Gemeinsamer Brief

Taurus-Raketen für die Ukraine: Strack-Zimmermann und Hofreiter erhöhen Druck auf Scholz

Ukraine-Krieg: Ampel-Abgeordnete fordern Kanzler Scholz zu Taurus-Lieferung an Kiew auf, Bildmontage
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Ukraine-Krieg: Ampel-Abgeordnete fordern Kanzler Scholz zu Taurus-Lieferung an Kiew auf.

Endlich Taurus-Raketen für die Ukraine: In einem Brief drängen Ampel-Abgeordnete Kanzler Scholz und Verteidigungsminister Pistorius zur Lieferung.

Berlin – In den Ampel-Fraktionen wächst der Druck auf Kanzler Olaf Scholz, der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine zuzustimmen. In einem gemeinsamen Brief – der auch an Verteidigungsminister Boris Pistorius adressiert war – forderten drei Abgeordnete von ihm eine stärkere Unterstützung der ukrainischen Gegenoffensive im Ukraine-Krieg.

Unterschrieben ist er von der FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, dem Grünen-Abgeordneten Anton Hofreiter und dem SPD-Parlamentarier Andreas Schwarz. Der Spiegel hatte am Donnerstag (14. September) als erstes über das Schreiben berichtet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Strack-Zimmermann und Hofreiter fordern Taurus-Lieferungen an Ukraine

„Insbesondere benötigt die Ukraine das Marschflugkörpersystem Taurus, das in den Beständen der Bundeswehr vorhanden ist, um die russische Kriegslogistik gezielt zu schwächen“, schreiben die drei Abgeordneten laut AFP. Sie adressieren darin auch die vom Kanzleramt geäußerte Sorge, die Ukraine könnte mit den Lenkflugkörpern russisches Staatsgebiet angreifen.

„Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Regierung haben uns teilweise in persönlichen Gesprächen zugesichert, dass dieses Waffensystem ausschließlich auf dem Territorium der Ukraine eingesetzt wird“, schreiben Strack-Zimmermann, Schwarz und Hofreiter. „Wir sehen keinen Anlass, an dieser Zusage zu zweifeln.“

Debatte um Taurus-Raketen im Ukraine-Krieg: Kuleba drängt Baerbock

Die Abgeordneten verweisen auf das für kommende Woche geplante Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein. Deutschland müsse „im Rahmen dieses Treffens weitere Unterstützung für den Verteidigungskampf der Ukraine gegen die Aggression der Russischen Föderation zusagen und liefern“, schreiben sie. „Gerade vor dem Winter kann so die militärische Lage der Ukraine weiter verbessert werden.“

Erst am Montag hatte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba anlässlich des Besuchs von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Kiew die Bitte seines Landes um die deutschen Taurus-Marschflugkörper bekräftigt. „Ich verstehe nicht, warum wir Zeit verschwenden.“ Im August ergab eine Umfrage: Eine Mehrheit der Deutschen lehnt eine Lieferung von Taurus-Raketen ab. (AFP/frs)