Röttgermann und Heim entlassen
VfB setzt Vorstände vor die Tür: So sieht Sven Mislintat das Chaos-Beben!
VonTobias Beckerschließen
Der VfB Stuttgart zieht erste Konsequenzen aus dem Datenskandal und feuert gleich mehrere Vorstandsmitglieder. Nun äußert sich Sven Mislintat.
Update, 14. Februar: Wenige Stunden nachdem der VfB Stuttgart zwei Vorstandsmitglieder der AG gefeuert hat, äußerte sich Sportdirektor Sven Mislintat dazu. Der Kadermacher fühlt sich von den ersten personellen Konsequenzen in der Führungskrise des VfB nicht beunruhigt. Mislintat: „Ich habe da keinen Stress mit. Wir nehmen das so, wie es ist. Ich muss mich auf neue Menschen einstellen, aber ich werde das ganz offen angehen.“ Und: Er habe auch das Vertrauen in den Aufsichtsrat, dass auch künftige neue Vorstandsmitglieder „an einer tollen Zusammenarbeit interessiert sind“.
Der VfB Stuttgart hatte Jochen Röttgermann und Stefan Heim mit sofortiger Wirkung abberufen, wie echo24.de (siehe Erstmeldung unten) berichtete. Die Abberufung möchte Mislintat nicht bewerten: „Was ich sagen kann, und das ist völlig unabhängig und auch keine Kritik an der Abberufung, dass ich mit Jochen und Stefan ausgezeichnet zusammengearbeitet habe.“
Chaos-Beben beim VfB Stuttgart: Vorstand gefeuert!
Erstmeldung, 14. Februar: Was bereits in den vergangenen Tagen gemunkelt wurde, ist nun amtlich: Der VfB Stuttgart zieht erste Konsequenzen aus dem Datenskandal. Marketingvorstand Jochen Röttgermann und Finanzvorstand Stefan Heim wurden gefeuert. Am Tag des 1:1 zwischen dem VfB und Hertha BSC, gab es am Abend eine Sondersitzung des Aufsichtsrats der AG, in der diese Maßnahmen einstimmig beschlossen wurden.
Thomas Hitzlsperger dagegen darf als Vorstandsvorsitzender weitermachen und bekommt sogar volle Rückendeckung. Der Aufsichtsrat spricht Hitzlsperger „sein uneingeschränktes Vertrauen aus und bestätigt ihm ein rechtskonformes Vorgehen bei der Aufklärung der Datenschutzaffäre“, so heißt es in der Pressemitteilung.
Machtkampf, Datenskandal, Chaos: Die Führungskrise beim VfB Stuttgart im Überblick
Außerdem: „Der Vorstandsvorsitzende der VfB Stuttgart 1893 AG wird weitere Personalentscheidungen schnellstmöglich unter Berücksichtigung der besonderen arbeitsrechtlichen Bedingungen für Mitarbeiter herbeiführen.“ Sprich: Hitzlsperger soll die Verantwortlichen des Datenskandals entlassen.
VfB Stuttgart: Weitere Konsequenzen noch diesen Monat? Hitzlsperger zuversichtlich!
Das hatte Thomas Hitzlsperger auch selbst schon angekündigt. In der Halbzeit des VfB-Spiels gegen Hertha BSC sagte der Vorstandsvorsitzende am Sky-Mikrofon: „Ich verstehe die Ungeduld der Fans und der Mitglieder. Wir müssen und werden Konsequenzen ziehen. In erster Linie muss man da an personelle Konsequenzen denken.“ Wen er damit genau meint, wollte Hitzlsperger aber noch nicht sagen.
Mitteilung des Aufsichtsrats der #VfB Stuttgart 1893 AG https://t.co/96QyPJTmYk
— VfB Stuttgart (@VfB) February 13, 2021
Als heißeste Kandidaten gelten Rainer Mutschler, der damals als Projektleiter für die Ausgliederung verantwortlich war und heute im VfB-Präsidium sitzt, sowie Marketingleiter Uwe Fischer und Ex-Kommunikationschef Oliver Schraft. Bis es dazu kommt, wird es allerdings noch etwas dauern. „Bevor ich da hingehe, brauche ich eine juristische und arbeitsrechtliche Einschätzung“, so Hitzlsperger. „Es muss rechtskonform abgehen. Aber die Entscheidungen nahen. Ich bin zuversichtlich, dass es in diesem Monat noch passiert.“
Chaos beim VfB Stuttgart: So geht es mit Hitzlsperger und Vogt weiter!
Nur wie geht es dann weiter? Immerhin ist rund um den Datenskandal auch ein Machtkampf zwischen Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt entbrannt. Spätestens seit Ende letzten Jahres herrscht Eiszeit. Dass die beiden in Zukunft weiter zusammen arbeiten, schien nahezu ausgeschlossen. Auch in diesem Punkt deutet Hitzlsperger jetzt allerdings Entspannung an: „Es muss nach vorne gehen, wir müssen konstruktiv zusammenarbeiten und ich werde meinen Teil dazu beitragen.“
VfB Stuttgart im Datenskandal: Bußgeld, Gutachten, Staatsanwaltschaft – der Februar zusammengefasst!
Die Aufarbeitung des Datenskandals beim VfB Stuttgart ist also in vollem Gange. Bis an der Mercedesstraße wieder Ruhe einkehrt, Plakate verschwinden („Betrüger zum Teufel jagen“) und Verantwortliche untereinander und mit den Fans versöhnt sind, wird es noch eine Weile dauern und einige „personelle Konsequenzen“ erfordern.
(von Dennis Bayer)



