Kampfstarker Auftritt wird mit einem Punkt belohnt

Erst im Penalty-Schießen verloren: Eisbären trotzen lange dem Tabellenführer

  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt, aber langsam stimmt es im Team der HEC Eisbären Heilbronn - auch gegen Tabellenführer EV Ravensburg.

Immens wichtig für die HEC Eisbären Heilbronn: Vasilios Maras.

Der 2:1-Sieg gegen die Stuttgart Rebels war immens wichtig für die Eisbären Heilbronn. Vor allem für die Psyche. Denn an diesem Freitagabend treten sie bei einem ganz anderen Kaliber an: nämlich beim Tabellenführer der Eishockey-Regionalliga Südwest, dem EV Ravensburg. Aber kein Grund für Haudegen Martin Williams, den Kopf in den Sand zu stecken: "In der Defensive müssen wir unseren Job machen wie gegen Stuttgart, aber im Sturm sollte endlich der Knoten platzen." Einfach zuuu viele Chancen lassen die Eisbären dort liegen. Williams fordert deshalb: "Da muss es jetzt endlich funken!" Es funkt fast: 4:5-Niederlage nach Penalty-Schießen.

Extrem gewarnt gehen die Eisbären aufs Eis. Trainer Heiko Vogler erklärt, warum: "Es sind viele Spieler vom Oberligisten EV Lindau nach Ravensburg gewechselt." Ihm selbst stehen zudem John Kraiss, Sören Breiter, Leontin Kreps und Moritz Kuen nicht zur Verfügung. "Deshalb muss jeder von uns ALLES auf den Tisch bringen - ein Sieg gelingt nur über das Kollektiv!" Oder wie es Stürmer Marc Oppenländer knallhart analysiert: "Wir dürfen ihnen nicht das Mitteldrittel überlassen, denn wenn ihre Angreifer mit viel Speed in unsere Zone fahren können, wird es gaaanz schwer für unsere Verteidiger."

Eisbären Heilbronn liefern EV Ravensburg im ersten Drittel einen harten Kampf

Die Eisbären auf der Bank sehen ein offenes erstes Drittel - mit dem schlechteren Ende.

Aber genug der Worte - und hinein in die Partie, die sich anfangs wie ein Paternoster-Aufzug präsentiert: rauf, runter, rauf, runter... Und während Fahrstuhl-Eishockey geboten wird, ein Hinweis: Im Heilbronner Tor steht Frantisek Gistr. Ein junger Goalie, dessen Eltern Vokale gespart haben, um ihrem Sohn Fangarme zu kaufen. Martin Williams über DIESE Tor-Shiva: "Er hat eine unglaubliche Fangquote in der der DNL!" Doch André Martini hat keinen Respekt, netzt unhinduistisch an Gistrs vier, sechs oder mehr Armen vorbei zur Hausherren-Führung (16.). Pause. Immerhin: Bis auf diesen Fauxpas steht die Abwehr gut.

Irres zweites Drittel: Für die Eisbären Heilbronn ist noch trotz des Rückstands was drin

Auf Claudio Schreyer ist Verlass.

Wo bleibt die Antwort von Stefano Rupp? Die Eisbären-Tormaschine der vergangenen Saison wirkt derzeit so gehemmt wie Jamie Foxx im Film "Collateral" - und spielt erst gar nicht. Doch da gibt's ja Gott sei Dank noch andere: Claudio Schreyer auf Vasilios Maras - und es macht der als Stürmer aufgestellte Verteidiger Robin Platz (24.). 1:1. Nur die Freude auf Eisbären-Seite währt kurz: Wieder ist es Martini - rührt geschüttelt das Ding für Ravensburg rein (27.). Danach wird's irre: Philipp Heckenberger erhöht auf 3:1 (29.), Youngster Lukas Seeger verkürzt auf Schreyer-Vorlage (29.). Und es kommt noch besser: Vogler, Williams - Sven Breiter: 3:3 (35.). Und obwohl Martin Tischer in der 39. auf 4:3 für Ravensburg erhöht, darf von einem Spiel auf Messers Schneide gesprochen werden.

Kurze Pausen-Preisfrage: Welcher Spieler des EV Ravensburg weiß, dass es ein Krimi wird?

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Daniel Steinke hält die Eisbären Heilbronn gegen den EV Ravensburg im Spiel

Und dann ist es im Schlussabschnitt Daniel Steinke, Schaffer, Rackerer, der den Ausgleich erzielt. Was für ein Tor! So beruhigend eingenetzt, dass Valium um seine Existenz bangen muss. Darum nochmal in Slooowmoootion: Felix Kollmar, Maras, Steeeeeeeeeiiiiiiiiinnnnnnkeeeee: 4:4 (54.). Aus. Penalty-Schießen. Das gewinnt Ravensburg - einen eisbärenstarken Eindruck hinterließen die Gäste dennoch.

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