Im Wald kaum zu erkennen

„Vierbeiniger Freund“: Ukraine präsentiert kuriosen Roboterhund gegen Putins Soldaten

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Die Tüftelei kennt im Ukraine-Krieg keine Grenzen. Kiew stellt für den Kampf gegen Wladimir Putins Armee jetzt einen kuriosen Aufklärungsroboter vor.

Kiew - Die Ukraine hat sich im Krieg mit Russland erfinderisch erwiesen, wenn es um die Entwicklung neuer Waffen gegen die Invasionstruppen des Moskau-Regimes von Kreml-Autokrat Wladimir Putin geht.

Gegen Russlands Armee: Ukraine setzt vierbeinigen Aufklärungsroboter ein

Jüngstes Beispiel: der Drohnenbomber „Schwarze Witwe“ der ukrainischen Armee. Derweil laufen auch die Waffen-Lieferungen aus der Nato auf Hochtouren, wie Deutschlands Versprechen über zwölf weitere Panzerhaubitzen 2000 beweist. Und wohl auch ein etwas kurioser Aufklärungsroboter fällt im Ukraine-Krieg unter die westlichen Lieferungen für Kiew.

„Ein vierbeiniger Freund“ diene mit der operativ-strategischen Gruppe Chortyzja, schrieb das ukrainische Verteidigungsministerium in einem Posting beim Kurznachrichtendienst X und veröffentlichte dazu ein Video zu dem Roboter von einer militärischen Übung. Der Roboter schlich bei dieser gut getarnt durch das Gebüsch eines Waldes (siehe Video unten) und der Drohnen-Pilot simulierte eine Aufklärungsmission mit ihm.

Roboterhund im Ukraine-Krieg: Auch beim New York Police Department gesichtet

Die Ukrainer ließen in dem Beitrag unerwähnt, wie sie den Roboter nennen, ob es sich um eine inländische Innovation handelt oder der Roboter ebenfalls aus dem westlichen Ausland für den Verteidigungskampf zur Verfügung gestellt wurde. Es gibt aber einen Hinweis, der für zweitgenanntes Szenario spricht. Konkret: Das New York Police Department (NYPD) aus der gleichnamigen amerikanischen Metropole hatte Anfang 2021 einen mechanischen Helfer auf vier Beinen vorgestellt, der dem abgebildeten ukrainischen Aufklärungsroboter auf Fotos sehr ähnlich sieht.

Dabei handelte es sich um einen mit einer Kamera und Sendetechnik ausgestatteten Roboter, Digidog genannt. Die New York Post veröffentlichte damals ein Foto des Roboters von einem Einsatz aus der Bronx. Laut der Computer Bild kostete der Digidog damals je Exemplar 74.500 US-Dollar, was heute rund 67.450 Euro entspricht. Laut der Fachzeitschrift geht der Digidog der New Yorker Polizeibehörden auf ein 2017 durch das Robotik-Unternehmern Boston Dynamics vorgestelltes Modell mit dem Namen „Spot“ zurück. Besagter Roboterhund Spot ging schon im Juni 2020 in den freien Verkauf.

Mit vier Beinen: der Aufklärungsroboter der ukrainischen Armee.

Roboterhund der ukrainischen Armee: Militärische Aufklärung gegen Putins Truppen

Praktisch: Den Roboterhund kann man im Vorfeld eines Einsatzes mit dem notwendigen Knowhow für bestimmte Aufgaben programmieren. So soll „Spot“ laut Computer Bild in Neuseeland zum Beispiel schon Schafe gehütet haben. Und während der Corona-Pandemie soll er in einem US-Krankenhaus geholfen haben, Patienten ohne Risiko für das medizinische Personal in Behandlungsräume zu verteilen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Zusätzliches Zubehör wie Lidar-Sensoren (Light Detection and Ranging) zur Erkennung der Umgebung kosten laut des Berichts einen ordentlichen Aufschlag. Im Fall der ukrainischen Armee-Einheit Chortyzja setzten die Soldaten ebensolche Sensoren ein, die demnach auch eine Wärmebildkamera zur Personenerkennung beinhalten. Die Gruppe Chortyzja war bislang vor allem in der Region Charkiw im Einsatz und dort zum Beispiel an der erfolgreichen Gegenoffensive im Herbst 2022 beteiligt. (pm)

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