Kampfjets gegen Putin

Fokus auf F-16-Kampfjet-Lieferung: Ukraine-Verbündeter sichert weitere Hilfen zu

  • VonSimon Schröder
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Die Ukraine kann auch weiterhin auf die Unterstützung Dänemarks zählen. Dazu gehören F-16-Kampfjets – und ein Zehnjahresplan.

Kopenhagen/Kiew – In einem neuen Verteidigungspaket Dänemarks soll die Ukraine weitere Unterstützung für die kommenden F-16 Kampfjets erhalten. Die seit einigen Monaten erwarteten Jets der Dänen, Belgier, Niederländer und Norweger werden spätestens für diesen Sommer erwartet und sollen die Luftwaffe der Ukrainer deutlich stärken, wie der Kyiv Independent berichtet.

Der Zehnjahresplan Kopenhagens zur Unterstützung der Ukraine sieht vor, neben militärischer Hilfe auch die Verteidigungsindustrie der Ukraine anzukurbeln, um Kiew die nötigen Mittel zu geben, selbständig benötigtes Material produzieren zu können. „Investitionen in die ukrainische Rüstungsindustrie sind ein wirksamer und nachhaltiger Weg, die ukrainische Kampffähigkeit zu unterstützen, sowohl sofort als auch langfristig“, wie sich der dänische Außenminister Lars Løkke äußerte.

Kurz vor der Landung: Ein Kampfjet F-16C der polnischen Luftwaffe. Ähnliche Maschinen werden in diesem oder spätestens im kommenden Monat die Ukraine erreichen. (Symbolfoto)

F-16-Kampfjets gegen Russland: Dänemark unterstützt Kiew im Ukraine-Krieg

Bereits im Februar hatte Dänemarks Außenministerium den dänischen Plan zur Unterstützung der Ukraine angekündigt: „Das Abkommen bedeutet, dass die künftige militärische und zivile Unterstützung in einem Rahmen für die nächsten 10 Jahre in einem bilateralen politischen Abkommen festgelegt wird.“

Und die F-16 Jets sind nur der Anfang. In dem 19. Hilfspaket der Dänen soll zum einen der unmittelbare Bedarf an notwendigem Militärequipment wie Munition gedeckt und zum anderen die langfristigen Verteidigungsfähigkeiten der Ukraine verstärkt werden, wie Euromaidan berichtet. Darunter auch Equipment für die amerikanische F-16. Løkke mahnte gleichzeitig die übrigen EU-Staaten: „Europa befindet sich am Scheideweg. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dauert nun schon über zwei Jahre an, und die Lage auf dem Schlachtfeld ist katastrophal.“

Dänemark ist auf Platz vier der größten Unterstützer der Ukraine, mit weit mehr als vier Milliarden Dollar, die bereits für Militärausgaben verwendet wurden. Insgesamt wurden der Ukraine bisher mindestens 8,4 Milliarden Dollar an Unterstützung zugesichert, wie die Deutsche Welle berichtet.

F-16-Jet für Kiew als Wende im Ukraine-Krieg

Dänemark war außerdem eines der ersten Länder, die der Ukraine die F-16 Kampfjets versprachen. Wie effektiv die neuen Jets im Ukraine-Krieg eingesetzt werden können, ist umstritten. In den letzten Wochen fokussierte die Ukraine ihre Angriffe vermehrt auf die Luftverteidigung der Russen – sogar einige der sündhaft teuren S-400 Raketensysteme Wladimir Putins konnten auf der Krim ausgeschaltet werden. Ob der Jet für Kiew eine Wende im Krieg bedeutet, ist fraglich – schaden werden sie der ukrainischen Armee jedenfalls nicht.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Doch die F-16 Jets lassen auf sich warten. Zum einen mussten die ukrainischen Piloten im Umgang mit den Maschinen ausgiebig geschult werden. Zum anderen offenbarten sich logistische Probleme, die Flugzeuge auch ausreichend vor russischen Angriffen zu schützen. (sischr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Björn Trotzki

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