Leergut-Problem

Pfand-Automat spuckt Flaschen aus? Was Supermarkt-Kunden tun können

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Die Pfand-Rückgabe im Supermarkt kann oft Nerven kosten, besonders wenn der Leergut-Automat streikt. Doch für das Problem gibt es eine einfache Lösung.

Wahrscheinlich kennt jeder diese Situation: Der Pfand-Automat spuckt die Dose wieder aus, obwohl sie doch eigentlich das nötige Label zeigt. Und das, wo die Schlange bei der Leergut-Rückgabe eh schon lang ist. Immer wieder stoßen Supermarkt-Kunden auf derartig ärgerliche Situationen. Ist das Pfandgeld nun verloren? echo24.de berichtet bereits, wie Kunden trotz kaputter Pfandflaschen trotzdem ihr Geld zurückbekommen.

Leergut-Automat streikt: Wie Kunden ihr Pfand loswerden

In den meisten Fällen hilft dann ein Gang zur Supermarkt-Kasse. Denn: Grundsätzlich sind Supermärkte nach Paragraf 6 der Verpackungsverordnung dazu verpflichtet, eine „flächendeckende Rücknahme von Verkaufsverpackungen, die beim privaten Endverbraucher anfallen“, zu gewährleisten. Darunter fallen also auch zerdrückte und zerbeulte Pfandflaschen. Dennoch unterliegt die Regelung einer Einschränkung. Worauf müssen Kunden achten, wenn sie ihr Pfand an der Kasse zurückbekommen wollen?

Vorsicht bei der Pfandrückgabe: Hier lohnt sich der Gang zur Kasse nicht mehr

Supermarkt-Riese Kaufland erklärt zum Beispiel auf der eigenen Frage-Antwort-Seite: „Wir nehmen alle pfandpflichtigen Getränkedosen und alle pfandpflichtigen PET-Einwegflaschen zurück, die entweder mit dem Einwegpfand-Zeichen der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) oder einem der bisherigen Pfand-Zeichen gekennzeichnet sind und für die Einwegpfand bezahlt worden ist.“

Im Umkehrschluss heißt dies aber auch, dass Händler die Flaschen nur zurücknehmen müssen, solange das Pfandzeichen erkennbar ist. Dies gilt jedoch nur für Einwegflaschen. Sind hingegen Mehrwegflaschen zerstört, sind Händler nicht dazu verpflichtet, diese zurückzunehmen – auch, wenn das Pfandsymbol noch erkennbar ist. Das Abgeben an der Supermarkt-Kasse können sich Kunden in diesem Fall also sparen.

Pfand in großen Mengen zurückgeben: Was Kunden an der Kasse wissen müssen

Doch was ist, wenn nicht die Flasche, sondern der Pfandautomat kaputt ist? Auch dann haben Kunden das Recht, das Personal an der Kasse oder einen eigens dafür eingesetzten Mitarbeiter aufzusuchen. Laut der „Verbraucherzentrale“ sei dies aber nur in derartigen Ausnahmefällen nötig.

Kunden dürfen also auch große Mengen Flaschen und Dosen in ihrem Supermarkt zurückgeben. In den meisten Fällen funktioniert dies auch am Pfandautomaten – doch was ist, wenn es um große Mengen Flaschenpfand geht? Schließlich gibt es zum Beispiel beim Discounter Lidl eine Pfandregelung, bei der der Automat nach 60 Flaschen (also 15 Euro) die Annahme stoppt. Erst wenn der Pfandbon gedruckt wurde, kann weiter befüllt werden – bis zu den nächsten 15 Euro. Und auch an der Kasse gilt es im Falle hoher Pfandbons etwas zu beachten: Schließlich benötigen die Mitarbeiter in diesem Fall einen „Token“ zur Auszahlungsfreigabe.

Laut der Deutschen Pfandsystem GmbH wird für einen reibungslosen Ablauf großer Pfandmengen generell empfohlen, mit dem Händler in Kontakt zu treten, um ein für beide günstiges Rückgabezeitfenster vereinbaren. „Dies vermeidet Stau am Rückgabeautomaten.“ Aber Vorsicht: Ab einem bestimmten Betrag wird die Pfandrückgabe sogar ein Fall für die Steuererklärung.

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