Rente für Familien

Mütterrente 3 geplant: Welche Kinder künftig mehr Rente bringen

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Die Regierung plant eine Rentenreform und möchte die Mütterrente ausweiten. Für welche Kinder könnten Eltern bald mehr Geld bekommen?

Die Mütterrente soll erneut ausgeweitet werden. Wie tagesschau berichtet, planen Union und SPD eine Reform, die allen Eltern – unabhängig vom Geburtsjahr ihrer Kinder – drei Rentenpunkte gewähren soll. Das würde bedeuten: Für manche Mütter könnte es bald mehr Rente geben. Doch was bedeutet das genau? Für welche Kinder könnte es bald mehr Geld geben? echo24.de fasst zusammen.

Was bedeutet die Mütterrente 3 und wer profitiert?

Die Mütterrente ist eine Rentenleistung, die Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt. Ziel ist es, Müttern (und anderen Erziehenden) für die Zeit, in der sie wegen der Kindererziehung nicht oder nur eingeschränkt erwerbstätig waren, Rentenpunkte gutzuschreiben.

Aktuell gilt für die Mütterrente:

Vor 1992 geborene Kinder2,5 Entgeltpunkte pro Kind
Ab 1992 geborene Kinder3 Entgeltpunkte pro Kind

Bis zu 10 Jahre Erziehungszeit werden, unabhängig vom Geburtsjahr, bei der Rente berücksichtigt. Mit der geplanten Mütterrente 3 soll die Ungleichheit zwischen diesen Gruppen beseitigt werden.

Das würde bedeuten, für alle Kinder, die vor 1992 geboren wurden, könnten Mütter bald mehr Rente bekommen. Kinder, die vor 1992 geboren wurden, bringen ihren Eltern also künftig vielleicht mehr Geld als bisher. Allerdings ist die Mütterrente derzeit nur geplant, das heißt: Es ist noch nicht sicher, ob es demnächst mehr Geld für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern geben wird.

Finanzierungsfrage: Wer zahlt die Mütterrente 3?

Die Mütterrente 3, ist als Rentenreform noch nicht entschieden, lediglich in Diskussion. Doch die Deutsche Rentenversicherung übt bereits scharfe Kritik an der Mütterrente 3. Denn laut der Deutschen Rentenversicherung entstehen bereits jetzt hohe Kosten für die Mütterrente, bei einer Reform, könnten die Kosten ohne eine Beitragserhöhung untragbar werden.

Sollte die Reform umgesetzt werden, würde dies weitere 4,5 Milliarden Euro kosten, sodass die Belastung auf knapp 30 Milliarden Euro steigen würde, schreibt die Franfurter Rundschau. Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, fordert daher eine Finanzierung aus Steuermitteln, um eine Mehrbelastung der Rentenbeitragszahler zu vermeiden. Andernfalls könnte der Rentenbeitrag auf 19 Prozent steigen. Das würde bedeuten: Einige Menschen könnten bei Einführung der Mütterrente 3 sogar Geld verlieren.

Bringt die Mütterrente wirklich mehr Gerechtigkeit?

Untersuchungen, darunter eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zeigen, dass die Mütterrente die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen nur geringfügig verringert. Entscheidend für eine wirkliche Verbesserung ist vielmehr eine bessere Betreuungsinfrastruktur, damit Frauen schneller wieder in eine vollzeitnahe Erwerbstätigkeit zurückkehren können.

Mütterrente 3 geplant, das heißt: Kinder, die vor 1992 geboren wurden, bringen ihren Eltern künftig vielleicht mehr Geld als bisher (Symbolfoto)

Die geplante Mütterrente 3 soll vielen Eltern mehr Rente bringen, doch die Finanzierung bleibt umstritten. Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor steigenden Kosten und einer wachsenden Finanzierungslücke. Ob die Reform tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

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