Der Esecon-Bericht zum Datenskandal ist an die Presse durchgesickert
VfB im Datenskandal: Bußgeld, Gutachten, Staatsanwaltschaft - der Februar
VonDominik Jahnschließen
VfB Stuttgart: Der Machtkampf und der Datenskandal verwüsten weiter das Image des Aufsteigers. Auch in den ersten Tagen im Februar hat sich wieder viel getan - ein Überblick.
Es ist ein Drama in mehreren - nicht enden wollenden - Akten beim VfB Stuttgart. Der Datenskandal und der Machtkampf zwischen dem Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger und dem noch Präsidenten Claus Vogt zieht sich hin. Immer wieder sickern Details durch, gefolgt von einer Stellungnahme.
Zuletzt machte das Nachrichtenmagazin Spiegel Teile des Esecon-Abschlussberichts öffentlich. Danach äußerte sich der Verein zu genannten Vorwürfen rund um die Mitgliederversammlung 2017. Wie in unserem ersten Überblick zur Führungskrise, mit der Pressekonferenz Ende Januar von Thomas Hitzlsperger, gibt‘s auch jetzt wieder eine Zusammenfassung der vergangenen Tage im Datenskandal und im Machtkampf.
Der Datenskandal beim VfB Stuttgart
09. Februar - Rechtsgutachten plötzlich aufgetaucht: Der Abschlussbericht der Kanzlei Esecon ist ja bereist ungewollt an die Presse durchgesickert - JETZT der nächste Ärger um das Unternehmen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll eine rechtliche Einordnung des Abschlussberichts beim VfB Stuttgart aufgetaucht sein. Problem: Niemand hat das Schreiben bestellt... oder nur ganz stillschweigend.
Laut der Meldung sollen Esecon-Ermittler mit der unverhofften Information bei einer Präsidiums-Sitzung um Claus Vogt aufgetaucht sein. Die rechtliche Bewertung kommt aber von einer beauftragten Kanzlei - und eben nicht von Esecon. Die Gremien des VfB waren an dieser Entscheidung nicht beteiligt. Gegenüber bild.de gab der VfB Stuttgart an, es habe „im Zusammenhang mit der Datenaffäre keine offizielle Beauftragung einer dritten Kanzlei gegeben habe“. Präsident Vogt wollte sich laut dem Bericht dazu nicht äußern.
08. Februar - Mögliche Höhe der Strafe für den VfB: Der Datenschutzbeauftragte Dr. Stefan Brink spricht von einem „spürbaren“ Bußgeld. Den möglichen Rahmen von bis zu 20 Millionen Euro wolle man aber nicht ausschöpfen.
07. Februar - Präsident Claus Vogt äußert sich zur Veröffentlichung: Vogt spricht sich weiter für eine transparente Aufklärung aus. In welcher Form müsse aber noch geklärt werden. Bis heute hätte „lediglich eine mittlere zweistellige Zahl“ der damals Stimmberechtigten dem Klub von technischen oder anderen Problemen berichtet. Die komplette Klarstellung ist auf der Homepage des VfB zu finden.
06. Februar - VfB Stuttgart nimmt Stellung zu Vorwürfen aus dem Spiegel-Artikel: Zu dem Vorwurf, bei der Mitgliederversammlung 2017 habe es „massiver Probleme“ mit den elektronischen Abstimmungsgeräten gegeben, äußert sich jetzt der Verein. Falsch, sagt der VfB Stuttgart.
05. Februar - Esecon-Bericht in der Presse aufgetaucht: Es wird immer krimineller beim VfB Stuttgart. Der Spiegel veröffentlicht Teiel aus dem Abschlussbericht der Kanzlei Esecon. Es wird darin von einem „Täuschungsversuch“ gesprochen. Eine unabhängige Aufarbeitung der Geschehnisse sei zudem „nicht gewährleistet“ gewesen.
04. Februar - Staatsanwaltschaft soll ermitteln: Präsident Claus Vogt schaltet die Staatsanwaltschaft ein im Datenskandal. GRUND: Verdacht auf Geheimnisverrat beim VfB Stuttgart!
04. Februar und das Bußgeldverfahren: Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Dr. Stefan Brink meldet sich zu Wort. Die Ermittlungen sollen im Februar abgeschlossen werden. In einer ersten Bewertung zu den Ergebnissen von „erheblichen Verstößen“ die Rede. Die Ermittlungen gehen weiter. Ein Bußgeldverfahren wird eingeleitet.
Auch der Esecon-Bericht soll fertig sein: Wer für die juristische Auswertung des Esecon-Berichts zuständig sein soll, ist noch nicht geklärt.
So steht‘s im Machtkampf
08. Februar - Aufsichtsrat Rainer Adrion äußert sich zur Führungskrise: Rainer Adrion spricht von einer beunruhigenden Situation und fordert „entschlossenes und konsequentes Handeln“: „Der VfB kann daran nicht zugrunde gehen. Aber er kann Schaden nehmen. In Sachen Reputation ist dies auch schon geschehen.“
01. Februar - Hitzlsperger zieht Kandidatur zurück: Nach der Pressekonferenz Ende Januar kündigte Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger bereits an, er werde sich bald zum Machtkampf beim VfB Stuttgart äußern. Jetzt also die Entscheidung: Rückzug der Kandidatur zum Präsidenten. Klar, ein Kommentar von Claus Vogt fehlte dazu nicht.
28. Januar - Claus Vogt schießt scharf gegen das Präsidium: Der amtierende Präsident Claus Vogt attackiert das Präsidium und ist entschlossen eine Verschiebung der Mitgliederversammlung zu erzwingen - im Alleingang. Die beiden Präsidiumsmitglieder Mutschler und Gaiser nehmen dazu umgehend Stellung.


