Schwere Schäden

Unwetter-Gefahr bleibt: Gewitter und Starkregen drohen „bis in die Nacht“

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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  • Juliane Reyle
    Juliane Reyle
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Unwetter treffen Baden-Württemberg: Bis in die Nacht auf Freitag werden Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel erwartet. Es gibt bereits erste Schäden.

  • Eine Unwetterfront trifft am Donnerstag auf Baden-Württemberg: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt bis in die Nacht vor „schwerem Gewitter“, Starkregen, Sturm und Hagel.
  • Regional kommt es bereits zu Überschwemmungen. Im Zollernalbkreis hat es eine „heftige Sturzflut“ gegeben.
  • In Stuttgart sind mehrere Blitze eingeschlagen.

Gewitter, Starkregen, Hagel sowie Sturmböen treffen am Donnerstag auf Baden-Württemberg. Am 2. Mai soll es wettertechnisch „ordentlich zur Sache gehen“, wie Meteorologe Dominik Jung die Situation für das Wetter in Deutschland beschreibt. Nachdem die Temperaturen am Maifeiertag noch fast die 30-Grad-Marke geknackt haben, folgt am Donnerstag der Temperatursturz. Gefährlich bleibt es bis in die Nacht.

Bilder zeigen Ausmaß der Unwetter in Baden-Württemberg – Straßen überflutet

Hochwasser in Bisingen: Stadt unter Wasser
Hochwasser in Bisingen - eine überschwemmte Eisdiele
Ein Mann räumt nach einer Überflutung in der Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis auf.
Steine wurden bei einer Überflutung in der Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis herausgerissen.
Bilder zeigen Ausmaß der Unwetter in Baden-Württemberg – Straßen überflutet

Unwetter-Gefahr bleibt bestehen: „Gewitter ziehen sich noch bis in die Nacht“

21:25 Uhr: Wie auf den Bildern zu erkennen ist, hat es vor allem in der Gemeinde Bisingen große Schäden durch die Unwetter gegeben. Das Wasser steht nicht nur auf den Straßen, es wurden auch Steine herausgerissen.

„Kachelmannwetter“ warnt auf „X“: „Die Gewitter ziehen sich noch bis in die Nacht“. Und auch der DWD warnt weiterhin vor teils kräftigen Gewittern und Starkregenfällen mit lokaler Unwettergefahr.

Eine Bilanz lässt sich demnach also erst am Freitagmorgen ziehen, wie schwer die Unwetter Baden-Württemberg wirklich getroffen haben. Bis dahin heißt es: Aufpassen bei Aufenthalten im Freien.

„Heftige Sturzflut“ im Zollernalbkreis: Um die 70 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit

21 Uhr: Den Zollernalbkreis hat es am Donnerstag ordentlich erwischt. Wie „Kachelmannwetter“ auf „X“ berichtet, kam es dort heute „zu einer heftigen Sturzflut“. In Bisingen und drumherum sind bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit gefallen, wie Analysen von „Kachelmannwetter“ zeigen,

Überschwemmungen, Verkehrsbehinderungen und Zugausfälle durch Unwetter

20:10 Uhr:  Wie die „dpa“ berichtet, meldete das DRK im Zollernalbkreis am Donnerstag an die 60 Einsatzstellen. Gewitter und Starkregen haben im Südwesten teils Bäche anschwellen lassen, Straßen wurden überflutet und Keller liefen voll.  Berichte über vermisste Personen konnte die Polizei allerdings nicht bestätigen.

Auch in Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis) stand laut Polizei eine Straße unter Wasser, es gab Verkehrsbehinderungen. In Heiligkreuzsteinach im Rhein-Neckar-Kreis drohte laut Polizei ein Hang abzurutschen.

Ein Blitzschlag im Raum Sigmaringen sorgte für ein defektes Stellwerk bei der Bahn. Am frühen Abend waren laut Deutscher Bahn in der Gegend deshalb keine Zugfahrten möglich. Es kam zu Verspätungen und Teilausfällen.

Überschwemmungen im Zollernalbkreis, Ortenaukreis und Rhein-Neckar-Kreis

20 Uhr: Wie der „SWR“ berichtet, ist es im Zollernalbkreis zu Überschwemmungen gekommen. In Bisingen sei der Klingenbach über die Ufer getreten. Auch in Steinach im Schwarzwald wurden laut „SWR“ mehrere Straßen überflutet, Keller seien vollgelaufen. Bilder zeigen außerdem Überschwemmungen in Altenbach-Schriesheim im Rhein-Neckar-Kreis.

Mit einem kleinen Bagger wird im Stadtteil Altenbach versucht den Bestbach frei zu schaufeln um das Wasser von der überfluteten Sraße abfließen zu lassen.

Auch auf der Warnkarte der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg ist zu erkennen, dass es in Rangendingen im Zollernalbkreis zu Überschwemmungen kommt: Die Starzel, ein Nebenfluss des Neckars führe Hochwasser.

Mehrere Blitzeinschläge in Stuttgart: Zwei Wohnhäuser und ein Baum getroffen

19:55 Uhr: Wie die Feuerwehr Stuttgart am Abend mitteilt, hat es in Stuttgart mehrere Blitzeinschläge gegeben: Zwei mal hat es Wohngebäude getroffen, einmal einen Baum der drohte auf ein Gebäude zu stürzen. Gegen 16 Uhr hat es ein Mehrfamilienhaus in Botnang getroffen – „glücklicherweise kam es zu keinem offenen Brand“, jedoch hat sich Rauch aus einem Sicherheitskasten entwickelt.

Gegen 16:15 Uhr meldeten Anwohner im Wisentweg in Stuttgart-Wolfbusch eine Rauchentwicklung und Brandgeruch nach einem Blitzeinschlag. Auch hier kam es allerdings nicht zu einem Brand. Um 16:40 Uhr rückte die Feuerwehr aus um beschädigte Baumteile abzutragen – da der Baum drohte auf ein Wohngebäude zu stürzen.

Viel Hagel rund um Ulm – Große Gewitterzelle bildet sich über der Alb

19:10 Uhr: Wie mehrere User auf „X“ mitteilen, haben die Unwetter rund um Ulm große Mengen an Hagel gebracht. Wie „Kachelmannwetter“ am Donnerstagabend ebenfalls auf „X“ live berichtet, bildet sich eine weitere große Zelle über der Alb.

Unwetterfront trifft auf Baden-Württemberg: Blitzeinschlag in Stuttgart

18 Uhr: Während es in einigen Regionen noch ruhig ist, hat das Unwetter am Donnerstag in anderen Regionen bereits zugeschlagen. Über Deutschland haben sich bereits einige Gewitterzellen gebildet. In Düsseldorf etwa sind bereits große Hagelkörner heruntergekommen, außerdem kommt es regional zu Überschwemmungen.

Auch in Baden-Württemberg gibt es die ersten Auswirkungen zu spüren. Wie etwa die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, ist am Donnerstagnachmittag ein Blitz in ein Haus in Botnang eingeschlagen. Größere Schäden seien dabei allerdings nicht entstanden.

Wie „Kachelmannwetter“ auf „X“ mitteilt zeigt sich eine „sehr starke Gewitterlinie bei Ulm mit größerem Hagel und heftigem Starkregen“.

Warnung vor Hochwasser und Überschwemmungen durch Starkregen in Baden-Württemberg

Auf der Karte der „Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg“ sind bislang noch keine Überschwemmungen zu erkennen. „Ab heute Mittag bis in die Nacht zum Freitag sind durch lokal teils extrem heftigem Starkregen starke Wasserstandsanstiege in den davon betroffenen Bächen und kleinen Flüssen möglich“, heißt es in einem aktuellen Lagebericht.

Das Land warnt: „In bebauten Gebieten kann es beim Auftreten von Starkniederschlägen im Einzelfall zu örtlichen Überlastungen der Kanalisation und zu schnellen Überflutungen von Straßen, Kellern, Unterführungen und Tiefgaragen kommen. Auch außerorts sind Überflutungen von Straßen möglich.“

Unwettergefahr in Baden-Württemberg: Gewitter, Starkregen, Hagel – das droht am Donnerstag

Erstmeldung: Von Südwesten her ziehen bereits am Donnerstagmittag kräftige Schauer auf und bringen Kälte, Hagel und Unwetter mit. Im Südwesten warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Wetter in extremer Form. Der DWD hat auch für Heilbronn eine Warnung vor starkem Gewitter herausgegeben.

Spitzentemperaturen und Sonnenschein sorgten am Dienstag und Mittwoch für Grill- und Badewetter sowie das erste Gefühl von Sommer. Doch „die Wärme endet mit einem Knall“ erklärt Jung. Am Donnerstag wird es in Baden-Württemberg gefährlich. Die Unwettergefahr ist hoch – auch für Heilbronn gilt eine heftige Gewitter-Prognose. Tief „Flurina“ könne stellenweise für starken Dauerregen bis Freitagmorgen sorgen – doch das ist nicht alles.

Am Vormittag ziehen im südlichen Oberrheingraben, im Südschwarzwald und am Hochrhein von Südwesten her erste gewittrige Schauer auf. Dabei sind bereits Sturmböen bis 80 km/h und Hagel möglich. Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit hält der DWD für wahrscheinlich. Am Mittag spitzt sich die Lage weiter zu: Örtlich sind Gewitter mit unwetterartigem Starkregen von 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde und 35 bis 50 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden möglich.

Schutz vor Sturmböen und Gewitter: Akute Unwettergefahr und Hochwasser in Baden-Württemberg

Die starken Regenfälle können auch in Baden-Württemberg stellenweise zu Überflutungen und Überschwemmungsgefahr führen. Vor allem südlich von Stuttgart wird vor Hochwasser gewarnt. Die Hochwasserzentrale spricht von einer Gefährdung im Einzugsgebiet der Neckarzuflüsse Ammer, Aach, Aich und Körsch. Aber auch in den Einzugsgebieten der Neckarzuflüsse Eyach, Echaz, Lauter und Fils besteht mäßige Hochwassergefahr. Im Donaugebiet von Geisingen/Kirchen-Hausen bis Sigmaringen besteht nach den Modellrechnungen ebenfalls eine mäßige Hochwassergefährdung. Schließlich kann es auch im Einzugsgebiet der Donauzuflüsse Lauchert und Schmeie zu Überschwemmungen kommen.

Zusammenfassen lässt sich das Wetter am Donnerstag folgendermaßen:

  • Gewitter
  • Sturmböen mit bis zu 80 km/h ️
  • Hagel
  • Starkregen
  • Regenfälle mit bis zu 50 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden
  • Gefahr von Überschwemmungen
  • abkühlende Temperaturen

Gewitter, Sturm und Starkregen treffen Baden-Württemberg: Bilder zeigen Unwetter-Schäden

Feuerwehrleute löschen einen Brand in einem Wohnhaus in Steinheim im Kreis Ludwigsburg.
Ein Dachstuhl steht in Steinheim an der Murr in der Nacht auf Mittwoch in Flammen. Ein Blitz ist eingeschlagen.
Das Gewitter in Baden-Württemberg hatte es in der Nacht auf Mittwoch ordentlich in sich.
Ein Güglinger hat Blitze über dem Stromberg eingefangen.
Gewitter, Sturm und Starkregen treffen Baden-Württemberg: Bilder zeigen Unwetter-Schäden

In den ersten Morgenstunden in Nacht zum Freitag besteht noch Unwettergefahr, erst im Laufe der Nacht lassen die Gewitter und ihre Begleiterscheinungen wie Hagel und Starkregen allmählich nach. Aber auch außerhalb der Unwetter können starke bis stürmische Böen um 60 km/h auftreten. Bei akuter Unwettergefahr sollte der Aufenthalt im Freien vermieden werden. Lose Gegenstände im Freien sollten vorher gesichert werden. echo24.de gibt Tipps zum Schutz vor Gewitter und dem richtigen Verhalten bei Blitzeinschlag.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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