Versorgungswege

Ukraine greift russische Infrastruktur an: Eisenbahnbrücke nach Russland zerstört

  • Nils Thomas Hinsberger
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Die Ukraine hat im besetzten Donbass eine Eisenbahnbrücke zerstört. Ein entscheidender Schlag gegen Russlands Infrastruktur im Krieg?

Donezk – Die ukrainische Armee hat den Bemühungen von Russland, Versorgungswege durch die besetzten Gebieten aufzubauen, einen Dämpfer verpasst. Nach Angaben von Petro Andriuschenko, einem Berater des Bürgermeisters von Mariupol, hätten ukrainische Soldaten am Samstag eine Eisenbahnbrücke im südlichen Donezk angegriffen.

Russland nutzt Eisenbahnwege, um verschiedene Güter und Soldaten im Ukraine-Krieg zu transportieren, wie Newsweek berichtet. Die Ukraine hatte deswegen schon mehrfach russische Infrastruktur ins Visier genommen. Gelang Kiew jetzt ein entscheidender Schlag gegen Russlands Versorgungswege? Die Angaben ließen sich jedenfalls zunächst nicht unabhängig prüfen.

Brücke hätte russische Lieferungen in die Ukraine „drastisch“ vereinfacht

Ende September letzten Jahres teilte Andriuschenko mit, dass die Brücke Teil eines Eisenbahnnetzes sei, das die Hafenstadt Mariupol und Wolnawacha im Norden mit der Regionalhauptstadt Donezk verbindet. Mit der Eisenbahnbrücke sollte außerdem eine „direkte Eisenbahn aus Russland“ ermöglicht werden, so der Berater. Damit wären die von Wladimir Putins Truppen besetzten Gebiete mit den russischen Grenzstädten Taganrog und Rostow am Don verbunden gewesen.

Immer wieder Ziel ukrainischer Angriffe: Die Krim-Brücke Russlands in der Straße von Kertsch. Nun will die Armee eine neue Eisenbahnbrücke nach Russland zerstört haben.

„Russland unterhält und verbessert mit ziemlicher Sicherheit weiterhin seine Eisenbahnverbindungen in der Ukraine und baut eine neue Eisenbahnlinie nach Mariupol, was die Reisezeiten für Lieferungen an die Saporischschja-Front verkürzen wird“, hatte das britische Verteidigungsministerium im Herbst mitgeteilt. Teil dieser Verbesserungen sei die zerstörte Eisenbahnbrücke gewesen. Mit dieser wäre Russlands Abhängigkeit von der Krimbrücke, die ebenfalls bereits das Ziel ukrainischer Angriffe wurde, deutlich verringert.

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Lieferungen über die Krim-Brücke stellen für Russland ein deutliches Sicherheitsrisiko dar. „Obwohl die Brücke weitestgehend repariert ist, bleibt ihre Nutzung aufgrund der nach dem ersten ukrainischen Angriff im Oktober 2022 erfolgten Beschädigungen eingeschränkt. Lastwagen und Treibstofflieferungen werden weiterhin per Fähre transportiert“, teilten Experten aus Großbritannien im Oktober mit.

Russlands Schienennetz als Versorgungsweg im Ukraine-Krieg

„Die Schienenlogistik ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil bei der Aufrechterhaltung der russischen Invasion“, so das britische Verteidigungsministerium. Über sie würden Truppen und Vorräte, wie Getreide, Waffen oder Munition in die besetzten Gebiete gebracht. Russland ist demnach von einem funktionierenden Schienennetz abhängig.

Grundsätzlich sei das Schienennetz weiterhin funktionsfähig, würde aber durch ukrainische „Artillerie, Luftangriffe und Sabotage“ regelmäßig gestört, erklärt die britische Regierung. Inwieweit die zerstörte Brücke nun einen Rückschlag für Russland bedeutet, kann nicht eindeutig bewertet werden. Moskau hat sich zu der gesprengten Eisenbahnbrücke nicht geäußert. (nhi)

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