Bei zu viel Leergut

Steuer für‘s Pfandflaschen sammeln: Dann wird die Leergut-Abgabe teuer

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
    schließen

Pfandflaschen sammeln, zum Leergutautomaten bringen und dort das Geld kassieren? Das kann sich lohnen. Doch Vorsicht: Ab einer bestimmten Menge kann das richtig teuer werden. Steuern fallen an.

In Deutschland gibt es für nahezu alles Gesetze, Vorschriften und sogar Steuern. Sogar für das Sammeln von Pfandflaschen und Leergut. Wer denkt, dass er einfach losziehen, leere Flaschen einsammeln und beim Leergutautomaten in Unmengen abgeben kann, der täuscht sich. Manchmal gibt es für Kunden bei der Pfand-Rückgabe kein Geld zurück. Doch das ist noch das geringere Übel. echo24.de berichtet, wann es teuer wird.

In einem bestimmten Fall muss sogar Geld abgegeben werden, denn der Prozess kann steuerpflichtig werden. Der nächste Urlaub sollte also besser nicht durch Pfand finanziert werden, wie bei „Einfach.Recht“ erklärt wird. Das Pfandflaschensammeln könnte sonst als Gewerbe gesehen werden.

Steuer fürs Pfandflaschen-Sammeln: Ab wann die Leergut-Abgabe als Gewerbe gilt

Das Sammeln von Pfandflaschen und -dosen stellt grundsätzlich eine gewerbliche Tätigkeit dar, wie „Yahoo Finanzen“ schreibt. Das bedeutet, dass Einkünfte aus dieser Tätigkeit steuerpflichtig sein können. Ob die Tätigkeit aber tatsächlich steuerpflichtig ist, hängt von finanziellen Faktoren ab.

Wer in größerem Umfang oder regelmäßig Pfandflaschen sammelt, betreibt ein Gewerbe. Doch das allein ist noch nicht steuerpflichtig, es kommt auf den erzielten Gewinn an. Verdient ein Pfandflaschensammler im Jahr mehr als 11.604 Euro mit dem Leergut, wird die Steuer fällig. So hoch ist der Grundfreibetrag aktuell in Deutschland.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass für das meiste Leergut, also Plastikflaschen, Glasflaschen, Dosen und Co. nur zwischen acht und 25 Cent Pfand zurückerstattet werden. Ist die Flasche oder Dose kaputt, kommt ein Mehraufwand hinzu: So bekommen Kunden Geld für kaputte Pfandflaschen zurück.

Vorsicht beim Leergut-Sammeln auf Messen, Festivals und Co. – was beachtet werden muss

Wer mit Pfandflaschen und Dosen mehr Geld verdient, wird das Sammeln von Einweg- oder Mehrwegflaschen vermutlich nicht nur nebenbei betreiben, sondern beispielsweise auf Festivals, Messen, Festen. In diesem Fall müssten die Einkünfte in die Anlage G der Steuererklärung für Einkünfte aus Gewerbebetrieb eingetragen werden und sind steuerpflichtig.

Wie hoch die Steuern ausfallen, ist individuell. Ob sich das Geschäft dennoch lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Aber es gibt noch weitere Regeln: Pfandbon nach Jahren einlösen – diese Rechte haben Kunden.

Kunden machen sich unwissend strafbar: Was beim Einkauf verboten ist

Frau riecht an einer Shampoo-Flasche im Supermarkt
Kleinkind zo¤hlt Geldscheine in Euro auf dem Boden, 12.10.2020, Copyright: x9fotoartx Panthermedia25740568
zerbrochene Glasflasche auf dem Boden, Deutschland broken glass bottle on stone ground, Germany BLWS612760 Copyright: xb
Foto Manuel Geisser 20.04.2022 Schweizer Einkaufstourismus .Fleischmarkt. Bild : Fleisch - Hamstereinkauf Discounter Sup
Kunden machen sich unwissend strafbar: Was beim Einkauf verboten ist

Übrigens: Beim Sammeln von Pfandflaschen ist darauf zu achten, dass die Flaschen auf öffentlichen Wegen, Straßen oder in der freien Natur abgestellt werden. Wer die Flaschen von Privatgrundstücken oder beispielsweise aus Mülleimern holt, macht sich unter Umständen ebenso strafbar wie beim Containern. Allerdings handelt es sich hier um eine rechtliche Grauzone, denn wie die „Frankfurter Rundschau“ schreibt, hat das Amtsgericht München entschieden: Wer Pfandflaschen aus einem Altglascontainer fischt, macht sich nicht strafbar.

Rubriklistenbild: © IMAGO / VWPics