Düstere Konsequenzen

Wegen blockierter US-Hilfen: „Ukraine wird den Krieg verlieren“ – Selenskyj warnt vor Folgen für Europa

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Ohne die Unterstützung der USA droht der Ukraine eine Kriegsniederlage. Unter einem möglichen US-Präsidenten Trump könnte sich die Lage verschärfen.

Kiew/Washington – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einer Niederlage im Ukraine-Krieg. Die Lage der ukrainischen Armee im Osten ist schwierig, was vor allem durch die ausbleibende Militärhilfe der USA im Ukraine-Krieg bedingt ist. Seit Monaten blockieren die Republikaner weitere Zahlungen. Auch zukünftig könnte ein ähnliches Szenario drohen: Aktuell wächst die Sorge vor der Wiederwahl des Ex-US-Präsidenten Donald Trump und dem Einfluss russischer Propaganda im US-Kongress.

Fehlende US-Militärhilfe im Ukraine-Krieg – Selenskyj: „Ukraine wird Krieg verlieren“

Mit Blick auf die ausbleibende Militärhilfe aus den USA sagte Selenskyj bei einer Videokonferenz von United24, einer Spendensammelinitiative der Regierung: „Wenn der Kongress der Ukraine nicht hilft, wird die Ukraine den Krieg verlieren.“ Zudem betonte er in seiner in Onlinenetzwerken verbreiteten Rede: „Ohne die Unterstützung des Kongresses wird es für uns schwierig sein, als Land zu gewinnen oder sogar zu überleben.“

Wegen der fehlenden Militärhilfe der USA sorgt sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj um eine Niederlage im Ukraine-Krieg (Archivbild).

Unterdessen geriet das ukrainische Militär nahe der Stadt Tschassiw Jar weiter in Bedrängnis – die Stadt wird seit Wochen heftig umkämpft. Die von Russland angegriffene Ukraine leidet angesichts der Verzögerungen unter Munitionsmangel an der Front. Selenskyj bekräftigte zudem seine Warnung, im Falle einer Niederlage seines Landes würden „andere Staaten angegriffen werden“.

Republikaner blockieren US-Hilfen für den Ukraine-Krieg: Folgen von russischer Propaganda und Trump?

Die USA sind seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022 der wichtigste militärische Unterstützer Kiews. Doch seit dem vergangenen Jahr blockieren die Republikaner im Kongress unter dem Druck Trumps ein neues Ukraine-Hilfspaket im Wert von 60 Milliarden Dollar (rund 55 Milliarden Euro). Zudem soll auch russische Propaganda im Repräsentantenhaus verbreitet werden.

Der republikanische Abgeordnete Mike Turner aus Ohio und Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses sagte in der CNN-Sendung „State of the Union“, dass russische Propaganda im Repräsentantenhaus verbreitet werde, wie Newsweek berichtete. „Wir sehen direkt aus Russland kommende Versuche, anti-ukrainische und pro-russische Botschaften zu verschleiern, von denen wir einige sogar im Repräsentantenhaus hören“, erklärte Turner.

„Es gibt heute Kongressabgeordnete, die immer noch fälschlicherweise sagen, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine drehe sich um die Nato, was natürlich nicht der Fall ist“, fügte er hinzu. Der US-Kongress trifft sich am Montag zu seiner ersten Sitzung nach der Frühjahrspause.

Mögliche Wiederwahl Donald Trumps – Schwere Folgen für die Ukraine befürchtet

Donald Trump tritt im November mit großer Wahrscheinlichkeit bei den US-Präsidentschaftswahlen für die Republikaner an. Sollte er die Wahlen gewinnen, könnten die US-Hilfen für die Ukraine stark reduziert oder sogar vollständig eingestellt werden. Auch die Nato bereitet sich für die Rückkehr des ehemaligen US-Präsidenten vor. Das Bündnis will bei seinem Gipfeltreffen im Juli in Washington entscheiden, die bislang von den USA übernommenen Aufgaben zur Unterstützung der Ukraine auf die Nato zu übertragen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg will die Mitgliedsstaaten dazu bewegen, der Ukraine für die kommenden fünf Jahre über die Nato militärische Unterstützung im Wert von 100 Milliarden Euro zuzusagen. Das Bündnis soll jedoch auch darüber nachdenken, wie der Krieg im Falle eines Sieges von Trump gelöst werden könne. Die Idee, Russland ukrainisches Territorium im Tausch für die Sicherheit der Ukraine zu geben, soll im Raum stehen. (vk/afp)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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