Hohe Kosten beim Einkaufen
11 Tricks von Kaufland, Lidl und Co.: So werden Kunden abgezockt
VonJuliane Reyleschließen
Zufall oder bewusste Tricks, die Kunden das Geld aus der Tasche ziehen sollen? Auf einige Dinge sollte beim Einkaufen im Supermarkt geachtet werden.
Die Lebensmittelpreise steigen, deshalb scheinen manche Supermärkte fragwürdige Methoden zu nutzen, um ihre Gewinne zu maximieren. Von Shrinkflation bis zu versteckten Preiserhöhungen – echo24.de fasst 11 häufige Tricks, mit denen Kunden in Lebensmittelgeschäften wie Kaufland, Lidl und Co. hinters Licht geführt werden, zusammen.
11 Tricks, mit denen Kunden beim Einkaufen hereingelegt werden
Ob bei Kaufland, Lidl, Aldi oder Edeka: Immer wieder schauen Kunden prüfend auf den Kassenzettel und wundern sich über die hohen Kosten ihres Wocheneinkaufs. Dahinter steckt ein Phänomen, das als Supermarkttricks bekannt ist. Ob gleicher Preis bei weniger Inhalt oder große Packung bei weniger Inhalt, die Möglichkeiten der Geschäfte mehr Geld einzunehmen scheinen grenzenlos. Welche Tricks sind bereits bekannt und können Kunden beim Einkaufen beachten?
- Shrinkflation: Weniger Inhalt zum gleichen Preis
Bei Shrinkflation bleibt die Verpackung gleich, aber die Füllmenge schrumpft. Verbraucher zahlen den gleichen Preis für weniger Produkt – oft ohne es zu bemerken. - Der „Mehr-drin“-Trick: Täuschend teuer
Verpackungen mit „20 Prozent mehr Inhalt“ wirken wie ein Schnäppchen, doch oft wird der Preis so stark angehoben, dass der zusätzliche Inhalt teurer ist, als er wert wäre. - Der „Günstiger“-Trick: Auf den ersten Blick billiger
Ein Produkt wird kleiner, und der Preis sinkt leicht. Doch der Preis pro Kilogramm oder Liter steigt oft unbemerkt. - Der „Weniger-drin-und-teurer“-Trick
Hier sinkt die Füllmenge und gleichzeitig steigt der Preis. Kunden zahlen am Ende deutlich mehr für weniger Ware. - Unterschiedliche Füllmengen bei verschiedenen Händlern
Das gleiche Produkt kostet bei verschiedenen Supermärkten gleich viel, obwohl die Füllmenge unterschiedlich ist. Nur ein genauer Blick auf die Angaben kann den Unterschied aufdecken. - Sammelpack-Trick: Kleiner, aber teurer
Sammelpackungen enthalten oft weniger als vermutet. Ein Beispiel: Eine Packung Oreo-Eis reduzierte die Anzahl der Stiele, während der Preis gleich blieb – ein Preisanstieg von 63 Prozent, wie „Iside Digital“ aufdeckte. - Skimpflation: Geringere Qualität
Hersteller senken die Qualität ihrer Produkte, indem sie wertvolle Zutaten durch günstigere Alternativen ersetzen. Ein Beispiel ist Butter, die mit Wasser gestreckt wird. Doch „ZDF“ berichtete, dass eine richtige Butter maximal 16 Prozent Wasser enthalten darf, ansonsten muss diese als „Milchstreichfett“ deklariert werden. - Dosier-Trick: Höherer Verbrauch durch neue Vorgaben
Veränderte Dosiervorschriften sorgen dafür, dass Verbraucher mehr verbrauchen. Bei Zerealien oder Aufstrichen führt dies zu einem schnelleren Nachkauf. - Markenwechsel-Trick: Gleicher Inhalt, höherer Preis
Produkte werden unter einer neuen Marke verkauft und deutlich teurer, obwohl Rezeptur und Inhalt identisch bleiben. - Größere Verpackung, weniger Inhalt
Eine größere Verpackung lässt vermuten, dass mehr drin ist. In Wirklichkeit wurde der Inhalt reduziert, während der Preis gleich bleibt. Solche Verpackungen werden aber oft als Mogelpackungen bekannt. - Neu-verpackt-Trick
Produkte in schicker, neuer Verpackung wirken hochwertiger. Doch häufig steckt das gleiche Produkt dahinter – zu einem höheren Preis.
Ob es sich bei den Tricks der Supermärkte und Discounter um Tricks handelt, die Kunden bewusst hereinlegen sollen, ist nicht bekannt. Die Tricks können auch im Zusammenhang mit Inflation, Wechsel des Anbieters oder aufgrund von Lieferschwierigkeiten und wirtschaftlichen Gründen den Anschein machen, als wollten die Geschäfte den Kunden das Geld aus den Taschen ziehen. Außerdem gibt es eine fiese Geheimfunktion am Einkaufswagen, die Kunden kennen sollten.
Tricks in Supermärkten und Discountern: Forderung nach mehr Transparenz
Verbraucherschützer der „Verbraucherzentrale“ fordern, dass Mogelpackungen in Deutschland gekennzeichnet werden. In Ländern wie Ungarn und Brasilien gibt es bereits Kennzeichnungspflichten, die Füllmengenveränderungen und Preissteigerungen klar ersichtlich machen. In Deutschland ist dies bisher nicht der Fall. Die Verbraucherzentrale fordern
Doch es gibt einen Tipp für Verbraucher beim Einkauf: Auf das Preisetikett mit der Angabe des Kilogramm- oder Literpreises achten. Das hilft, Preistricks zu durchschauen und bewusstere Kaufentscheidungen zu treffen.
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