Koalitionsvertrag beschlossen

Aktivrente, Mütterrente und Co: Was die neuen Rentenpläne bringen

  • Michaela Ebert
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Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD steht – und damit auch die neuen Pläne für die Rente in Deutschland. Worauf müssen sich Senioren und künftige Senioren einstellen?

Dass Deutschland eine Überarbeitung des Rentensystems braucht, war unlängst klar. Mit dem Koalitionsvertrag hat die neue Regierung nun die ersten Schritte eingeleitet. Neben Renteneintrittsalter, Aktivrente und Mütterrente wurden viele Punkte besprochen – was genau kommt also jetzt auf Senioren und künftige Senioren zu?

Union und SPD beschließen Koalitionsvertrag: Rentenniveau soll stabilisiert werden

In erster Linie wollen Union und SPD das aktuelle Niveau der Rente von 48 Prozent bis 2031 gesetzlich festschreiben. Ohne gesetzliche Eingriffe würde es in den kommenden Jahren sinken, weil wegen der Alterung der Gesellschaft auf immer weniger Einzahlende immer mehr Rentenempfängerinnen und -empfänger kommen. Die Milliardenkosten, die sich durch eine Fixierung des Rentenniveaus ergeben, wollen CDU/CSU und SPD aus Steuermitteln ausgleichen.

Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD

Nicht nur die Rente war Thema bei den Verhandlungen des neuen Koalitionsvertrags – auch Schwerpunkte wie Steuern, Bafög oder Förderprogramme wurden verhandelt: Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD geht es somit auf vielen Seiten ums Geld der Bürger. Nach Berechnungen von Steuerexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln soll der neue Koalitionsvertrag nun Entlastungen in einem mittleren zweistelligen Milliardenbereich erhalten.

„Frühstart-Rente“ für jedes Kind: Union und SPD einigen sich im Koalitionsvertrag

2026 soll eine „Frühstart-Rente“ eingeführt werden. Für jedes Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, das eine Bildungseinrichtung in Deutschland besucht, sollen pro Monat zehn Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot fließen.

Wenn man erwachsen ist, soll man privat weiter einen bestimmten Betrag einzahlen können. Die Erträge aus dem Depot sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei sein – ausgezahlt wird das Geld allerdings erst im Rentenalter.

Mütterrente 3 beschlossen: Das sind die Pläne der neuen Regierung

Von einer Angleichung profitieren viele Rentnerinnen, die für ihre Kindererziehungszeit Mütterrente erhalten. Künftig soll es keine Rolle mehr spielen, ob die Kinder vor 1992 oder danach geboren wurden. Wer früher Kinder bekommen hat, kann so mit mehr Geld rechnen. Bereits vorab wurden Pläne zur Mütterrente 3 veröffentlicht – welche Maßnahmen diese beinhalteten, berichtete echo24.de.

„Aktivrente“ im Koalitionsvertrag festgehalten: Rentner können 2000 Euro steuerfrei bekommen

Künftig soll es sich auch lohnen, freiwillig mehr zu arbeiten – mit Überstunden oder eben auch im Rentenalter. Das Konzept nennt die neue Regierung „Aktivrente“. Auf ebendiese Zuschläge für ebendiese Überstunden, die über die tariflich vereinbarte Vollzeitarbeit hinausgehen, soll man keine Steuern zahlen müssen. Menschen im Rentenalter, die freiwillig weiterarbeiten, sollen bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei erhalten können. Auch wer von Teilzeit auf Vollzeit aufstockt, soll steuerlich belohnt werden.

Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD steht – und damit auch die neuen Pläne für die Rente in Deutschland. (Symbolfoto)

Die Aktivrente soll gleich zwei Ziele verfolgen: Aktiv-Rentner erhalten nicht nur mehr Leistungen, sondern zahlen auch länger in die Deutsche Rentenversicherung ein. Die drohende Renten-Welle der Babyboomer-Generation soll damit abgesichert werden. Gleichzeitig soll die Aktivrente mit der Aufhebung des sogenannten Vorbeschäftigungsverbots flankiert werden. Senioren können damit im Rentenalter leichter zu ihrem ehemaligen Arbeitgeber zurückkehren.

Mehr Geld hinzuverdienen: Diese Rentner profitieren von den neuen Koalitionsplänen

Auch die Hinzuverdienstregel im Rentenalter soll angepasst werden – gerade mit Blick auf die Hinterbliebenenrente (auch Witwenrente) genannt. Bisher geltende Freibeträge sollen demnach künftig erhöht werden. Konkret heißt das, dass sich Witwen und Witwer über mehr Geld auf dem Konto freuen können. Gleiches gilt übrigens auch für Rentner, die eine Grundsicherung beziehen.

Renteneintrittsalter absenken? Union und SPD schon vor Verhandlungen einig

Von einem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 63 Jahren müssen die Menschen in Deutschland jedoch Abstand nehmen. An diesem Punkt gab es auch schon vor den Koalitionsverhandlungen nichts zu rütteln – Union und SPD halten weiterhin an der 67 fest. Bis zum Jahr 2031 soll die Regelaltersgrenze demnach weiterhin auf 67 Jahre steigen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Iuliia Zavalishina

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