Wetter in Baden-Württemberg
Wetter-Experte klärt auf: Darum ist Gewitter so schwer vorherzusagen
VonTobias Beckerschließen
Die Wetterlage betrifft alle Menschen im Alltag. Erst recht, wenn es sich um Gewitter handelt. Gerade die sind jedoch für Experten schwer vorherzusagen.
Ob Sonne, Hitze, Regen oder Sturm – das Wetter in Baden-Württemberg zeigt sich über das Jahr hinweg in allen Facetten. Oft liegen Experten bei der Vorhersage des Wetters richtig – gerade im Zeitraum der nächsten drei bis fünf Tage. Doch gerade im Sommer gibt es eine Wetterlage, die für Experten nur sehr schwer exakt vorhersehbar ist: Gewitter! Doch woran liegt es?
Gewitter in Baden-Württemberg: Vorhersage nicht einfach für Experten
In den vergangenen Wochen zeigten die Wetterkarten hier und da Gewitter an, teils mit Starkregen und heftigen Sturmböen. Während der Wind häufig kam, blieb das Gewitter oft aus. Nur lokal ein Blitz und Donner, generell viel zu wenig Regen. Dass der Sommer 2023 von Trockenheit und Dürre geplagt sein soll, hat echo24.de bereits berichtet. Wetter-Experten vermuten zudem, dass es ein möglicher Jahrhundertsommer wird.
Auch wenn Experten Gewitter möglicherweise kommen sehen, treffen diese nicht immer ein und wenn, dann häufig nur lokal. „Generell ist es so, dass wir es bei Gewittern, die nicht frontgebunden sind, schwer haben in der Vorhersage“, erklärt Kai-Uwe Nerding, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Anders sieht es bei Gewitterfronten aus, wie der, die am Dienstag von Westen nach Baden-Württemberg kommen soll.
Kochtopf-Vergleich von Wetter-Experte – Gewitter schwer vorherzusagen
Doch warum, ist es bei Gewittern, die nicht frontgebunden sind, so schwer? Nerding: „Stellen Sie sich einen Kochtopf mit Wasser vor, den Sie erhitzen. Können Sie exakt vorhersagen, wo die erste Blase vom Boden aufsteigt?“ Heißt: Meteorologen können ungefähr abschätzen, in welchen Region es am wahrscheinlichsten ist und in welcher Intensität die Gewitter auftreten, aber exakte Prognosen Tage im Voraus sind kaum möglich.
Zur Berechnung nutzen die Wetter-Experten laut Kai-Uwe Nerding die Temperatur und das Vertikalprofil der Feuchte, aus denen dann die Vorhersage für Niederschlag und Wind gewonnen werden. Dann können sie auch feststellen, ob die Gewitter vielleicht rotieren, was wiederum zu einer Superzelle führen kann. Diese Superzellen wiederum verlagern sich teilweise vom Breisgau über die schwäbische Alb bis nach Bayern in nur sechs Stunden. Ob sich ein Gewitter bildet, hängt allerdings von den Bedingungen ab, die man vom Erdboden bis in rund zehn Kilometern Höhe findet.
Gewitterfronten wiederum sind vorhersehbarer, treten aber seltener auf als lokale Gewitter. Gerade die für den Sommer typischen Hitze- und Wärmegewitter sind häufig eher lokal vorzufinden und treten laut DWD-Meteorologe am häufigsten auf. Ob es künftig einfacher wird und Experten genauere Gewitter-Vorhersagen treffen können, ist fraglich. „Es ist immer Gegenstand der Forschung, Vorhersagen besser machen zu wollen“, so Kai-Uwe Nerding vom Deutschen Wetterdienst, aber: „Wie viel da herausgeholt werden kann, ist fraglich.“
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