Dürre dauert an

„Situation spitzt sich weiter zu“: Wetter-Experte beunruhigt – Bodensee trocknet aus, Waldbrandgefahr steigt

  • VonDominik Jung
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Der Dürre-Schock kommt früher als gedacht: Wetter-Experten warnen vor dramatischer Zuspitzung – Natur, Landwirtschaft und Trinkwasserreserven geraten unter Druck.

Hamm – Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net warnt eindringlich: „Das ist keine normale Frühjahrstrockenheit mehr. Die Situation spitzt sich von Woche zu Woche weiter zu.“ Tatsächlich zeigen die aktuellen Wetter-Daten ein alarmierendes Bild: Der Rheinpegel sinkt kontinuierlich, der Bodensee hat derzeit einen Wasserstand, wie er zuletzt vor 40 Jahren gemessen wurde – und das mitten im Frühling.

Gestrandete Schiffe liegen am Untersee. Im westlichen Teil des Bodensees ist der Wasserstand wegen anhaltender Trockenheit extrem niedrig. So niedrig wie seit 40 Jahren nicht mehr zu dieser Jahreszeit.

Boote sitzen mancherorts bereits auf dem Trockenen, selbst in sonst wasserreichen Regionen. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Frühestens ab Palmsonntag (13. April) könnte es Schauer geben – doch selbst diese werden laut Vorhersagen lokal begrenzt und bringen keine nachhaltige Entlastung.

Wetter in Deutschland: Waldbrandgefahr steigt täglich – fast die ganze Bundesrepublik betroffen

Inzwischen gilt in ganz Deutschland flächendeckend die Waldbrandgefahrenstufe 3 von 5 – in einigen Regionen, besonders im Osten und Südwesten, wurde sogar bereits die Stufe 4 ausgerufen. Die Kombination aus trockenen Böden, viel Sonnenschein und aufkommendem Wind erhöht die Gefahr zusätzlich. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums weist besonders im Norden und Westen Deutschlands dunkelrote Flächen aus: Das steht für „außergewöhnliche Dürre“. In den obersten 25 Zentimetern des Erdbodens ist vielerorts kein Tropfen Wasser mehr vorhanden – das hat nicht nur Auswirkungen auf Wälder, sondern auch auf landwirtschaftliche Betriebe, die bereits erste Ernteausfälle melden. Auch erste Sommer-Prognosen bereiten Wetter-Experte Jung Sorgen.

Kein Regen, dafür Hitze: Karwoche vor Ostern bringt Sommertemperaturen

Die Hoffnung auf ausgleichenden Frühlingsregen wird wohl auch in dieser Woche enttäuscht. Mindestens bis Samstag (12. April) bleibt es laut aktuellen Prognosen trocken, erst ab Palmsonntag könnten vereinzelte Schauer und Gewitter auftreten – doch diese bringen kaum Linderung. Stattdessen wird es spürbar wärmer: Die Höchstwerte steigen im Verlauf der Karwoche auf über 25 Grad.

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Damit verstärkt sich die Trockenheit weiter. Gleichzeitig hat der späte Frost in den letzten Tagen zusätzliche Schäden verursacht, vor allem an Obstbäumen und jungen Pflanzen. Der Frühling 2025 könnte damit als einer der trockensten der letzten Jahrzehnte in die Wettergeschichte eingehen – mit weitreichenden Folgen für Mensch und Natur.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/KEYSTONE | Ennio Leanza

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