Unterschiedliche Tempolimits
Bußgelder für Wohnwagen: Die Verkehrsregeln und Mautgebühren gelten im Ausland
- VonMilea Erzingerschließen
Wer mit dem Wohnwagen ins Ausland fährt, muss sich auf unterschiedliche Verkehrsregeln einstellen. Wenn Fahrer sich nicht an diese halten, drohen Bußgelder.
Mit dem Wohnwagen innerhalb Europas zu verreisen, hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem Hotel oder einem Ferienhaus: Urlauber sind flexibler, weil sie das „eigene Zuhause auf Rädern“ immer dabei haben. Dabei ist es jedoch wichtig, sich auf die unterschiedlichen Verkehrsregeln der jeweiligen Länder vorzubereiten.
Denn wenn Fahrer sich mit einem Wohnwagen-Gespann nicht an die gelten Regeln halten und erwischt werden, kann es teuer werden. Möglich macht das der Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung (RBGeld). Denn dadurch können Bußgelder grenzüberschreitend in Europa vollstreckt werden.
Mit dem Wohnwagen in Europa unterwegs: Diese Verkehrsregeln und Mautgebühren gelten
In vielen Ländern Europas gibt es spezifische Regelungen, die Wohnwagen-Fahrer beachten müssen. Beispielsweise besteht in Polen eine durchgängige Lichtpflicht. Das bedeutet, dass auch tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht gefahren werden muss. In vielen Ländern, wie Italien, Frankreich und der Schweiz, müssen Wohnwagen eine Maut zahlen.
In Italien und Südtirol fallen Wohnwagen in die Kategorie C, was bedeutet, dass die Mautgebühren anhand der Anzahl der Achsen des gesamten Gespanns berechnet werden. Das Gespann besteht aus dem Zugfahrzeug und dem Anhänger, erklärt der Automobil-Club Verkehr (ACV). Je mehr Achsen, desto höher die Maut. In der Schweiz benötigen Wohnwagen eine eigene Vignette, was zu doppelten Mautgebühren führt. Außerdem wird die Mautpflicht ab Juli auf Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen ausgeweitet, wie echo24.de berichtet.
Regeln für Wohnwagen im europäischen Ausland: Tempo-Unterschiede und Promillegrenzen
Die Geschwindigkeitsbegrenzungen für Wohnwagen variieren stark, je nach Land. In Deutschland dürfen Wohnwagen-Gespanne auf Autobahnen mit einer Genehmigung bis zu 100 km/h fahren. In anderen Ländern sind die Regelungen strenger. In Spanien beträgt die Höchstgeschwindigkeit innerorts beispielsweise oft nur 30 km/h, auf Landstraßen 70 km/h und auf Autobahnen 90 km/h. In Belgien gilt in Brüssel innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h für Wohnwagen-Gespanne, wie der ACV berichtet.
Rumänien erlaubt hingegen innerorts eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h für Wohnwagen. Zusätzlich gibt es in jedem Land spezifische Sonderregelungen. In Schweden gelten beispielsweise besondere Geschwindigkeitsbeschränkungen für ungebremste Gespanne mit einem Gesamtgewicht über 7,5 t sowie für Anhänger unter 7,5 t, sofern das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers die Hälfte des Leergewichts des Pkw übersteigt. Diese Fahrzeuge dürfen höchstens 40 km/h fahren, führt der ACV weiter aus.
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In Kroatien dürfen Fahranfänger, die ihren Führerschein weniger als drei Jahre besitzen, auf Schnellstraßen mit Wohnwagen maximal 100 km/h und auf Autobahnen maximal 110 km/h fahren. Zudem müssen Fahrer unter 25 Jahren in Kroatien 10 km/h unter dem erlaubten Limit fahren. Diese Regelung gilt jedoch nicht innerorts. Die Promillegrenzen variieren ebenfalls, so der ACV: In Tschechien und Ungarn gilt eine 0,0-Promillegrenze.
Zusatzspiegel und überstehende Ladungen bei Wohnwagen – das gilt
In vielen Ländern sind Zusatzspiegel für Wohnwagen erforderlich, wenn der Anhänger breiter ist als das Zugfahrzeug. Diese Spiegel sorgen für eine bessere Sicht und erhöhen die Sicherheit beim Fahren. In Deutschland ist der Aufenthalt im Wohnwagen während der Fahrt streng verboten – das gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, erklärt die „Deutsche Presseagentur“ (dpa).
Beim Transport von Fahrrädern oder anderen sperrigen Gegenständen mit dem Wohnwagen müssen spezielle Regeln beachtet werden. Überstehende Ladung darf maximal bis zu 1,5 Meter hinausragen. Bei kurzen Fahrstrecken von bis zu 100 km darf die Ladung auch drei Meter aus dem Wohnwagen herausragen.
Bußgelder in der EU für Wohnwagen-Gespanne: Verkehrsverstöße und ihre Konsequenzen
Seit 2010 gilt in der EU der Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung (RBGeld). Dieser ermöglicht es, Geldstrafen grenzüberschreitend zu vollstrecken. In Deutschland übernimmt das Bundesamt für Justiz die Rolle der zentralen Bewilligungsbehörde. Der RBGeld gilt in allen EU-Mitgliedsländern mit Ausnahme von Griechenland und hat eine Bagatellgrenze von 70 Euro, inklusive Verfahrenskosten.
Verstöße gegen Verkehrsregeln können zu erheblichen Bußgeldern führen – das gilt natürlich auch für Wohnwagen-Gespanne. In Italien kann das Fahren ohne Licht tagsüber eine Strafe von etwa 85 Euro nach sich ziehen. Wer in Frankreich die Promillegrenze überschreitet, muss mit einer Geldstrafe von mindestens 135 Euro rechnen, so „Auto, Motor und Sport“.
Park- und Übernachtungsregeln für Wohnwagen in Europa: Darauf sollten Urlauber achten
In vielen europäischen Ländern sind Fahrer von Wohnwagen-Gespannen dazu angehalten, sich an ausgewiesenen Campingplätzen oder Stellplätzen zu orientieren. In Deutschland dürfen Wohnwagen grundsätzlich überall dort parken, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Dennoch ist es ratsam, vorab die Regelungen vor Ort zu prüfen, da in einigen Städten und touristischen Gebieten besondere Einschränkungen gelten können.
Einige Länder wie Frankreich und Italien haben spezielle Vorschriften für das Übernachten außerhalb von Campingplätzen, die das freie Stehen begrenzen oder nur unter bestimmten Bedingungen erlauben. Vor der Reise sollten Fahrer daher überprüfen, ob und wo das Übernachten im Wohnwagen gestattet ist, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
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