Kostenfalle Einkauf
Fiese Maschen im Supermarkt: Hier lauern auf Kunden versteckte Preiserhöhungen
VonMichaela Ebertschließen
Wer im Jahr 2024 einkaufen geht, sollte beim Griff ins Regal genauer hinschauen: Bei einigen Produkten verstecken sich besonders fiese Preiserhöhungen.
Große Einkaufwagen, in die besonders viel hineinpasst oder das Regalsystem, das Kunden immer linksherum führt: Discounter und Supermärkte setzen in ihren Filialen immer wieder auf Psycho-Tricks, die Kunden dazu verleiten sollen, mehr zu kaufen. Wer nicht aufpasst und darauf hineinfällt, zahlt schnell mal mehr, als er eigentlich möchte. Bei den aktuellen Preisen für Lebensmittel kann dies auch schon mal ganz schön weh tun.
Doch auch wenn einige Kunden meinen, sich zum Beispiel von den ausgefuchsten Marketing-Strategien von Lidl, Kaufland und Co. nicht beeindrucken zu lassen, gibt es dennoch noch eine Reihe von viel subtileren Tricks. Für viele Kunden sind sie oftmals auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich. echo24.de fasst deshalb die fiesesten Maschen im Supermarkt zusammen – darauf sollten Kunden beim Einkauf im Jahr 2024 achten.
„Shrinkflation“: Ein klassischer Fall von Mogelpackung
Weniger Inhalt – selber Preis. Die Kostenfalle „Shrinkflation“ dürfte den meisten nach den Inflationsjahren 2022 und 2023 langsam bekannt sein. Der Begriff setzt sich aus dem englischen Wort „shrink“ für „schrumpfen“ und Inflation zusammen und beschreibt das Phänomen, bei dem mehrere Hersteller in den vergangenen Monaten ihre Produkte in sogenannten Mogelpackungen verkaufen. Oftmals tarnten sich diese nur mit einem leicht veränderten Design. echo24.de berichtete bereits, welche Tipps Experten geben, dass Kunden die Mogelpackung leichter erkennen können.
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Mehr Geld für weniger Inhalt? So trifft Kunden die Preiserhöhung gleich doppelt
Noch fieser wird der Trick, wenn zusätzlich zum schrumpfenden Inhalt auch noch der Preis erhöht wird. Eine Preiserhöhung im doppelten Sinne also. Unglaublich, aber wahr – auch einen solchen Fall hat es bereits gegeben: Die Verbraucherzentrale kürte deshalb die Mundspülung Listerine von der Marke Johnson und Johnson zur Mogelpackung des Monats August.
Vorgetäuscht: Größere Packung soll mehr Inhalt vermitteln
Einige Hersteller jedoch versuchen es dann doch lieber mit einem Trick aus der Psychologie: Eine größere Verpackung soll den Kunden im Supermarkt mehr Inhalt suggerieren – dabei ist in Wirklichkeit sogar weniger drin! Die Verbraucherzentrale deckte einen solchen Fall zuletzt beim Discounter Aldi auf. Hier wurde die Verpackung des Produkts Chocolat Amandes von 18 auf 22,5 Zentimeter verlängert. Im Inneren waren jedoch nur noch 150 statt 184 Gramm Schokolade.
„Skimpflation“: Wie bei der Qualität geknausert wird
Auch vom Begriff „Skimpflation“ haben viele Kunden in den vergangenen Monaten sicherlich schon öfter gehört. Ebenso wie „Shrinkflation“ setzt er sich aus dem Wort „Inflation“ und einem englischen Begriff zusammen. In diesem Fall steht „skimp“ für knausern oder einsparen. Im Falle von „Skimpflation“ bezieht sich die Einsparung jedoch vielmehr auf die Qualität des Produkts. Einige Hersteller haben so zum Beispiel weniger wertvolle Zutaten verwendet und ihre Ware zum selben Preis verkauft. Für Kunden im Supermarkt ist diese Masche oft nur besonders schwer zu enttarnen.
Preis-Karussell: Unterschiedliche Händler – unterschiedliche Preise
Um die Verwirrung im Supermarkt komplett zu machen, werfen einige Hersteller zudem noch das Preis-Karussell an. Heißt konkret: unterschiedliche Händler – unterschiedliche Preise. Wie die Verbraucherzentrale berichtet, gibt es eine Packung Lachgummis von Storck bei Rewe zum Beispiel für 1,19 Euro. Denselben Preis müssen Kunden auch beim Drogeriehändler Budni zahlen – allerdings enthält die Packung hier 50 Gramm weniger Inhalt.
Vorsicht bei der Dosierung: Auch hier verbergen sich Preiserhöhungen
Eine besondere Art der Mogelpackung deckte die Verbraucherzentrale auch bei der Marke Sodastream auf. Diese hatte bei der Dosierung des Produkts getrickst. Die veränderten Dosiervorgaben führten dazu, dass größere Mengen des Produkts verbraucht werden. So sollten Kunden zum Beispiel seit 2023 pro Liter Getränk mehr Konzentrat einsetzen. Gleichzeitig aber schrumpfte der Inhalt pro Flasche – der Preis steig damit um 33 Prozent.
Die Sorte macht‘s: Preisanstieg bei verschiedene Produktvarianten aufgedeckt
Auch interessant wird es, wenn sich Kunden beim Einkauf die verschiedenen Sorten genauer anschauen: Auch hierzu hatte die Verbraucherzentrale einen Fall aufgedeckt, bei dem zum Beispiel der Joghurt der Marke Bauer je nach Sorte mehr kostete. Statt wie bei allen anderen Sorten (250 Gramm) wurden die Varianten „Schokosplit Erdbeere“ und „Pürierte Früchte“ im 225 Gramm-Becher verkauft – und das zum gleiche Preis. Der Verbraucherschutz berechnete hier einen Preisaufschlag von elf Prozent.
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