Gastronomen klagen über Umsatzeinbußen
Höhere Preise, Eintrittsgelder und Co.: Was Restaurantbesucher 2024 erwartet
VonJulia Cuprakowaschließen
Im Jahr 2024 müssen Restaurantgäste tiefer in die Tasche greifen. Neben Steuererhöhungen, die von den Gastronomen weitergegeben werden, sind zusätzliche Abgaben wie die Gedeckgebühr im Gespräch.
Das Gastgewerbe in Deutschland blickt in eine düstere Zukunft. Hohe Einkaufspreise, steigende Energiekosten und akuter Personalmangel setzen der Branche zu. Neben dem Personalmangel hat vor allem während der Corona-Krise auch der Umsatz stark gelitten. Diese Situation könnte sich nun noch verschärfen. Denn ab Januar 2024 wurde der Steuersatz für frisch zubereitete Speisen in der Gastronomie wieder von 7 auf 19 Prozent angehoben. Für die Gäste bedeutet das vor allem eines: höhere Preise.
Um Gäste und Stammkunden nicht zu vergraulen, wollen die Gastronomen die Preise in zwei Schritten erhöhen. Laut „focus.de“ sind damit aber immer noch nicht alle Kosten gedeckt. Deshalb diskutiert die Gastronomie über weitere Maßnahmen wie eine Gedeckgebühr, eine Reservierungspauschale oder sogar Eintrittsgelder.
Änderungen ab 2024: Neben Restaurantbesuch wird auch Autofahren und Einkaufen teurer
Das Jahr 2024 ist erst wenige Tage alt und schon müssen sich die Menschen an viele Änderungen gewöhnen. Wie echo24.de berichtet, gibt es vor allem für Autofahrer einige Neuerungen zu beachten. Sei es die neuen Dieselsorten an den Tankstellen, ein neuer Blitzer oder ein überarbeiteter Bußgeldkatalog.
Aber auch beim Einkaufen müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Denn seit dem 1. Januar wird auf bestimmte Milchflaschen ein Pfand von 25 Cent erhoben. Bei so vielen Änderungen ist ein Restaurantbesuch fast schon Luxus. Denn auch hier werden die Preise nach und nach angehoben.
Gastro-Änderung ab 2024: Betreiber geben Steuererhöhung in „zwei Schritten“ weiter
Laut „focus.de“ haben einige Unternehmen bereits vor Silvester die Preise erhöht. „Wir glauben, dass die Gäste im Januar genauer auf die Preise schauen. Wenn sie die gleichen Preise wie im Dezember vorfinden, wirkt sich das positiv auf ihre Stimmung aus“, so ein Gastronom. Einige Betreiber wollen in „zwei Schritten“ erhöhen. Das heißt: Statt zum Beispiel alle Preise auf einmal anzuheben, können Betriebe zunächst nur eine kleine Auswahl von Gerichten verteuern. Der zweite Schritt erfolgt dann im Januar oder spätestens kurz vor Ostern.
Auf diese Weise werden die Gäste nicht von den Preiserhöhungen überrascht, da sie ab Januar eine Mischung aus alten und neuen Preisen vorfinden. Allein die Erhöhung ist schon ein großer Nachteil für die Kunden. Doch nun tauchen laut „focus.de“ Online-Berichte über den Rückzug der Kartenzahlung aus der Gastronomie auf. Hintergrund ist, dass die Betriebe die Transaktionsgebühren bei den Einnahmen einsparen wollen. Langfristig dürfte sich diese Änderung jedoch nicht durchsetzen, da vor allem junge Leute überwiegend mit Karte zahlen wollen. Wenn sie das nicht können, besteht die Gefahr, dass sie nicht wiederkommen, so ein Gastronom.
Restaurantbesuch bald Luxus? Gastronomen diskutieren über Zusatzgebühren
Man könnte meinen, dass die steigenden Preise die Steuererhöhung ausgleichen, doch weit gefehlt. Wie „focus.de“ weiter berichtet, könnten die Gastronomen noch in diesem Jahr eine feste Gedeckgebühr, eine Reservierungspauschale oder sogar Eintrittsgelder einführen. „Dinge wie die jetzt diskutierte Gedeckgebühr oder auch Eintrittsgelder halte ich in diesem Segment auf breiter Front für möglich“, hatte Wirtschaftsprofessor Valentin Weislämle von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach bereits vor gut einem Jahr gesagt.
Tatsächlich führen immer mehr Betriebe Gebühren ein, um Umsatzeinbußen auszugleichen. Vor allem die sogenannte „No-Show-Gebühr“ setzt sich immer mehr durch. Wer reserviert und dann nicht erscheint, muss mindestens zehn Euro pro Person zahlen. Die Rechnung kommt per E-Mail oder SMS. Das stößt vielen Gästen sauer auf. Doch die Gastronomen sehen darin die einzige Möglichkeit, ihre Verluste abzufedern. Die Betreiberin des Nobelrestaurants „100/200 Kitchen“ geht sogar noch einen Schritt weiter und verlangt Eintritt pro Person. „Die 35 Euro sind dafür, dass man einen Platz hat, im positiven Sinne, dass man umsorgt und unterhalten wird“. Diese Maßnahme werde aber nicht flächendeckend diskutiert.
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