Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Klimamodelle bestätigen bisherige Befürchtung – Wetter-Muster könnte sich noch verstärken
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Der Klimadienst Copernicus bestätigt: Im Juni gab es eine Rekordhitze in Westeuropa. Auch Deutschland wurde nicht verschont. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel - Der Klimadienst Copernicus hat es schwarz auf weiß bestätigt: Der Juni 2025 war der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Westeuropa. In Ländern wie Spanien, Frankreich, Portugal und Großbritannien wurden neue Temperaturrekorde aufgestellt – noch nie war ein Juni dort so heiß.
Doch es geht nicht nur um einzelne Werte: Die gesamte Durchschnittstemperatur des Monats lag deutlich über dem langjährigen Mittel. Wer glaubt, dass das noch Zufall sein könnte, irrt. Klimamodelle, die seit Jahren vor solchen Extremen warnen, lagen erschreckend genau richtig. Der Sommer 2025 hat mit voller Wucht begonnen – und das schon im Juni. Währenddessen meldet sich in den Alpen kurzerhand der Winter zurück.
Copernicus ist kein beliebiger Wetterdienst, sondern ein wissenschaftlich fundierter, international anerkannter Klimadienst der Europäischen Union. Er sammelt globale Daten aus Satellitenmessungen, Wetterstationen und Klimamodellen – unabhängig, faktenbasiert, seriös. Wer noch immer meint, die Erderwärmung sei übertrieben oder nur Panikmache, ignoriert nicht nur Zahlen, sondern stellt sich gegen eine überwältigende Faktenlage.
Juni 2025 geprägt von gleich mehreren Hitzewellen und heißer Luft aus Nordafrika
Der Monat war geprägt von mehreren intensiven Hitzewellen, die große Teile Westeuropas in einen Ausnahmezustand versetzten. Spanien und Portugal verzeichneten stellenweise Temperaturen bis an die 46 Grad, Frankreich sprach von einem „historischen Juni“, und auch auf den Britischen Inseln wurde ein neuer nationaler Juni-Hitzerekord aufgestellt.
Die Wetterlage war eindeutig: Ein stabiler Hochdruckkomplex sorgte dafür, dass heiße Luft aus Nordafrika nach Norden gepumpt wurde und sich dort staute – ein klassisches Beispiel für einen sogenannten Hitzedom. Die Folge waren nicht nur extreme Tageshöchstwerte, sondern auch tropische Nächte, in denen sich die Städte kaum abkühlten.
Es war nicht die erste Hitzewelle in Europa – aber sie kam früher, war großflächiger und intensiver als frühere Ausprägungen. Und das ist genau das, wovor Klimaforscher seit Jahren warnen: Die Hitzewellen beginnen früher im Jahr, dauern länger und werden gefährlicher. Der Juni 2025 war kein Ausrutscher, sondern der Beginn eines Musters, das sich in den kommenden Jahren noch verstärken könnte.
Deutschland bei Hitzetemperaturen am Rande betroffen – aber nicht verschont
Auch Deutschland spürte den heißen Sommer – wenn auch etwas weniger direkt. Während die größten Hitzezentren weiter westlich lagen, streiften heiße Luftmassen immer wieder den Westen und Südwesten der Republik. Rheinland-Pfalz, NRW und Teile von Hessen verzeichneten mehrfach Temperaturen deutlich über 35 Grad. Auch im Osten wurde es sehr warm, wenn auch etwas gemäßigter.
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Das deutschlandweite Temperaturmittel lag deutlich über dem langjährigen Schnitt – es war ein überdurchschnittlich heißer Juni. Dass es bei uns „nicht ganz so schlimm“ war, ist dabei kein Grund zur Entwarnung. Wir hatten schlichtweg Wetterglück. Doch der Sommer hat gerade erst begonnen. Der Juni 2025 war ein Weckruf – laut, deutlich, wissenschaftlich belegbar. Wer jetzt noch glaubt, die Erderwärmung sei reine Theorie, muss sich fragen lassen, wie viele Hitzerekorde, wie viele extreme Sommer und wie viele zerstörerische Wetterphänomene es noch braucht. Der heiße Sommer 2025 ist real – und er hat gerade erst angefangen.
Viele dürften die Sommermonate auch für den Urlaub in noch wärmeren Regionen nutzen. Doch eine Stadt in Kroatien wird von Kakerlaken befallen. Trotz chemischer Bekämpfung scheint kein Ende in Sicht. Die Bewohner sind verzweifelt.
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