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Hochwasser-Lage in Baden-Württemberg: Dauerregen beendet – Folgen weiterhin spürbar

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Straßen sind überflutet, Häuser vollgelaufen, die Einsatzkräfte in Baden-Württemberg sind im Dauereinsatz. Die aktuelle Hochwasser-Lage am Montag im Liveblog.

  • Die Hochwasserlage in Baden-Württemberg ist weiter angespannt. Mehrere Gemeinden im Südwesten mussten am Montag vorübergehend evakuiert werden.
  • Im Rems-Murr-Kreis wurde der Katastrophen-Voralarm ausgelöst – inzwischen gibt es Entwarnung. Schulen und Kitas bleiben aufgrund von Hochwasser regional geschlossen.
  • Am Montag müssen Bahnreisende mit Verspätungen und Ausfällen im Zugverkehr rechnen. Die Bahn rät von Reisen nach Süddeutschland wegen Hochwasser weiterhin ab.
  • In Schorndorf wurden beim Abpumpen eines durch Hochwasser vollgelaufenen Kellers zwei Leichen gefunden. Die Todesursache wird derzeit von der Polizei geklärt.

Teils unwetterartige Dauerregen lassen die Pegel der Flüsse und Bäche in Baden-Württemberg steigen. Das ganze Wochenende über galt in weiten Teilen des Landes Alarmstufe Rot – in einigen Regionen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) sogar die höchste Warnstufe ausgerufen. Am Wochenende kam es wegen des Hochwassers zu zahlreichen Einsätzen, wie echo24.de in einem Liveblog berichtete. Auch am Montag bleibt die Lage angespannt. Alle Entwicklungen hier im Liveblog.

Hochwasser-Lage am Montag weiter angespannt – Bilder zeigen Ausmaß

Hochwasser in Baden-Württemberg
 Helfer säubern in Miedelsbach eine nach einem Unwetter mit Schlamm überzogene Straße.
Auf einer Straße in Miedelsbach stehen Fahrzeuge, die durch ein Hochwasser nach einem Unwetter weggespült wurden.
Hochwasser in Baden-Württemberg - Leinzell
Hochwasser-Lage am Montag weiter angespannt – Bilder zeigen Ausmaß

Nach Dauerregen und Hochwasser in Baden-Württemberg: Aufräumarbeiten laufen

21:55 Uhr: In vielen vom Hochwasser betroffenen Orten in Baden-Württemberg haben Anwohner und Einsatzkräfte am Montagabend mit den Aufräumarbeiten begonnen. Zahlreiche Landkreise gaben am Montagabend Entwarnung. Auch im stark vom Hochwasser betroffenen Bodenseekreis entspannte sich die Lage nach Angaben des Landratsamts allmählich. Die Pegel mehrerer Flüsse würden derzeit sinken, nachdem es am Sonntagabend und Montag weniger geregnet habe als zunächst befürchtet. Auch die Stadt Heidelberg rechnete mit sinkenden Pegelständen am Neckar.

Hochwasser-Schaden an einer Brücke in Klaffenbach bei Rudersberg.

Dauerregenlage in Baden-Württemberg beendet: DWD hebt Unwetterwarnungen auf

20:35 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Montagabend seine Unwetterwarnungen vor Dauerregen für das gesamte Bundesland aufgehoben.„Die Dauerregenlage ist vorbei“, sagte ein DWD-Meteorologe in Stuttgart. In der Nacht beruhige sich das Wetter und Hochdruckeinfluss mache sich breit. Der Dienstag werde voraussichtlich der schönste Tag der Woche mit überwiegend heiterem Himmel und nur wenigen Quellwolken im Tagesverlauf. Vom Schwarzwald her könne es zwar noch einzelne Schauer mit geringen Niederschlagsmengen geben, Dauer- und Starkregen seien aber vorerst nicht mehr zu erwarten.

Nach Starkregen in Ebersbach: Hochwasser, Evakuierung und Rettungsaktion

19:55 Uhr: In Ebersbach an der Fils haben starke Regenfälle zu Überschwemmungen geführt. Ein Bach trat über die Ufer und überschwemmte Straßen und Häuser. Die Feuerwehr musste mehr als elf Personen aus den Fluten retten. Zeitweise stand das Wasser am Montag bis zu drei Meter hoch in den Straßen. Mehrere Gebäude mussten evakuiert werden. Auslöser war der Bach Sulpach, der nach starken Regenfällen in der Nacht auf Montag zu einem reißenden Fluss anschwoll und mehrere Straßen in einem Wohngebiet überflutete.

Die Rettung war schwierig. Das Wasser stieg schnell und die Strömung war stark. Die Feuerwehr musste mit Strömungsrettern aus Stuttgart zu den Eingeschlossenen vordringen. Zu fünf Personen, die den Notruf gewählt hatten, konnten die Retter zunächst keinen Kontakt herstellen. Es bestand die Befürchtung, dass sie vermisst sein könnten. Da aber bis Montagnachmittag niemand als vermisst gemeldet wurde, kann davon ausgegangen werden, dass sie in Sicherheit sind .Auch die Infrastruktur wurde in Mitleidenschaft gezogen. Eine Lärmschutzwand an der Bundesstraße brach und die Bahnstrecke zwischen Göppingen und Ebersbach war zeitweise gesperrt.

Zwei Todesopfer nach Hochwasser in vollgelaufenen Keller in Schorndorf-Miedelsbach

19:15 Uhr: Wie die Polizei am Abend mitteilte, handelt es sich bei den Toten, die am Montag beim Auspumpen eines vollgelaufenen Kellers in Schorndorf-Miedelsbach entdeckt wurden, um einen 58-jährigen Mann und seine 84-jährige Mutter. Nach Zeugenaussagen waren die beiden am Sonntagabend damit beschäftigt, das in den Keller eingedrungene Hochwasser abzupumpen. Die Todesursache wird derzeit von der Kriminalpolizei ermittelt.

Nach Hochwasser in Baden-Württemberg und Bayern: Umweltministerin fordert neues Gesetz

17:33 Uhr: Angesichts der schweren Überschwemmungen in Bayern und Baden-Württemberg fordert Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) ein neues Gesetz für einen besseren Hochwasserschutz in Deutschland. „Es wird immer deutlicher, dass wir uns besser vor den Folgen der Klimakrise schützen müssen“, teilte die Ministerin am Montag schriftlich mit. „Dazu brauchen wir auch ein neues Hochwasserschutzgesetz.“ Dazu gebe es bereits „intensive Gespräche“ mit den Bundesländern. Weitere Details nannte die Ministerin zunächst nicht. Auch welche Verbesserungen sie sich konkret von einer Gesetzesnovelle verspricht, blieb offen.

Nach Hochwasser in Baden-Württemberg und Bayern: Umweltministerin fordert neues Gesetz.  (Symbolbild)

Hochwasser im Süden: Baden-Württemberg weiterhin in Alarmbereitschaft

17:25 Uhr: Das Hochwasser zeigt in Bayern und Baden-Württemberg weiterhin schlimme Folgen. In einigen Regionen sind Evakuierungen notwendig, da Dämme zu brechen drohen. Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte die Hochwassergebiete und spricht vom menschengemachten Klimawandel. In Baden-Württemberg entspannt sich die Lage derzeit leicht. Zuletzt war vor allem die Region um Stuttgart und weiter östlich im Fokus der Einsatzkräfte gestanden. In Bayern richten sich die Blicke auf die Donau. Es bestehe zwar Hoffnung auf Besserung, aber weiterhin höchste Alarmbereitschaft. Innenminister Strobl nennt die aktuelle Lage in Baden-Württemberg „angespannt statisch“.

Hochwasser im Landkreis Donau-Ries: Dammbruchgefahr und Evakuierungen

17:02 Uhr: Im Landkreis Donau-Ries sind in den vergangenen Tagen bereits mehrere Dämme gebrochen, weitere drohen zu brechen. In einigen Orten wie Asbach-Bäumenheim und Hamlar mussten die Menschen bereits ihre Häuser verlassen. Die Lage bleibt angespannt. Mancherorts gibt es auch Probleme mit der Wasserversorgung: Mehrere Trinkwasserbrunnen sind durch das Hochwasser beeinträchtigt. Betroffen sind Orte, die an die Wasserversorgung des Zweckverbandes Oberndorfer Gruppe angeschlossen sind. Den Bewohnern wird empfohlen, das Trinkwasser abzukochen.

ICE bei Schwäbisch Gmünd nach Erdrutsch wieder auf Schienen: Gleis wird geprüft

16:35 Uhr: Der am Samstagabend bei einem Erdrutsch entgleiste ICE ist seit Montag wieder auf den Schienen. Der Zug habe aus eigener Kraft bis zum Bahnhof Schwäbisch Gmünd fahren können, teilte die Deutsche Bahn mit. Experten prüfen nun, ob das Gleis durch den Erdrutsch beschädigt wurde und ob Reparaturen notwendig sind. Bereits am Sonntagabend war die Strecke zwischen Aalen und Stuttgart eingleisig wieder freigegeben worden. Zwei Waggons eines ICE mit 185 Passagieren an Bord sind am Samstagabend nach einem Erdrutsch entgleist. Die Passagiere blieben nach Angaben der Bahn unverletzt und wurden in der Nacht zum Montag aus dem Zug evakuiert.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn arbeiteten am Montag an einem beschädigten ICE bei Schwäbisch Gmünd.

Tote bei Hochwasser in Baden-Württemberg: Einsatzkräfte finden zwei Leichen in Schorndorf

15:25 Uhr: In Schorndorf im Rems-Murr-Kreis sollen die Leichen einer Frau und eines Mannes gefunden worden sein, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Bei den beiden Leichen könnte es sich um Opfer des Hochwassers in Baden-Württemberg handeln. Einsatzkräfte haben die leblosen Körper aus einem leer gepumpten Keller in Schorndorf im Rems-Murr-Kreis geborgen. Die Hintergründe des Todes sind allerdings noch unklar.

Einsatzkräfte suchen nach möglichem Todesopfer in der Gemeinde Erbach

15:05 Uhr: Das Hochwasser in Baden-Württemberg hat möglicherweise ein erstes Todesopfer gefordert – allerdings gibt es dafür bislang noch keine offizielle Bestätigung. „Wir müssen, so ist mir gerade zugetragen worden, auch damit rechnen, dass es inzwischen einen Toten in Baden-Württemberg gibt“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) bei einem Besuch am Montag in der Gemeinde Erbach.

Allerdings müsse das noch verifiziert werden. Das Ministerium sagte, man könne den Todesfall bislang weder bestätigen noch dementieren. Die Lage sei noch diffus, Einsatzkräfte suchten nach dem möglichen Opfer, schreibt die „dpa“. 

Probleme mit Versorgung in Rudersberg nach Unwetter – Wasser muss abgekocht werden

14:50 Uhr: Nach Überschwemmungen gibt es in der Gemeinde Ruderbergs im Rems-Murr-Kreis Probleme mit der Wasserversorgung. Wegen Beschädigungen der Infrastruktur durch das Unwetter sei die Kapazität des Rohrleitungssystems derzeit erschöpft, teilte die Integrierte Leitstelle Rems-Murr am Montag mit.

In den Ortsteilen Asperglen und Krehwinkel sei die Versorgung unterbrochen. Man bitte alle Bürger, Wasser zu sparen und nur für lebensnotwendige Maßnahmen zu nutzen, hieß es weiter. Zudem müsse das Wasser abgekocht werden, bevor es zum Trinken oder in der Küche verwendet werden könne. 

Mehrere Bahnstrecken im Südwesten wegen Hochwassers gesperrt – auch Stuttgart und Heilbronn betroffen

13:50 Uhr: Im Bahnverkehr kommt es weiter zu Einschränkungen und Zugausfällen. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die Strecke zwischen Uhingen und Göppingen sowie zwischen Eislingen an der Fils und Süßen gesperrt. Deswegen gebe es keinen Zugverkehr auf der Linie RE5 zwischen Stuttgart und Ulm. Einen Ersatzverkehr habe man nicht einrichten können, teilte die Bahn mit.

Gesperrt ist zudem die Strecke zwischen Schwäbisch Hall-Hessental und Schwäbisch Hall. Züge zwischen Heilbronn und Crailsheim verspäteten sich laut Bahn deshalb oder fallen aus. Einschränkungen gibt es auch zwischen Ulm und Biberach. Auch bei der Stuttgarter S-Bahn kam es wegen Unwetterfolgen im Rems-Murr-Kreis zu Einschränkungen.

Im Fernverkehr kommt es vor allem wegen der Hochwasserlage in Bayern zu Zugausfällen. Züge könnten München derzeit aus Richtung Stuttgart nicht anfahren. Aus Richtung Mannheim oder Frankfurt endeten Fernverkehrszüge deswegen in Stuttgart, sagte eine Bahnsprecherin. 

Einige Straßen und Brücken bleiben im Landkreis Heilbronn gesperrt

13:10 Uhr: Jürgen Vogt, Pressesprecher der Heilbronner Berufsfeuerwehr zieht am Montag gegenüber der „Heilbronner Stimme“ eine Bilanz: „Die Stadt Heilbronn ist gut weggekommen“. Anders sieht es hingegen im Landkreis aus – die Wassermassen haben die Region punktuell schwer getroffen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann der volle Schadensumfang noch nicht erfasst und benannt werden.

Das Wasser steht vielerorts noch hoch. Straßen und Brücken bleiben regional auch am Montag weiterhin gesperrt – wie etwa die Neckartalstraße bei Untereisesheim oder die Kocherbrücke zwischen Neuenstadt und Kochertürn.

Aufräumarbeiten in der Region Heilbronn laufen – Pegel von Kocher, Jagst und Neckar sinken

Die Menschen an den Flussgemeinden in der Region Heilbronn sind inzwischen mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Immerhin: Die Pegel von Kocher, Jagst und Neckar sinken. Die Kommunen und Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis seien laut Vogt sehr gut auf die Überschwemmungen vorbereitet gewesen. „Es gibt Stellen, die liegen halt im Hochwassergebiet.“

Wie die „Heilbronner Stimme“ berichtet, steht das Happy Match in Obereisesheim komplett unter Wasser. Das Happy Match werde die nächste Zeit geschlossen bleiben. Der Schaden wird auf eine sechsstellige Höhe geschätzt.

Entwarnung nach schwerem Hochwasser und Katastrophen-Voralarm im Rems-Murr-Kreis

12:30 Uhr: Nach schweren Überflutungen hat sich die Hochwasserlage im Rems-Murr-Kreis entspannt. Wie die Integrierte Leitstelle Rems-Murr am Montag mitteilte, sei die Warnung vor Hochwasser aufgehoben. Auch vorsorglich angeordnete Evakuierungen würden aufgehoben. Rückhaltebecken würden langsam und kontrolliert abgelassen. Auch für die Gemeinde Rudersberg gab es Entwarnung.

Auf einer nach Hochwasser verschlammten Straße in Rudersberg arbeiten Helfer.

Entspannung am Rhein in Sicht: Schiffsverkehr wird voraussichtlich Donnerstag wieder freigegeben

Auch am Rhein zeigt sich langsam Entspannung: Am Oberrhein am Pegel Maxau bei Karlsruhe seien die Wasserstände laut Hochwasserzentrale Baden-Württemberg derzeit wieder rückläufig. Hier war die Marke von 7,50 Metern überschritten worden. Allerdings erwarten Experten einen kurzfristigen Wiederanstieg bis Mittwoch. Voraussichtlich ab Donnerstag könne der Rhein für Schiffe wieder freigegeben werden.

Auch auf dem Neckar zwischen Heidelberg und Stuttgart, wo die Schifffahrt ebenfalls seit dem Wochenende eingestellt ist, werde in den nächsten Tagen mit Entwarnung gerechnet, wie ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Heidelberg sagte. 

Regional droht weiter Dauerregen in Baden-Württemberg – Wasserpegel steigen weiter

12:25 Uhr: Die Hochwasser-Lage in Baden-Württemberg bleibt angespannt. Regional droht weiterhin Dauerregen – echo24.de berichtet, welche Kreise betroffen sind. „Zwischen 30 und 40 Liter pro Quadratmeter“ werden erwartet. Dadurch werden die Wasserpegel regional noch weiter ansteigen.

Hochwasser trifft einige Gemeinden hart: Bundeskanzler Olaf Scholz sagt Solidarität zu

12:20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Betroffenen des Hochwassers in Süddeutschland Solidarität zugesichert, wie die „dpa“ berichtet. Solidarität sei das, „was wir als Menschen am meisten brauchen“, sagte er am Montag im oberbayerischen Reichertshofen. „Wir werden alles dazu beitragen, auch mit den Möglichkeiten des Bundes, dass hier schneller weiter geholfen werden kann.“

Wasserstände von Rems und Murr steigen weiter: Pflegeheime in Steinheim evakuiert

12:00 Uhr: Insgesamt sind in Steinheim an der Murr zwei Pflegeheime evakuiert worden.  Mehr als 100 Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Einrichtungen seien auf andere Heime verteilt worden. 

11:05 Uhr: Trotz des nachlassenden Regens gehen die Verantwortlichen im Landkreis Ludwigsburg von einer akuten Gefahrenlage und steigenden Wasserständen aus. „Auch wenn derzeit kein starker Regen fällt, erwarten wir weiterhin einen Anstieg des Wasserstands von Rems und Murr“, sagte Landrat Dietmar Allgaier am Montagmorgen.

In Remseck sei der Scheitelpunkt der Rems noch nicht erreicht. Der Führungsstab beobachte die Lage und koordiniere die Einsatzkräfte. Insgesamt seien rund 250 Männer und Frauen der Feuerwehren im Einsatz. Am Morgen wurde laut Landkreis ein Pflegeheim in Steinheim an der Murr evakuiert. Die Bewohner wurden auf andere Heime verteilt.

Große regionale Unterschiede bei Hochwasser-Lage: Entspannung an der Lein – keine Entwarnung in Heidelberg

10:45 Uhr: Die Hochwasserlage im Ostalbkreis hat sich etwas entspannt. Die Abflussmenge, die die Lein herunterkomme, sinke, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs am Montagmorgen laut „dpa“. Ein Großteil der Menschen könne nach der Evakuierung wieder zurück in die Häuser. Aber es gebe immer noch Häuser in überschwemmten Gebieten. Die Sprecherin sprach nicht von einer Entwarnung in der Region. «“Aber es ist ein deutliches Signal der Verbesserung.“ Hunderte Menschen waren in der Gegend evakuiert worden.

Wegen des Hochwassers sind in Heidelberg weiterhin mehrere Bereiche der Altstadt überflutet, allerdings werden die Pegelstände nun voraussichtlich wieder sinken. Der Scheitelpunkt des Neckars von 5,10 Metern sei in der Nacht zum Montag erreicht worden, wie die Stadt am Vormittag mitteilte. Zuvor war die Bundesstraße 37 im Bereich der Altstadt in beide Richtungen komplett gesperrt worden. Wie lange die Sperrung bestehen bleibe, sei unklar, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Lage sei sehr dynamisch, Entwarnung könne noch nicht gegeben werden.

Evakuierungen in Ebersbach an der Fils: Anwohner in Sicherheit gebracht

9:35 Uhr:  In der stark vom Hochwasser getroffenen Gemeinde Ebersbach an der Fils sind Anwohner mehrerer Straßenzüge in Sicherheit gebracht worden, berichtet die „dpa“. Wie viele Menschen betroffen waren, konnte eine Stadtsprecherin am Montag zunächst nicht sagen. Die Menschen waren schon vorgewarnt gewesen und von der Stadt angehalten worden, Dokumente und das Nötigste zusammenpacken.

Angesichts der Hochwasserlage sollten am Montag auch alle Schulen und städtische Kitas geschlossen bleiben, wie die Stadt auf ihrer Facebook-Seite weiter mitteilte. An der Einschätzung des Landratsamts Göppingen hatte sich zunächst nichts geändert, wie ein Sprecher am Morgen sagte: Es gebe massive Überflutungen in dem Ort, die ein Wohngebiet betreffen. Von der Behörde war eine sogenannte außergewöhnliche Einsatzlage angeordnet worden. 

Alle Straßen in Rudersberg gesperrt – Feuerwehr geht von eingeschlossenen Personen aus

9:30 Uhr: Extremer Starkregen hat besonders der kleinen Gemeinde Rudersberg zugesetzt. Das gesamte Gemeindegebiet sei betroffen, alle Straßen seien gesperrt, sagte ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr am Morgen. Die Teilorte Schlechtbach und Klaffenbach seien nach wie vor überschwemmt, die Feuerwehr versuche, sich einen Zugang zu den Bewohnern dort zu verschaffen.

„Teilweise könnten Personen eingeschlossen sein“, sagte der Sprecher. Berichte, wonach 20 Menschen dort vermisst würden, konnte er so nicht bestätigen. Auch aus dem Landratsamt hieß es, dass keine Personen vermisst würden. 

Lage im Rems-Murr-Kreis verschärft sich: Katastrophen-Voralarm ausgelöst

9:25 Uhr: Die Hochwasserlage im Rems-Murr-Kreis hat sich unerwartet verschärft. Das teilte das Landratsamt am Montagmorgen mit. Die Lage schien am Sonntagabend eigentlich bereits unter Kontrolle zu sein, wie die Behörde mitteilte. Nach dem extremen Starkregen in der Nacht habe man nun aber den Katastrophen-Voralarm ausgelöst.

Im Landratsamt tagten der Verwaltungsstab und der Führungsstab der Blaulichtfraktion. Seit dem Morgen würden Anwohner in den betroffenen Rems-Kommunen vorsorglich evakuiert. Das Landratsamt rief dazu auf, Gefahrenbereiche zu meiden. 

Schulen und Kitas bleiben aufgrund von Hochwasser regional geschlossen

In den betroffenen Kommunen Waiblingen, Weinstadt, Remshalden und Winterbach blieben zudem Schulen und Kitas geschlossen. Gleiches gelte für das Berufsschulzentrum Schorndorf. „Schüler, die nicht in die Schule gelangen können, sollen ebenfalls zu Hause bleiben“, so das Landratsamt.

Die Behörde teilte weiter mit, dass die Hochwasserrückhaltebecken der Rems gefüllt seien und das neuralgische Becken in Winterbach kontrolliert entleert werde. 

Zahlreiche Hochwasser-Einsätze in Heilbronn und der Region – Keller vollgelaufen

8:00 Uhr: Auch in Heilbronn und der Region kommt es in der Nacht zum Montag und in den frühen Morgenstunden zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr und der Polizei. Wie die Polizei Heilbronn auf Nachfrage von echo24.de berichtet, kommt es im gesamten Präsidiumsbereich durchgehend zu Hochwasser- und Überschwemmungseinsätze.

Festplätze, Parkplätze wurden überflutet und mussten gesperrt werden. Es gab Erdrutsche, vollgelaufene Keller. Die Neckartalstraße auf der Höhe von Obereisesheim muss für die kommenden Tage gesperrt werden. Dort ist ein Quick Damm errichtet worden. Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Hochwasser und Überschwemmungen im Präsiumsbereich keine Menschen verletzt.

Überflutungen und steigende Pegel: Hochwasser im Raum Heilbronn und Hohenlohe in Bildern

Der Neckarpegel in Lauffen soll am Samstag weiter steigen.
In Lauffen bereiten sich Anwohner auf Überschwemmungen vor.
Bilder aus Lauffen zeigen die Hochwasser-Lage am Samstag.
Der Neckar ist bereits über seine Ufer getreten.
Überflutungen und steigende Pegel: Hochwasser im Raum Heilbronn und Hohenlohe in Bildern

Weiterhin Zugausfälle möglich – DB empfiehlt „unnötige Reisen zu verschieben“

Wegen der Unwetterschäden bleibt der Bahnverkehr im Süden Deutschlands am Montag stark beeinträchtigt. Die Deutsche Bahn teilte in der Nacht auf Montag mit: „Wir raten von Reisen in die betroffenen Hochwassergebiete in Bayern und Baden-Württemberg ab und empfehlen, nicht notwendige Reisen zu verschieben. Bitte rechnen Sie zusätzlich damit, dass es bei den noch verkehrenden Zügen zu einer sehr hohen Auslastung kommt.“ Für die Nacht wurden in Stuttgart, Nürnberg und München für Reisende Aufenthaltszüge eingerichtet.

Hochwasser- und Überschwemmungs-Lage spitzt sich in Baden-Württemberg zu

Erstmeldung, 3. Juni, 6:40 Uhr: In Teilen Baden-Württembergs spitzt sich die Hochwasserlage zu – besonders betroffen ist die Region um die Landeshauptstadt. In der Stadt Ebersbach an der Fils südöstlich von Stuttgart sind nach Einschätzung des Landratsamtes zahlreiche Menschen gefährdet. Das Hochwasser betreffe ein Wohngebiet, es sei eine „eine außergewöhnliche Einsatzlage“ ausgerufen worden, teilte das Landratsamt Göppingen am frühen Montagmorgen mit.

Die Bundesstraße 10 in Ebersbach an der Fils sei rund um die Stadt gesperrt, das Wasser stehe teilweise kniehoch, sagte der Sprecher. Die Wassermassen hätten eine Lärmschutzwand an der Bundesstraße durchbrochen und die Fahrbahn überflutet. Das Wasser auf der Straße stamme vor allem von der nahe vorbeifließenden Fils, aber auch von Hängen. Auch die Bahnstrecke von Göppingen nach Ebersbach ist gesperrt.

„In Rudersberg ist Land unter“: Menschen in ihren Häusern eingeschlossen – unübersichtliche Lage

Heftige Unwetter haben am Sonntagabend auch im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg zu Überschwemmungen geführt. Doch vor allem in der Gemeinde Rudersberg sei die Lage angespannt, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen.

„In Rudersberg ist Land unter, alles steht unter Wasser.“ Menschen seien in ihren Häusern eingeschlossen und würden von der Feuerwehr evakuiert. Die Lage sei noch völlig unübersichtlich. Die Einsatzfahrzeuge konnten wegen der überfluteten Straßen nicht in den Ort fahren.

Gesperrte Straßen, überflutete Gemeinde: Bilder zeigen Hochwasser in Baden-Württemberg

Hochwasser in Baden-Württemberg - Meckenbeuren
Teile von Meckenbeuren im Bodenseekreis stehen am Sonntag (2. Juni) unter Wasser.
Teile von Meckenbeuren im Bodenseekreis stehen unter Wasser.
Wiesen und Felder sind beim Happy Match in Obereisesheim, einer Tennis- und Freizeitanlage, überflutet.
Gesperrte Straßen, überflutete Gemeinde: Bilder zeigen Hochwasser in Baden-Württemberg

Schorndorf, Esslingen und Co. warnen: „Überschwemmungsgebiete meiden“

Die Stadt Schorndorf östlich von Stuttgart hat die Bevölkerung ausdrücklich gebeten, die Überschwemmungsgebiete zu meiden und keinen Hochwassertourismus zu betreiben. Zur aktuellen Lage teilte die Stadt am späten Sonntagabend auf ihrer Homepage mit, dass die starken Regenfälle im Wieslauftal zu einem raschen Anstieg der Pegel der Wieslauf und ihrer Zuflüsse geführt hätten. Einzelne Straßen im Stadtteil Miedelsbach seien wegen des Wassers und teilweise starker Strömung unpassierbar.

Die Stadt Esslingen am Neckar in der Region Stuttgart hat wegen der angespannten Hochwassersituation vor dem Betreten bestimmter Bereiche gewarnt. „Wir bitten dringend, Keller und Tiefgaragen im Bereich der Innenstadt und in Oberesslingen nicht zu betreten. Auch die Bereiche direkt am Neckar sollten nicht betreten werden“, teilte die Stadt in der Nacht zum Montag mit. Die Stadtverwaltung beobachte die Pegelstände weiter. „Bitte informieren Sie sich regelmäßig auf dieser Seite und in den Medien“, hieß es auf der Internetseite der Stadt.

Auch in der Gemeinde Gschwend im Ostalbkreis war es nach einem Dammbruch am Sonntagabend zu Hochwassereinsätzen gekommen. Die Feuerwehr rettete Anwohner aus den umliegenden Häusern im Ortsteil Neumühle. Verletzt wurde niemand.

Gemeinden im Ostalbkreis wegen Hochwasser evakuiert – mehr als 250 Menschen in Sicherheit gebracht

Im Ostalbkreis spitzt sich die Hochwasserlage zu. In Teilen der Gemeinden Leinzell, Heuchlingen und Göggingen wurden die Menschen in der Nacht zum Dienstag vorsorglich aus ihren Häusern geholt, wie eine Sprecherin des Krisenstabs am frühen Montagmorgen mitteilte.

Die Gemeinde Täferrot müsse komplett evakuiert werden. Erste Überschwemmungen hätten den Ort am Morgen bereits erreicht, hieß es. Etwa 250 bis 300 Menschen seien in der Nacht in Sicherheit gebracht worden.

Rubriklistenbild: © Felix Kästl, dpa/ Uli Deck, dpa/ Collage: echo24.de

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