eine Wetter-Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung.

Kassel – Während in vielen Landesteilen der Sommer stockt, meldet sich in den Alpen der Winter kurz zurück: Ab etwa 2000 bis 2500 Metern Höhe kann es in den kommenden Stunden tatsächlich schneien – und das im Juli. Klingt spektakulär, ist jedoch keineswegs ein extremes Wetterphänomen.

Schnee-Wetter im Hochsommer – warum das nichts Ungewöhnliches ist

Gerade bei kräftigem Tiefdruckeinfluss und nordwestlicher Strömung kann kalte Luft aus höheren Breiten bis zu den Alpen vordringen. In solchen Fällen sinkt die Schneefallgrenze auch mitten im Sommer auf Höhen, in denen Schnee durchaus möglich ist. Solche Juli-Schneefälle gab es in der Vergangenheit immer wieder – spektakulär sind sie vor allem optisch, aber meteorologisch erklärbar.

Ein weiterer Grund: Die hochgelegenen Regionen der Alpen weisen auch im Sommer nur eine durchschnittliche Tageshöchsttemperatur von etwa 5 bis 10 Grad auf. Kommt dann noch Niederschlag hinzu und sinkt die Nullgradgrenze kurzfristig, ist Schnee keine Seltenheit mehr. Dennoch bleibt es natürlich eine Wetteranomalie für das Gefühl – schließlich liegt unten im Tal noch Sommerfeeling in der Luft.

Wintereinbruch in den Hochlagen? Zumindest etwas Schnee kann in den Hochlagen der Alpen fallen.

Wetterlage bleibt wechselhaft – mit kühlen Tagen

Am Montag (7. Juli) bleibt es landesweit eher unbeständig. Der Himmel zeigt sich meist stark bewölkt bis bedeckt, sonnige Abschnitte bleiben rar. Dabei ziehen immer wieder Schauer durch, vereinzelt begleitet von kurzen Gewittern. Die Temperaturen sind gedämpft – mit Höchstwerten zwischen 16 und 22 Grad, im äußersten Osten vereinzelt bis 24 Grad. Der Wind weht mäßig bis frisch, besonders im Südwesten lebhaft aus West bis Nordwest. In höheren Lagen sind stürmische Böen möglich.

Auch die Nacht zum Dienstag bringt kaum Beruhigung: Bei dichten Wolkenfeldern und teils kräftigem Regen kühlt es auf 13 bis 7 Grad ab. Am Dienstag selbst bleibt das Wetter wechselhaft: Viele Wolken, wiederholt Schauer, einzelne Gewitter – vor allem im Alpenraum auch länger anhaltender Regen. Im Osten bleibt es meist trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 15 und 21 Grad. Der Wind bleibt spürbar und dreht auf Nordwest, in höheren Lagen mit Böen bis Sturmstärke.

Es wird wieder wärmer – Wochenende mit Sommerpotenzial

Am Mittwoch (9. Juli) zeigt sich das Wetter zweigeteilt: Im Westen wird es allmählich freundlicher und trockener mit zeitweiligem Sonnenschein, in der Osthälfte ziehen hingegen noch Schauer und vereinzelte Gewitter durch. Die Höchstwerte steigen auf 18 bis 23 Grad. In der Nacht zum Donnerstag klingen die Niederschläge ab, es wird verbreitet klarer bei Tiefstwerten von 14 bis 7 Grad.
Der Donnerstag bringt erste sommerliche Rückkehrversuche – vor allem im Südwesten und Nordosten scheint zeitweise die Sonne.

Etwas Regen gibt es noch Richtung Erzgebirge und Alpen. Maximal werden 19 bis 25, lokal bis 26 Grad erreicht. Am Freitag (11. Juli) und besonders am Wochenende setzt sich dann zunehmend warmes Hochsommerwetter durch. Am Samstag steigen die Temperaturen auf 23 bis 32 Grad, am Sonntag sind sogar 25 bis 33 Grad möglich – mit den höchsten Werten im Westen und Südwesten. Örtlich kann es jedoch auch zu ersten Hitzegewittern kommen. Der Hochsommer meldet sich also eindrucksvoll zurück – nach einem winterlichen Gastspiel in den Bergen.

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