Studie rechnet vor
CO₂-Preis steigt: Gasheizung oder Wärmepumpe – was lohnt sich mehr?
VonJulia Cuprakowaschließen
Mit steigenden CO₂-Preisen wird das Heizen mit Gas immer teuer. Eine Studie der RWTH Aachen hat die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen im Vergleich zu Gasheizung untersucht.
Bis 2045 will Deutschland CO₂-neutral werden. Deshalb müssen Autofahrer an der Zapfsäule künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen, denn höhere CO₂-Preise werden die Benzinpreise sukzessive in die Höhe treiben. Auch das Heizen mit Gas wird immer teurer, wie echo24.de bereits berichtete. Wer eine neue Heizung braucht, kommt daher meist nicht umhin, sich für eine Wärmepumpe zu entscheiden. Doch ist sie auf Dauer wirklich günstiger als eine Gasheizung? Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen hat nachgerechnet.
Gas oder Wärmepumpe? Studie rechnet vor
Neben steigenden CO₂-Preisen treiben auch höhere Netzentgelte die Gaspreise in die Höhe. Lohnt sich eine Gasheizung in Deutschland überhaupt noch? Oder sollte man sich lieber für eine Wärmepumpe entscheiden? Laut „t-online.de“ kann sich der Einbau einer Wärmepumpe laut einer Studie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen innerhalb von zehn bis 16 Jahren rechnen.
Das haben Berechnungen im Auftrag des Energiekonzerns Eon für Beispielhäuser aus den Jahren 2005, 1990 und 1980 ergeben, die in München vorgestellt wurden. Dabei wurden die Investitions- und Betriebskosten einer Wärmepumpe inklusive Förderung mit denen einer neuen Gasheizung verglichen.
Kurze Amortisationszeit der Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaikanlage
Dies gilt allerdings nur für neuere Häuser. Berechnungen für ältere Häuser lagen zunächst nicht vor. Bei Eon geht man aber davon aus, dass die Amortisationszeit dann etwas länger sein dürfte. Schneller geht es den Berechnungen zufolge, wenn die Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaikanlage kombiniert wird.
Kein Wunder, dass kleine Balkonkraftwerke im Trend liegen. Laut echo24.de kann auch der Vermieter die Installation nicht mehr verbieten. Dann dauert es den Berechnungen zufolge nur noch elf bis 14 Jahre, bis der Betriebskostenvorteil die höhere Anfangsinvestition ausgeglichen hat.
Wärmepumpe deutlich teurer in der Anschaffung
Für die Wärmepumpe ging die Studie von RWTH-Professor Dirk Müller von Anschaffungskosten von rund 18.000 Euro nach Abzug der Förderung aus, die Photovoltaik kostete weitere 11.000 Euro.
Für die Gasheizung wurden Installationskosten von 15.000 Euro veranschlagt. Die Betriebskosten für die Wärmepumpe lagen jedoch deutlich unter denen der Gasheizung. Im Fall mit Photovoltaik sogar deutlich geringer.
Zu kurze Lebensdauer der Wärmepumpe? Laut Studie – Reparatur nach 12 Jahren notwendig
Unterschiede in der Wirtschaftlichkeit ergaben sich je nach Gebäude und Nutzung – also unter anderem danach, wie viele Personen im Haus leben. Als Basis dienten Gebäude ohne Fußbodenheizung, wie Müller erläuterte. Mit Fußbodenheizung sei die Situation für die Wärmepumpe günstiger. Grundsätzlich gebe es keine Gebäudeklasse, für die eine Wärmepumpe nicht infrage komme.
Bezüglich der zu erwartenden Lebensdauer von Wärmepumpen nannte Müller einen Wert von mindestens 12 Jahren. Er betonte jedoch, dass dies nicht bedeute, dass die Geräte nach dieser Zeit kaputt seien. Vielmehr müssten sie eventuell repariert oder Teile ausgetauscht werden. Das sei deutlich günstiger als eine Neuinstallation. Das bedeutet aber auch, dass die Wärmepumpe repariert werden müsste, bevor sie sich bezahlt gemacht hat. Für die Berechnungen wurden auch die Preise von Markengeräten herangezogen, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass Ersatzteile auch in Zukunft verfügbar sein werden.
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