Was für ein Playoff-Halbfinalspiel!
Kampf, Spannung, Massenkeilerei: Eppelheim besiegt Heilbronn
VonOlaf Kubasikschließen
In einer fast schon oberligareifen Partie haben die Eisbären Heilbronn das Nachsehen gegenüber ihren Eppelheimer Artgenossen.
Die Hauptrunde ist Geschichte. Jetzt gilt's für die Eisbären Heilbronn. Denn am Freitagabend empfangen sie im Playoff-Halbfinale der Eishockey-Regionalliga ihre Artgenossen aus Eppelheim. Besonders heiß auf die erste Friss-oder-stirb-Partie ist Angreifer Stefano Rupp. Denn für den Topscorer im Team ist es die erste Playoff-Partie im Eisbären-Trikot. Rupp verspricht: "Wir werden genau da weitermachen, wo wir am Sonntag aufgehört haben." Stimmt, aber nicht im Ergebnis: 5:6-Niederlage.
Mit Claudio Schreyer fehlt ein wichtiger Führungsspieler
ABER: Einer fehlt gaaanz besonders in der Mannschaft... Führungsspieler Claudio Schreyer erlitt am Sonntag einen Kapselriss im Knöchel. Coach Sascha Bernhardt erklärt: "Er kommt mit seiner starken Schwellung in keinen Schlittschuh rein." Für ihn rückt Daniel Steinke in die Angriffsreihe mit Rupp und Sven Breiter auf. Bange Frage: Geht es ohne Schreyer gegen diesen extrem starken Gegner?
Es ist zunächst ein stark taktisch geprägtes Spiel im ersten Drittel. Beide Eisbären-Klubs agieren auf Augenhöhe und präsentieren sich dabei wie alte Ehepaare zum Valentinstag: schenken sich gar nichts. Bis, ja bis während eines Heilbronner Angriffs der Puck an den Pfosten prallt - und Kapitän Stefan Schrimpf besser abstaubt als jegliche Haushaltshilfe (9.). Stefano Rupp semmelt in der 20. Minute auch noch nach. Mit einem 2:0 im Rücken geht's in die Kabine.
Colin McIntosh bringt Eppelheim zurück
Im zweiten Spielabschnitt erstarren die Heilbronner Eisbären zunächst ein wenig vor ihren Eppelheimer Artgenossen. Die logische Folge: der Anschlusstreffer durch Colin McIntosh (22.). Und genau DIESER Eppelheimer ist es dann auch, der erneut einnetzt (29.)! 2:2 - die Partie kippt wie einst ein Citroën Nemo beim ADAC-Ausweichtest. Kurzes Aufatmen dank Igor Filobok (30.) mit einem Treffer so genial, dass er Albert Einstein genannt werden darf. Doch Eric Artman gleicht wenig später wieder aus (34.). 3:3. Gleiches Bild kurz darauf: Verteidiger Daniel Brendle netzt zur erneuten Führung ein (37.) - bis das Herz der heimischen Eisbären getroffen und fast herausgerissen wird. Von zwei Akteuren, die vergangene Saison noch in Heilbronner Reihen standen: Marc Bruns passt auf Ex-Spielertrainer Manuel Pfenning - wusch: 4:4 (39.). Vorhang fällt, Pause zu dramatischer Musik.
Ein Kampf auf Messers Schneide
Bange Frage: Findet Bernhardt in der Kabine jetzt die passenden Worte??? Die letzten 20 Minuten sind jedenfalls ein harter Kampf. Mit mehr Biegen und Brechen als eine Yoga-Stunde unter vier Promille. Wer nun eine Kiste macht, geht im Halbfinale mit 1:0 in Führung. Arno Metz stellt die Führung für Heilbronn her (56.), bevor McIntosh wieder ausgleicht (57.). Das sieht nach Nachsitzen aus... Gibt es auch - mit dem besseren Ende für Eppelheim. Massenschlägerei auf dem Eis. Mal schauen, wer am Sonntag in Eppelheim überhaupt noch auf dem Eis stehen darf...
In absoluter Sahneform: Rupp, Filobok und Breiter
Nach Schnarch-Drittel: Eisbären wachen plötzlich auf
Eisbärenstark: Keine Chance für den Meister
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