Kalte Luft aus der Arktis

„Arctic Outbreak“ droht: Polarwirbel spaltet sich – eisiger Wintereinbruch in Deutschland?

  • Melissa Sperber
    VonMelissa Sperber
    schließen

Auf Deutschland könnte ein „Arctic Outbreak“ mit frostigen Temperaturen zu rollen. Der Grund: Der Polarwirbel teilt sich – mit Folgen fürs Winterwetter.

In den letzten Tagen herrschte in Deutschland eisiges Winterwetter – und das könnte erst ein Vorgeschmack auf die kommenden Wochen gewesen sein. Denn ab Montag soll sich der Polarwirbel in zwei Teile aufspalten, wie echo24.de berichtet. Und das hätte weitreichende Folgen.

Spaltet sich ein Polarwirbel, sprechen Experten von einem Polarwirbel-Split. Oftmals breiten sich danach arktische Luftmassen in den mittleren Breiten aus. Wie „weather.com“ erklärt, könnte das auch zu einem späten Wintereinbruch in Deutschland führen. Ab Montag soll sich der Polarwirbel in mehrere Einzelwirbel spalten.

Polarwirbel teilt sich: Führt der Split zu einem „Arctic Outbreak“?

Der „Full Split“ dauert voraussichtlich bis zum kommenden Donnerstag an: Während der „Hauptwirbel“ über Skandinavien bleibt, bewegt sich der „Nebenwirbel“ über die kanadische Hudson Bay. Danach folgt der sogenannte „Snapback“, bei dem der Wirbel wieder Richtung Nordpol „zurückschnappt“.

Was ist ein Polarwirbel?

Unter Polarwirbel versteht man die über beiden Polen im vieljährigen Mittel in der Höhe existierenden Tiefdruckwirbel. Normalerweise befinden sich im jeweiligen Winter diese Polarwirbel mit ihrem Zentrum mehr oder weniger über dem Pol und sind sehr stabil. Schwächt sich der Polarwirbel ab, beispielsweise durch eine starke Erwärmung in der Stratosphäre, oder teilt er sich sogar (Polarwirbel-Split), dann wird die Strömung im Wirbel schwächer und damit instabil, wobei trog-artige Ausbuchtungen entstehen, die letztlich zu einem „Arctic Outbreak“ führen können.

Quelle: Deutscher Wetter-Dienst

Hierbei beginnt warme Luft, die sich während des Splits über dem Nordpol ausbreiten konnte, abzusinken. Die Folge: Die absinkende warme Luft verdrängt die kalte Bodenluft, die sich über Nordamerika, Europa oder Asien ausbreitet.

„Arctic Outbreak“ im Februar oder März? Polarwirbel-Split könnte Deutschland Wintereinbruch bescheren

Ein Kälteausbruch infolge eines Polarwirbel-Splits wird „Arctic Outbreak“ genannt. Wann genau es zu diesem Kälteausbruch kommt oder wo die Temperaturen absinken, ist im Vorfeld schwer vorherzusagen. Denn laut „weather.com“ vergehen zwischen zwei bis sechs Wochen, bevor die Folgen des Splits spürbar werden.

Flocken-Alarm in Baden-Württemberg: Bilder zeigen ersten Schnee

Schnee in Baden-Württemberg
Schnee in Baden-Württemberg
Schnee in Baden-Württemberg
Schnee in Baden-Württemberg
Flocken-Alarm in Baden-Württemberg: Bilder zeigen ersten Schnee

Der „Arctic Outbreak“ könnte auch Deutschland treffen. Dafür müsste sich nach dem Polarwirbel-Split ein Hoch über Skandinavien aufbauen, das die kalte Luft aus der Arktis zieht. Denn dann würde in Deutschland Ostwind herrschen und die Frost-Luft würde im Februar oder März zu einem Wintereinbruch führen.

Laut „weather.com“ soll sich in den letzten Jahren jedoch ein anderer Trend gezeigt haben: Statt Europa trifft die kalte Luft eher Nordamerika. Ob es im Februar oder März wegen des Polarwirbelsplits in Deutschland nochmal richtig kalt wird, werden die kommenden Wochen zeigen.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa