Ukraine-Krieg

„Lage ist ernst“: Pistorius fordert aufgrund von Putin „Kriegstüchtigkeit“

Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Artillerieschule Idar-Oberstein, September 2024
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Verteidigungsminister Boris Pistorius (Archivbild) schätzt die Bedrohungslage als „sehr ernst“ ein.
  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Der Ukraine-Krieg ist laut Verteidigungsminister Pistorius weit mehr als ein regionaler Krieg. Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden.

Arnsberg – Europa steht Verteidigungsminister Boris Pistorius zufolge vor einer langanhaltenden Bedrohung. Der Ukraine-Krieg sei „längst kein regionaler Krieg mehr“, sagte der SPD-Politiker bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Arnsberg im Sauerland. Der russische Präsident Wladimir Putin „hat längst vollständig auf Kriegswirtschaft umgestellt“. Russland produziere in drei Monaten so viele Waffen und Munition wie die gesamte EU in einem Jahr.

Schleudersitz ade? Von Scharping bis Pistorius – wer im Bendlerblock das Sagen hat

Rudolf Scharping (1998 bis 2002): Als die Ehrenformation der polnischen Armee den Minister im Februar 1999 im polnischen Krakau begrüßte, war Scharpings Welt noch in Ordnung. Doch dann stolperte er über zwei verhängnisvolle Affären. Während nämlich die Bundeswehr kurz vor einem Einsatz in Mazedonien stand, ließ er sich quietschvergnügt mit seiner Lebensgefährtin im Swimmingpool fotografieren. Und auch die dubiosen Deals mit PR-Mann Moritz Hunzinger stießen der SPD sauer auf. Im Juli 2002 wurde Scharping schließlich entlassen.
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In einer Rede Ende Oktober habe Putin von einem „ernsthaften, unversöhnlichen Kampf um eine neue Weltordnung“ gesprochen, er sehe sich bereits als Sieger im Krieg gegen die Ukrane, schilderte Pistorius. Zugleich sei hybride Kriegsführung mit Desinformation und Fake News voll im Gange. „Unsere Sicherheit ist ein fragiles Gut.“ Deutschland müsse mehr Tempo machen und mehr investieren für seine „Kriegstüchtigkeit“, mahnte der Verteidigungsminister.

Ostsee-Anrainer untersuchen mutmaßliche Sabotage an Unterwasserkabeln

Unterdessen bemühen sich Deutschland und andere Anrainerstaaten nach der Beschädigung von zwei Unterwasserkabeln in der Ostsee um Aufklärung der mutmaßlichen Sabotageakte. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums lehnte jegliche Verantwortung für die Schäden ab. Die Volksrepublik arbeite derzeit mit den beteiligten „Parteien, darunter Dänemark, um eine problemlose Kommunikation über diplomatische Kanäle zu erhalten“, sagte der Außenamtssprecher am Freitag (22. November). Russland hatte am Mittwoch den Vorwurf der Sabotage in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg als „absurd“ und „lächerlich“ zurückgewiesen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wandte sich damit gegen die Vorwürfe von mehreren europäischen Politikern in Richtung Moskau, die von einem „hybriden Krieg“ sprachen. Nachdem am Montag bereits Pistorius erklärt hatte, dass von „Sabotage“ ausgegangen werden müsse, schlossen sich die Regierungschefs Dänemarks und Schwedens am Mittwoch an.

Im Oktober 2023 war eine Unterwasser-Gaspipeline zwischen Finnland und Estland abgeschaltet worden, nachdem sie durch den Anker eines chinesischen Frachtschiffs beschädigt worden war. (frs/dpa/AFP)