Rechte kennen
Von Radarfalle geblitzt: Autofahrer können gegen Bußgeldbescheid vorgehen
VonJuliane Reyleschließen
Geblitzt zu werden ist nicht nur ärgerlich, sondern oft auch teuer. Doch Autofahrer haben Rechte und können gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen.
Schneller als gedacht flackert das rote Blitzlicht oft auf. Viele Menschen fahren täglich mit dem Auto. Zur Arbeit, zum Sport, zu Freunden und Familie oder einfach zum Vergnügen. Und so mancher Fahrer tritt auch gerne mal etwas stärker aufs Gaspedal. Deshalb ist es gut zu wissen, wie hoch die Blitzer-Toleranzgrenze ist, um schneller zu fahren als erlaubt. Aber manchmal erwischt es einen doch. Wer geblitzt wird, hat aber auch Rechte. Das Bußgeld muss nicht immer bezahlt werden. Es gilt, auf folgende Aspekte zu achten:
- Toleranzabzug beachten
- Erkennbarkeit des Kfz-Kennzeichen
- Erkennbarkeit des Fahrers
- Abstand von Blitzer zum Verkehrsschild
- Erlaubte Geschwindigkeit
- Eichung des Blitzers
Von Radarfalle geblitzt? Was Autofahrer jetzt tun können
Moderne Radarfallen erfassen Autos auch ohne Blitz. Deshalb kommt so mancher Bußgeldbescheid völlig unerwartet. Manchmal fällt den Autofahrern ein, dass sie auf der betreffenden Strecke gerast sind oder die erlaubte Geschwindigkeit überschritten haben, dann ist alles im Rahmen. Es kommt aber auch vor, dass Autofahrer ein Bußgeld nicht zahlen wollen und damit sogar recht haben. Wenn der Verdacht besteht, dass das Bußgeld nicht gerechtfertigt ist, können Betroffene Einspruch einlegen. Wie im „Bußgeldkatalog“ beschrieben, können Autofahrer einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt mit der Akteneinsicht beauftragen. Unter Umständen kann der Anwalt auch einen Sachverständigen beauftragen, den Blitzer zu begutachten.
Zum Beispiel haben Autofahrer das Recht zu erfahren, wer die Strafe verhängt hat und warum. Im Bußgeldbescheid werden in der Regel der Ort, die Straße, die zulässige Geschwindigkeit und die gefahrene Geschwindigkeit angegeben. So können Betroffene überprüfen, ob der Blitzer richtig aufgestellt war und die Messung korrekt durchgeführt wurde. Möglicherweise war vor Ort eine höhere Geschwindigkeit erlaubt als auf dem Bußgeldbescheid angegeben. Auch der richtige Abstand zwischen Blitzer und Verkehrsschild ist zu beachten.
Einspruch gegen Bußgeldbescheid nach Blitzerfoto: Diese Rechte haben Autofahrer
Um Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einzulegen, sollten Autofahrer jedoch auch Beweise sammeln, um ihre Argumente zu untermauern. Dazu gehören Fotos, Zeugenaussagen und andere Fakten. Wichtig ist, nach Erhalt des Bußgeldbescheids nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Die Fristen sollten eingehalten werden, um eine Erhöhung des Bußgeldes zu vermeiden. Wird der Strafzettel einfach nicht bezahlt, drohen nämliche weitere Maßnahmen der Behörden.
Ob ein Knöllchen ohne Blitzerbild bezahlt werden muss, ist individuell. Autofahrer, die einen Bußgeldbescheid ohne Foto erhalten, können dieses unter Umständen nachträglich anfordern. Schließlich kann es sein, dass das Kennzeichen verschwommen ist und in Wirklichkeit ein anderes Fahrzeug von der Radarfalle erfasst wurde.
Toleranzabzug bei Bußgeldbescheid beachten
Bei der Angabe der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit sollte außerdem stets überprüft werden, ob der Toleranzabzug bedacht wurde. Der Toleranzabzug bei einer Geschwindigkeit unter 100 km/h beträgt 3 km/h bei Radar-, Laser- und Lichtschrankenmessverfahren und 5 % oder mindestens 5 km/h bei Provida.
Bei Messungen über 100 km/h beträgt der Toleranzabzug 3 % der gefahrenen Geschwindigkeit, wie der „Bußgeldkatalog“ schreibt.
Auch andere Faktoren können den Bußgeldbescheid oder den Messwert der Radarfalle verfälschen. Ein ungeschulter Beamter oder ein zum Tatzeitpunkt nicht geeichtes Radargerät können den Bußgeldbescheid verfälschen, wie „Autobild“ schreibt. echo24.de erklärt, warum es sich für Autofahrer lohnt gegen fehlerhafte Bußgeldbescheide vorzugehen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Bihlmayer

