400-Millionen-Dollar-Geschenk

Luxusflieger aus Katar: „Schäbiger“ Trump empört MAGA-Anhänger

  • VonMax Nebel
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Geschenk mit Brisanz: Trumps Jet aus Katar löst eine Debatte über Ethik, Sicherheit und Verfassungsbruch aus. Seine Fans sind nicht amüsiert.

Washington D.C. – Ein 400 Millionen Dollar teures Flugzeug – und ein politisches Beben: US-Präsident Donald Trump sorgt mit seiner geplanten Annahme eines Luxusjets aus Katar für eine der heftigsten innerparteilichen Kontroversen seiner zweiten Amtszeit. Selbst treue Unterstützer der MAGA-Bewegung (Make America Great Again) laufen Sturm: Sie sprechen via Social Media von „Bestechung“, einem „Fleck“ auf Trumps weißer Weste – und werfen ihrem Idol „schäbiges“ Verhalten, wie es etwa der Podcaster Ben Shapiro via X formuliert, vor.

Luxusflieger aus Katar: Trump verprellt seine MAGA-Anhänger

Die Boeing 747-8, bemalt im Farbschema der katarischen Königsfamilie, gleicht einem fliegenden Palast mit zwei Schlafzimmern, neun Toiletten, Lederlounges und einem privaten Büro, heißt es in der Washington Post. Für Trump ist sie ein Geschenk, das er nur allzu gern annehmen möchte. „Warum sollte ich ein kostenloses, sehr teures Flugzeug ablehnen?“, fragte er im Interview mit Sean Hannity auf Fox News. „Wir geben allen anderen etwas, warum sollte ich kein Geschenk annehmen?“

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Doch selbst in den Reihen der Republikaner brodelt es. Die konservative Trump-Influencerin Laura Loomer erklärte auf X, sie sei „sehr enttäuscht“ und nannte das Geschenk einen „Makel der Trump-Administration“. Der rechte Podcaster Ben Shapiro sprach gar von einem Verrat an Trumps eigenen Grundsätzen: „Das ist auf keinen Fall America First.“

Batya Ungar-Sargon, Journalistin bei Newsweek und erklärte „linke“ MAGA-Anhängerin, nannte den Deal ebenfalls auf X schlicht „Bestechung“. Ihr werde „der Magen umgedreht“, da Katar staatlich Terror unterstütze. Auch republikanische Senatoren wie Rick Scott aus Florida sagen offen, dieser im Gespräch mit The Hill, sie würden „keinesfalls mit einem Flugzeug aus Katar fliegen“ – wegen der Unterstützung Katars für die Hamas.

Trump und das Geschenk aus Katar: Verfassungsklausel verbietet Annahme eigentlich

Die US-Verfassung verbietet laut der sogenannten „Emoluments Clause“ (Vergütungsklausel) explizit die Annahme von Geschenken ausländischer Regierungen ohne Zustimmung des Kongresses. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt versucht indes zu beschwichtigen und spricht laut The Hill von einer „Spende an das Verteidigungsministerium“.

Doch selbst Republikaner zweifeln: Senator Rand Paul bezeichnete das Vorhaben als rechtlich fragwürdig. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin erkennt einen „klaren Verfassungsbruch“ und warnt, ebenfalls auf The Hill: „Donald Trump verkauft die Interessen des Landes für persönliche Vorteile.“

Ein „fliegender Palast“ aus Katar spaltet Trumps Lager – Kritiker sehen ein Sicherheitsrisiko, Ethiker eine Verfassungskrise.

Historisch betrachtet: Kuriose Geschenke für US-Präsidenten

Trump wäre übrigens nicht der erste Präsident, der kuriose oder luxuriöse Geschenke von ausländischen Staatsoberhäuptern erhält. Ein kurzer Rückblick zeigt: Manches Geschenk sorgte ebenfalls für Stirnrunzeln – wenn auch nicht für Verfassungskrisen:

JahrPräsidentGeschenkHerkunftBemerkung
1785Benjamin FranklinGoldene Schnupftabakdose mit 408 DiamantenKönig Ludwig XVI.Trug zur Entstehung der Emoluments Clause bei
1862Abraham LincolnZwei Elefantenzähne, ein SchwertKönig von SiamAblehnung der Elefantenherde, aber Annahme der Objekte
1972Richard NixonZwei RiesenpandasChinaPandas wurden zum Symbol der „Panda-Diplomatie“
1980Jimmy CarterAntike Büchersammlung und WeinRumänienMusste offiziell abgegeben werden
1997Bill ClintonTeppich mit Porträt von ihm und HillaryAserbaidschanHandgefertigt, 6x5 Fuß groß
2003George W. Bush300 Pfund LammfleischArgentinienGute-Laune-Geste zur Wirtschaftsbeziehung
2021Donald TrumpCheetah-fellgefütterte RobenSaudi-ArabienStellten sich später als „Fake“ heraus

Trump-Geschenk aus Katar: Sicherheitstechnischer Albtraum

Sicherheitstechnisch ist der „fliegende Palast“ indes ein Albtraum für die entsprechenden Beamten und Security-Verantwortlichen unter dem US-Präsidenten. Die Maschine müsse vollständig zerlegt und neu aufgebaut werden, um auf Air-Force-One-Standard gebracht zu werden – ein Prozess, der Jahre dauern könne, schreibt n-tv.de. Ex-CIA-Beamter Darrell Blocker nennt die Übernahme des Jets derweil ein „Albtraum für die Spionageabwehr“.

Der Militärexperte Frank Kendall betont, auch gegenüber n-tv.de: Nur wenn Trump als Oberbefehlshaber ausdrücklich auf Sicherheitsvorgaben verzichte, könne das Flugzeug überhaupt kurzfristig genutzt werden.

Trump sieht sich im Recht im Umgang mit Katar

Der Hintergrund für die aktuelle Diskussion scheint so banal wie bezeichnend: Trump empfindet die derzeitige Air Force One als „viel zu klein und weniger beeindruckend“, berichtet Mediaite, als die Maschinen arabischer Könige. „Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika – ich finde, wir sollten das beeindruckendste Flugzeug haben“, sagte er.

Die Maschine soll nach dem Umbau zunächst der US-Regierung dienen, später jedoch an Trumps Präsidentenbibliothek übergehen – womöglich also privat nutzbar bleiben, notiert Daily Beast. Ex-Ethikberater Richard Painter warnt daher: „Wenn es eine Gegenleistung für das Flugzeug gibt, ist das Bestechung.“

US-Präsident Trump verteidigt sich auf Truth Social: Auch Freiheitsstatue sei Geschenk gewesen

Zur Verteidigung seiner Entscheidung zog Trump nun auf Truth Social einen ungewöhnlichen Vergleich: Er teilte einen Beitrag mit einem bearbeiteten Bild der Freiheitsstatue, die ein Schild mit der Aufschrift „Geschenk einer ausländischen Nation“ trägt – und verglich den Jet mit dem französischen Geschenk an die USA.

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / UPI Photo | Foto rechts: X (Screenshot)/@gani_jonathan

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