Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Sahara-Hitzespirale lässt Deutschland schwitzen: Wetter-Forscher warnen vor Rekordsommer mit über 40 Grad

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Die Wettermodelle zeigen: Deutschland könnte ein Hitze-Sommer mit extremer Dauerwärme bevorstehen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Die aktuellen Wettermodelle zeigen ein besorgniserregendes Muster: Immer häufiger und schneller erreichen Hitzespitzen aus der Sahara den mitteleuropäischen Raum – ohne nennenswerte Unterbrechung. „Die Heißluft kommt in immer kürzeren Abständen und trifft Deutschland mit voller Wucht“, warnt Meteorologe Johannes Graf von wetter.net. Die Großwetterlage stellt sich zunehmend auf eine anhaltende Wärmephase ein, unterbrochen nur von kurzen Verschnaufpausen, die kaum für echte Abkühlung sorgen.

Besonders auffällig ist: In den kommenden zehn bis 14 Tagen sind kaum Kaltluftvorstöße in den Modellen zu erkennen. Stattdessen dominieren Heißluftzungen, die sich vom Mittelmeerraum und der Sahara bis weit nach Nord- und Mitteleuropa ausdehnen. Die 30-Grad-Marke wird immer häufiger überschritten, vereinzelt werden sogar Höchstwerte über 35 Grad erwartet – und das bereits im Juni. Was früher als Ausreißer galt, scheint sich nun als neues Normal einzupendeln.

Immer wieder neue Wärme- und Hitzewellen am Stück? Kaum noch echte kühle Phasen sind bis Ende Juni in Sicht.

Wetter in Deutschland: Sommer bringt wohl dauerhafte Hitze – und damit massive Belastung

Diese Hitzespirale ist nicht nur meteorologisch bemerkenswert, sondern hat auch konkrete Folgen für Mensch, Natur und Infrastruktur. Gesundheitlich ist langanhaltende Hitze für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke besonders gefährlich – Kreislaufprobleme, Dehydrierung und eine steigende Anzahl an Hitzetoten sind reale Gefahren. Auch die Städte geraten zunehmend unter Druck: Asphaltflächen heizen sich stark auf, die Nächte bleiben tropisch warm, wodurch die dringend nötige nächtliche Abkühlung ausbleibt.

Die Folge sind sogenannte urbane Hitzeinseln. In ländlichen Regionen wiederum leiden Landwirtschaft und Wälder. Dürreperioden setzen Pflanzen unter Stress, die Waldbrandgefahr steigt rapide an. Bereits jetzt gibt es erste Hinweise darauf, dass der Juli und August ebenfalls deutlich zu warm ausfallen könnten – mit Abweichungen von bis zu 2 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Der Sommer der Extreme – ein Ausblick mit Fragezeichen

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, steht Europa ein Sommer bevor, der als einer der heißesten in die Wettergeschichte eingehen könnte. Die wiederholten Sahara-Ausbrüche lassen wenig Hoffnung auf stabile Erholungsphasen. Stattdessen scheint sich eine regelrechte Hitzespirale zu etablieren – ein Begriff, der den stetigen Wechsel von kurzen Wärmeintervallen und plötzlichen Temperaturspitzen gut beschreibt.

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Für viele Experten ist dies ein Zeichen dafür, dass sich das Klimasystem Europas bereits nachhaltig verändert. Was bleibt, ist Unsicherheit: Noch sind Prognosen für den Hochsommer mit Vorsicht zu genießen. Doch die Signale mehren sich – und sie klingen alles andere als beruhigend.

Rubriklistenbild: © Thomas Warnack/dpa

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